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Frühchen-Simulatorpuppe an den Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen

Gelnhausen

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    "Wertvolle Erfahrungen sammeln und Wissen festigen": Dr. Manuel Wilhelm (Mitte), ärztlicher Leiter der Gelnhäuser Neonatologie, zeigt vor laufenden Kameras, wie der Frühchen-Simulator eingesetzt wird. Fotos: PM 

Gelnhausen/Frankfurt. Ein großer Schritt für die Versorgung von Frühchen: Durch das gemeinsame Engagement der „Barbarossakinder“ der Kinderklinik Gelnhausen und der Kinderhilfestiftung Frankfurt wurde die hessenweit erste Simulatorpuppe gekauft. Sie hat den Namen „Paul“. 

Artikel vom 14. März 2019 - 16:09

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Insgesamt 50 000 Euro an Spendengeldern kamen dafür zusammen.

„Was hier heute deutlich wird, ist eine wertvolle und wirkungsvolle Zusammenarbeit auf drei Ebenen“, hob Landrat Thorsten Stolz bei der Übergabe in Gelnhausen hervor. Gemeint ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den fördernden Vereinen und den Kliniken. 

Anhand von „Paul“ werde ein innovatives Zusammenspiel von Mensch und High-Tech zum Wohle der Patienten deutlich, so der Landrat.

Frühgeborener der 27. Schwangerschaftswoche

„Paul“ ist der kleinste High-End-Simulator weltweit. Gerade einmal zehn Exemplare der Puppe sind deutschlandweit im Einsatz – zum ersten Mal gibt es nun auch einen „Paul“ in Hessen. Die Puppe entspricht einem Frühgeborenen der 27. Schwangerschaftswoche, der somit 13 Wochen zu früh geboren ist und ein Gewicht von etwa 1000 Gramm hat. Seinen Einsatz findet „Paul“ im Rahmen von Notfalltrainings.

„Gerade sehr kleine Frühgeborene sind auch für erfahrenste Ärzteteams eine Herausforderung. Treten bei den Kindern beispielsweise Atemnotfälle oder Herz-Kreislauf-Probleme auf, müssen alle Handgriffe im Team präzise aufeinander abgestimmt sein“, erklärte Dr. Hans-Ulrich Rhodius, Chefarzt der Gelnhäuser Kinderklinik. 

Das Besondere: „Paul“ sieht einem echten Frühchen nicht nur täuschend ähnlich, er entspricht auch im Inneren dank hochsensibler Technologie der Anatomie eines Frühgeborenen. Die Idee dahinter: Je realistischer ein Training ist, umso besser kann das Erlernte in der Realsituation abgerufen werden. 

Abwechselnd in Frankfurt und Gelnhausen

Kabellos gesteuert über einen Computer, kann „Paul“ alle Krankheitszeichen im Frühgeborenenalter lebensecht simulieren. Bei einer nicht ausreichenden Sauerstoffzufuhr beispielsweise wird er blau und hört schließlich komplett auf zu atmen. Auf hochemotionale Weise werden die Ärzte und Pflegefachkräfte in das Training involviert. 

Die Simulationspuppe wird ab sofort abwechselnd in Frankfurt und Gelnhausen eingesetzt, wobei auch klinikübergreifende Trainings eingeplant sind. Die Kooperation der Uniklinik und der Main-Kinzig-Kliniken besteht bereits seit vielen Jahren.

„Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass alle an einem Fall beteiligten medizinischen Berufsgruppen nach einem Simulationstraining effektiver und besser arbeiten“, erklärte Professor Rolf Schlößer, Leiter der Neonatologie am Universitätsklinikum Frankfurt. „So üben Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende des Universitätsklinikums Frankfurt schon seit einigen Jahren mit einem Modell für reife Neugeborene die notwendigen medizinischen Maßnahmen im Notfall nach der Geburt eines Kindes.

"Wichtiger Schritt in die Zukunft"

Und auch in Gelnhausen finden regelmäßig und strukturiert Teamtrainings unter Einsatz von Simulationstechnik statt. „Junge Kollegen gewinnen hierbei wertvolle Erfahrungen; erfahrene Mediziner festigen ihr Wissen und bleiben handlungsfähig“, so Dr. Manuel Wilhelm, ärztlicher Leiter der Gelnhäuser Neonatologie. „Mit 'Paul' erreicht die medizinische Versorgung und Pflege von Frühgeborenen an den Main-Kinzig-Kliniken Gelnhausen und dem Universitätsklinikum Frankfurt ein neues Zeitalter.

Nie zuvor war es möglich, junge Mediziner und Pflegekräfte so professionell zu schulen und zu trainieren wie mit dem Simulationssystem 'Paul'“, erklärte Dr. Michael Henning, Vorstandsvorsitzender der Kinderhilfestiftung Frankfurt. Auch der Förderverein „Barbarossakinder“ bezeichnete die Anschaffung als Meilenstein: „Dies ist ein richtiger und wichtiger Schritt in die Zukunft“, sagte die erste Vorsitzende Bettina Büdel. thb



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