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Busverkehr: Viabus zieht sich aus Nidderau und Selbold zurück

Main-Kinzig-Kreis

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    Fahrzeuge des Betreibers Viabus aus Speyer halten am Mittwoch an der Ringstraße in Langenselbold. Seit fast einem Jahr lag die Prüfung der Linienvergabe bei der Vergabekammer des Regierungspräsidiums Darmstadt. Nach Rückzug von Viabus werden hier ab dem 3. Februar 2019 wieder Busse des Langenselbolder Unternehmens Heuser verkehren. Foto: Häsler

Region Hanau. Der Betrieb auf den Buslinien im Bereich Nidderau und Langenselbold/Gelnhausen ist überraschend neu vergeben worden. 

Artikel vom 05. Dezember 2018 - 11:40

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Wie der Main-Kinzig-Kreis am Mittwoch mitteilte, steht das Unternehmen BRH Viabus GmbH aus Speyer, das vor einem Jahr in beiden Fällen den Zuschlag erhalten hatte, nicht mehr zur Verfügung. Die betroffenen Linien werden ab Februar 2019 von den ursprünglichen Firmen Heuser und Stroh betrieben.

„Wir haben die offizielle Mitteilung erhalten, dass die Firma ihr Angebot nicht aufrecht erhält und aus dem Wettbewerb ausscheidet“, so Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (CDU) zu Viabus. „Wir arbeiten nun gemeinsam mit Hochdruck daran, dass zum 3. Februar 2019 der Betrieb in den Bereichen Nidderau und Langenselbold/Gelnhausen neu aufgestellt wird.“

Verantwortliche Betreiber sind dann die Zweitplatzierten aus dem Vergabeverfahren, die Bietergemeinschaft VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH und DeinBus Verkehrs-GmbH (Linienbündel 6 Teil 2) sowie die Stroh Bus-Verkehrs GmbH (Linienbündel 2). 

Aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit der Bietergemeinschaft DeinBus/VBN werde auch das Unternehmen Heuser aus Langenselbold zukünftig wieder im Linienbündel 6 unterwegs sein, informiert die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG). Bis jedoch alle Rahmenbedingungen festgelegt seien und die gewünschte Qualität geliefert werden könne, seien noch einige Vorbereitungen nötig. So bittet die KVG um Verständnis, dass die neuen Betreiber aufgrund der kurzen Vorlaufzeit vorübergehend mit älteren Fahrzeugen die Leistung erbringen müssten.

Dass das Unternehmen BRH Viabus GmbH den Zuschlag für die vom Main-Kinzig-Kreis ausgeschriebenen Linienbündel erhalten hatte, löste in der gesamten Region Protest bei Fahrgästen und Politikern aus (wir berichteten mehrfach). Die Firmen Heuser und Stroh hatten Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt, weshalb es zunächst nur zu einer Interimsvergabe an Viabus gekommen war. Das Verfahren lag seit fast einem Jahr zur Prüfung bei der Vergabekammer des Regierungspräsidiums in Darmstadt. 

Nach der Aufnahme des Interimsbetriebs durch Viabus zum 24. Juni 2018 kam es zu einer Serie von Pannen. Fahrgäste übten vor allem Kritik an den eingesetzten Fahrern wegen mangelnder Sprach- und Ortskenntnisse. Teilweise wurden Schüler auf offener Strecke auf die Straße gesetzt oder an der Haltestelle stehen gelassen. 
Die neue Entwicklung bietet nach Ansicht des zuständigen Kreisverkehrsdezernenten Ottmann nun die große Chance, für die kommenden Jahre ein hochwertiges und sicheres Verkehrsangebot auf die Beine stellen zu können. „Wir haben in den vergangenen Monaten in mühevoller Arbeit immer wieder die Mängel dokumentiert und die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Qualitätskriterien gefordert“, berichtet er. 

Zudem habe die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig entsprechende Vertragsstrafen gezogen und die Zahlungen reduziert. „Dieses Vorgehen dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum Viabus als ursprünglich preiswertester Anbieter nun aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist“, heißt es in der Mitteilung des Kreises. Durch den Rückzug erhalten jetzt im Zuge des Vergabeverfahrens die zweitplatzierten Bewerber den Zuschlag.

jow



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