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Gericht stellt Trojaner-Prozess ein

Hanau/Gelnhausen/Gründau

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    (Symbolfoto)

Region Hanau. Mit einer Verfahrenseinstellung endete ein Prozess vor dem Amtsgericht Gelnhausen gegen einen Immobilienkaufmann aus Hanau. Dem 51-Jährigen war vorgeworfen worden, das in Gründau ansässige Unternehmen seiner Familie über einen längeren Zeitraum ausspioniert zu haben.

Artikel vom 15. November 2018 - 17:41

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Dabei sollte er einen Trojaner eingesetzt und sich somit Zugang zu internen Informationen beschafft haben. Der Angeklagte war zuvor aus der Firma ausgeschlossen worden, weil er ohne Wissen der übrigen Familienmitglieder eine Gaststätte vermietet und die Einnahmen für sich behalten haben soll.

Auch zivilrechtlich hatten sich die Geschwister bereits vor Gericht auseinandergesetzt, dabei hatte der 51-Jährige zweimal obsiegt.Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau sollte sich der Immobilienkaufmann nach seinem Ausschluss aus dem Unternehmen mit seinem noch vorhandenen Schlüssel Zugang zu den Büroräumen in Gründau verschafft haben und mittels eines Sticks eine Spionagesoftware auf mindestens einem Computer installiert haben.

Das Netzwerk soll vorher vom Angeklagten administriert worden sein, gefunden wurde der Trojaner bei der Installation eines neuen Virenprogrammes. Auch die Polizei entdeckte bei der Untersuchung der Festplatte einen so genannten „Key-Logger“, der in regelmäßigen Abständen ein Foto des Bildschirmes anfertigt und diese Dateien abspeichert.

Allerdings wurde dem 51-Jährigen noch mehr vorgeworfen: So sollte er die Firmenpost abgefangen und eine Überwachungskamera beschmiert haben, außerdem wurde am Auto seiner Schwester ein GPS-Sender gefunden, mit dem sich der Standort des Pkw ermitteln ließ. „Er hatte Kenntnis von Sachen, die konnte er nicht wissen“, waren seine Schwestern äußerst misstrauisch und ließen mehrfach die Schlösser am Unternehmen austauschen.

Für eine Verurteilung war die Beweislage zu dünn: Der Immobilienkaufmann aus Hanau schwieg die gesamte Verhandlung über, einen Nachweis, dass er tatsächlich die Spionagesoftware oder den GPS-Sender installiert hatte, ließ sich nicht erbringen.  az



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