Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
Schneefall
0 ° C - Schneefall
» mehr Wetter

Prozess um Frontalzusammenstoß: Angeklagter uneinsichtig

Gelnhausen

  • img
    Im Januar soll der Angeklagte mit seinem BMW auf rutschiger Fahrbahn in den Gegenverkehr gekommen und in ein entgegenkommendes Auto gerammt sein. Der Fahrer bestritt diesen Tathergang vor Gericht bis zuletzt. Symbolfoto: Pixabay

Gelnhausen. Bis zum Schluss bestreitet ein 38-Jähriger, Schuld an einem Frontalunfall zu sein.

Artikel vom 29. November 2018 - 14:28

Anzeige

Von Andreas Ziegert

Ein Trümmerfeld fanden die Rettungskräfte im Januar auf der Landesstraße 3339 zwischen den Gründauer Ortsteilen Niedergründau und Lieblos vor. Auf Höhe des Abzweigs zur Bergkirche Niedergründau waren zwei Fahrzeuge frontal ineinander gerauscht, vier Personen wurden verletzt, der mutmaßliche Verursacher aus Gründau wachte schwer verletzt im Krankenhaus wieder auf. Vor dem Amtsgericht Gelnhausen akzeptierte der 38-Jährige eine Geldbuße in Höhe von 750 Euro, behauptete allerdings bis zum Verhandlungsende: „Ich bin nicht in den Gegenverkehr geraten.“

Der Unfall ereignete sich am 6. Januar gegen 12.20 Uhr. Es hatte zu diesem Zeitpunkt zwar nicht geregnet, die Fahrbahn war allerdings wohl rutschig. Zumindest lässt sich das aus den Schilderungen eines 47-jährigen Familienvaters entnehmen, der mit Frau und Kind auf Einkaufstour in Richtung Lieblos war.

„Er ist uns auf unserer Fahrspur entgegengerutscht“, sagt der 47-Jährige und meint damit den Angeklagten. Der Familienvater habe noch versucht, nach rechts ins Feld auszuweichen, konnte den Zusammenprall aber nicht verhindern. Auch seine 41-jährige Ehefrau bestätigte dieses Unfallgeschehen.

Die Polizei kam noch vor Ort zum gleichen Schluss: Der BMW des Angeklagten war vorne rechts beschädigt, der Mercedes des Familienvaters vorne links. Demnach rutschte der 38-Jährige quer in den Gegenverkehr, so die Berechnungen der Polizei. Auf die Hinzuziehung eines Gutachters wurde – offenbar aufgrund des vermeintlich klaren Sachverhaltes – verzichtet.

Der Angeklagte und sein Verteidiger wollten aber auf einen anderen Unfallverlauf hinwirken. Demnach hätte der BMW nach rechts ausbrechen müssen, wenn er tatsächlich ins Rutschen gekommen wäre. Der Kontakt mit dem Gegenverkehr sei somit nur auf der Fahrspur des Angeklagten möglich gewesen.

Gericht und Staatsanwaltschaft folgten dieser Version allerdings nicht und rieten dem 38-Jährigen, den Einspruch gegen den zuvor schriftlich verhängten Strafbefehl zurückzunehmen. Der Angeklagte tat dies nach einer Rücksprache mit seinem Verteidiger schließlich auch. Die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 750 Euro ist damit rechtskräftig.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.