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IHK wertet Studie zum Wachstum aus - Erlensee sticht heraus

Main-Kinzig-Kreis

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    Blick auf die Baustelle Fliegerhorst: Angesichts der dort und vor allem im Gewerbegebiet an der A45 schon vollzogenen, aber auch künftig noch zu erwartenden Gewerbeansiedlungen hat die Stadt Erlensee bei einer Untersuchung des Bundesministeriums für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit Bestnoten abgeschnitten. Luftbild: Häsler

Main-Kinzig-Kreis. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Viele der 29 Kommunen im Main-Kinzig-Kreis (MKK) entwickeln sich im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich, vor allem jene im westlichen Kreisgebiet, die geografisch am nächsten zu Frankfurt liegen.

Artikel vom 28. Dezember 2018 - 13:08

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Die besten Werte überhaupt erzielte dabei die Stadt Erlensee. Das belegen die jüngsten Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). 

Dessen Veröffentlichungen sind meist ein Leckerbissen für Spezialisten der Raum- und Stadtplanung. Die jüngsten Daten für den Main-Kinzig-Kreis dürfen aber auf größeres Interesse stoßen, denn sie zeigen, dass sich der positive Trend der vergangenen Jahre noch einmal verstärkt hat: Die Wirtschaft floriert fast überall, die Steuereinnahmen sprudeln, Sorgen macht am ehesten der demographische Wandel.

Unterschiedliche Kenngrößen

Das Bundesinstitut betrachtet für jede deutsche Kommune sechs unterschiedliche Kenngrößen aus Wirtschaft und Demographie, zum Beispiel die Entwicklung der Bevölkerung, den Rückgang der Arbeitslosigkeit und das Gewerbesteueraufkommen pro Kopf. 

Anschließend werden diese Kenngrößen mit denen aller deutschen Kommunen verglichen. Dahinter steht die Idee, dass Kommunen, die sich aktuell gut entwickeln, mittelfristig wachsen werden, die anderen dagegen schrumpfen. Dieses Modell ermöglicht aufgrund gut verfügbarer und verhältnismäßig aktueller Daten einen deutschlandweiten Vergleich. Die neuesten Daten betrachten die Entwicklung zwischen 2011 und 2016. Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, hat die neueste Veröffentlichung des Bundesinstituts (online veröffentlicht unter der Internetadresse www.raumbeobachtung.de) für die IHK ausgewertet. 

„Überdurchschnittlich schrumpfend“

Das Ergebnis ist deutlich. Viele Kommunen im Main-Kinzig-Kreis haben sich seit der Krise 2009 positiv entwickelt und das Formtief von 2003 bis 2008 gut überstanden: Damals gab es zehn schrumpfende Kommunen, eine weitere war sogar „überdurchschnittlich schrumpfend“. 

Mittlerweile steht der Main-Kinzig-Kreis mit nur noch vier „schrumpfenden“ Kommunen (Birstein, Flörsbachtal, Jossgrund und Rodenbach) sogar besser da als in den bisherigen Spitzen-Jahren zwischen 1998 und 2003, damals „schrumpften“ sieben Kommunen im Kreis. Betrachtet man die Indikatoren im Detail, fällt auf, dass die Bevölkerungsentwicklung insgesamt positiv ausfällt: 22 der 29 Main-Kinzig-Kommunen „wachsen“ oder „wachsen überdurchschnittlich“. Sehr positiv fällt auch die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus: hier fallen 17 Kommunen in eine der beiden Wachstumskategorien. Jeweils 15 sind es beim Rückgang der Arbeitslosigkeit und beim Gewerbesteuer-Grundaufkommen pro Kopf. Schwächer dagegen ist die Entwicklung der Erwerbs‧fähigen: 13 Kommunen fallen in eine der beiden ‧Wachstumskategorien, aber 15 schrumpfen in unterschiedlichem Ausmaß, nur eine zeigt keine deutliche Entwicklungsrichtung.

„Gute Chancen, sich positiver als bisher zu entwickeln“

Am besten schneidet in der Gesamtbetrachtung die Stadt Erlensee ab (siehe Tabelle). In den Kategorien Bevölkerungsentwicklung, Wanderungssaldo, Entwicklung der Erwerbsfähigen, Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Entwicklung der Arbeitslosigkeit und Entwicklung der Gewerbesteuer je Einwohner verzeichnet die Stadt Erlensee überdurchschnittliche Werte. Der einzig durchschnittliche Wert dabei – die Entwicklung der Arbeitslosigkeit – dürfte sich mit der vollen Erschließung des Fliegerhorst-Geländes – die in der Untersuchung noch gar nicht wirksam wurde – bald in „überdurchschnittlich“ verwandeln lassen.

Immer noch hart trifft der demographische Wandel die Teilregion Schlüchtern: In allen vier Kommunen dort „schrumpft“ die Zahl der Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Beeindruckend dagegen der Rückgang der Arbeitslosigkeit: in Steinau verläuft er positiv, in Bad Soden-Salmünster, Schlüchtern und Sinntal sogar überdurchschnittlich positiv im Deutschland-Vergleich.

„Dank ihrer guten wirtschaftlichen Entwicklung überwinden diese Kommunen die Schwächen des demographischen Wandels. Sie können damit auch den Main-Kinzig-Kommunen als Vorbild dienen, die noch etwas nachhängen. Da die Wirtschaft auch 2017 und 2018 gewachsen ist, haben diese auch gute Chancen, sich positiver als bisher zu entwickeln“, zeigt sich Quidde optimistisch.  rg



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