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Stolz und Ottmann: "Gravierende Mängel bei Viabus"

MainKinzigKreis

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    Weiter in der Kritik: Das Unternehmen Viabus hat Linien übernommen und sorgt für Chaos. Foto: Jan-Otto Weber

Main-Kinzig-Kreis. Das Bus-Chaos zum Schulstart in den vergangenen Tagen im Altkreis Hanau wird zunehmend ein politisches Thema. Nach einem Sturm von Protesten sowie harsche Kritik von den Grünen im Kreistag (wir berichteten), hat der Kreisausschuss nun Stellung bezogen.

Artikel vom 10. August 2018 - 11:54

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„Das Thema hat für uns eine hohe Priorität, und wir nehmen die eingegangenen Beschwerden bei der Kreisverkehrsgesellschaft sowie bei den Kommunen und dem Kreis selbst sehr ernst. Genau aus diesem Grund steht die KVG auch fortlaufend in Verbindung mit den Busbetrieben, um mit Nachdruck einen reibungslosen Ablauf der Schülerbeförderung zu erreichen“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann in einer Pressemitteilung. Dabei sei es „selbstverständlich, dass sich die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) intensiv um die bestehenden Probleme kümmert und unter anderem mit dem Betreiber BRH Viabus für wirksame Verbesserungen sorgt“.

Insbesondere aus dem Altkreis Hanau gab es Beschwerden über Fahrtausfälle, Verspätungen sowie mangelnde Ortskenntnis der Fahrer. Auch habe es zwei „Zwischenfälle“ gegeben, dass Schulkinder nicht ordnungsgemäß befördert wurden. In Neuberg waren 18 Schüler „ausgesetzt“ worden, weil der Busfahrer offenbar die Route nicht kannte.

Eltern sind stinksauer

„Irrfahrten“ gab es ebenso in Nidderau und Hammersbach. Stinksauer sind indes die Eltern von Kindern, die die Kopernikusschule in Freigericht besuchen. Dort gab es trotz tropischer Temperaturen kein Hitzefrei, weil es angeblich keine Buskapazitäten mehr gibt und die KVG sich nicht in der Lage sah, Linienpläne zu ändern. Laut Stolz und Ottmann habe es „gravierende Mängel“ gegeben, die sich keinesfalls fort‧setzen dürfen. Der überwiegende Teil der täglich rund 14 000 Schüler sei allerdings ohne Umwege und Zeitverzögerungen ans gewünschte Ziel gekommen.

Die Fehlleistungen seien „mit den formulierten Qualitätsanforderungen nicht vereinbar“. „Da gibt es nichts zu beschönigen, und wir erwarten eine Beseitigung und Aufarbeitung der Mängel im Busverkehr“, so Stolz und Ottmann.

Konsequenzen werden juristisch geprüft

Dabei bringen der Landrat und der Verkehrsdezernent hinsichtlich der Betreiber mögliche Konsequenzen wie beispielsweise Rechnungskürzungen ins Spiel. Dies werde aktuell juristisch geprüft.

Zwar stellte der Schulstart sowohl für die KVG als auch für den neuen Betreiber wegen der kurzen Vorbereitungszeit – eine Folge der Interimsvergabe – eine große Herausforderung dar, doch damit könnten nicht alle Probleme relativiert werden.

Vergabeverfahren noch offen

Wie die Kreisspitze erklärt, würden die Vorfälle, Störungen und Probleme sehr gewissenhaft dokumentiert und ausgewertet. Allerdings müssen alle Beteiligten die äußerst unbefriedigende Situation des immer noch offenen Vergabeverfahrens für die betroffenen Linienbündel berücksichtigen.

Als kurzfristiges Instrument zur Qualitätssicherung haben Stolz und Ottmann die Kreisverkehrsgesellschaft beauftragt, in den kommenden Tagen zusätzliche Unterstützer auf den relevanten Linien einzusetzen. Beschäftigte der KVG werden in der aktuellen Anlaufphase vermehrt entsprechende Hilfestellung anbieten und Probleme lösen.
thb



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