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Kreiswerke erhöhen ab 1. Januar den Grundpreis für Trinkwasser

Main-Kinzig-Kreis

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    Laut Berechnungen der Kreiswerke steigt der Kostenaufwand für eine durchschnittliche Familie in einem Einfamilienhaus von 390,02 Euro auf insgesamt 428,54 Euro brutto im Jahr. Grafik: PM

Main-Kinzig-Kreis. Wie die Kreiswerke Main-Kinzig in einer Pressemitteilung schreiben, erhöhen sich zum 1. Januar 2019 die Preise für das Grundwasser. Die Preisanhebungen seien eine Reaktion auf Kostensteigerungen für Baumaßnahmen und notwendige Investitionsvorhaben in der Trinkwasserversorgung.

Artikel vom 21. Dezember 2018 - 11:55

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Konkret steigt der Grundpreis für Wasserzähler von 7,49 auf 10,70 Euro brutto pro Monat für einen Standardzähler. Der verbrauchsabhängige Arbeitspreis bleibe hingegen stabil. Gleichzeitig sprechen die Kreiswerke eine Preisgarantie für die Trinkwasserversorgung bis Ende 2021 aus. Die Strompreise bleiben zum Jahreswechsel stabil.

Die Erhöhung des Wassergrundpreises um monatlich drei Euro netto beziehungsweise 3,21 Euro inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer bedeutet für ein Einfamilienhaus mit einem exemplarischen Wasserverbrauch von 12 500 Litern im Monat beziehungsweise 150 Kubikmetern pro Jahr eine Preissteigerung von 38,52 Euro auf insgesamt 428,54 Euro brutto im Jahr. Das sind laut Beispielrechnung der Kreiswerke tägliche Mehrkosten von zehn Cent für einen solchen Haushalt, also 9,9 Prozent.

Kosten auf Verbraucher umgelegt

Ein wesentlicher Grund für diesen Schritt seien laut Bernd Schneider, Geschäftsführer des regionalen Wasserversorgers aus Gelnhausen, unter anderem die deutlich gestiegenen Kosten für die Durchführung von Baumaßnahmen. Insgesamt halte das Unternehmen aktuell rund 35 000 Hausanschlüsse und ein Leitungsnetz von rund 1100 Kilometern in Stand. Das Leitungsnetz wachse zudem stetig, da jährlich neue Baugebiete erschlossen würden.

Die Kosten für die Bereitstellung der Infrastruktur, also für die Erweiterung, Instandhaltung und Erneuerung des Netzes sowie der Gewinnungsanlagen werden im Wesentlichen über den Trinkwasserpreis auf alle Verbraucher umgelegt. Die fortwährende Niedrigzinsphase habe dabei nicht nur zu mehr Erschließungsmaßnahmen geführt, sondern vor allen Dingen auch zu einer erhöhten Nachfrage nach Bauleistungen und damit zu steigenden Preisen. So seien alleine die Tiefbaukosten für Netzanschlüsse in den letzten Jahren um rund 27 Prozent gestiegen und müssten entsprechend weitergegeben werden.

Qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung hergestellt

Ein weiterer Grund für die Erhöhung des Wassergrundpreises seien erforderliche Investitionen in das Wassernetz, um die Versorgung langfristig zu sichern und das Netz auch mit Blick auf kommende Generationen nachhaltig zu erneuern. „Im Idealfall müssten wir unser Netz einmal in 100 Jahren runderneuern. Das hieße, dass jährlich ein Prozent unserer gesamten Vermögenswerte im Netz reinvestiert werden müsste. Tatsächlich können wir auf Grundlage unserer aktuellen Preise nur eine Netzerneuerungsquote von 0,56 Prozent erreichen.“

Mit der anstehenden Preiserhöhung im Grundpreis für den Standardwasserzähler Qn 2,5 um 3,21 Euro steige diese Quote für das Jahr 2019 nun auf 0,82 Prozent und bewege sich damit perspektivisch in die richtige Richtung. Mit den zusätzlichen Erlösen schaffe man neben der kontinuierlichen Erneuerung des bestehenden Netzes auch die Grundlage, die Versorgung der expandierenden Gemeinden im Netzgebiet mit einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung sicherzustellen.

Im heißen Sommer zusätzlich Wasser eingekauft

Aber auch klimatische Veränderungen führten zu neuen Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung und zu weiter steigendem Bedarf. Mittlerweile könne man nicht mehr ausschließen, dass der Klimawandel auch hier spürbare Auswirkungen auf die Grundwasserpegel und die Grundwasserneubildung haben könnte.

Im heißen Sommer 2018 konnten die Kreiswerke Main-Kinzig unter anderem durch den verstärkten Zukauf von Trinkwasser die Versorgung sicherstellen, wodurch auch die externen Bezugskosten anstiegen. Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen stehen unter anderem mit der grundhaften Erneuerung des Brunnens in Roßdorf sowie der Quellfassung der Müllerquelle Lützel wichtige Investitionsvorhaben an, um auch in Zukunft die Versorgung im Netzgebiet der Kreiswerke Main-Kinzig sicherstellen zu können.

Das sagte der Geschäftsführer

Geschäftsführer Bernd Schneider erläutert, dass das Unternehmen zudem seine Prozesse regelmäßig kritisch analysiere, um noch effizienter zu arbeiten. Der hohe Bereitstellungsaufwand für die Infrastruktur und daraus resultierende Kostensteigerungen könnten durch interne Optimierungen jedoch nicht kompensiert werden.

Für Geschäftsführer Bernd Schneider zeige der regionale Versorger mit dieser Preiserhöhung, dass er seinen Versorgungsauftrag ernst nehme: „Preiserhöhungen sind nie populär. Erforderliche Investitionen aufzuschieben und möglicherweise nachfolgende Generationen damit zu belasten, stellt aus unserer Sicht keine Alternative dar“. zeh



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