Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
sonnig
26 ° C - sonnig
» mehr Wetter

ICE-Trasse: Reaktionen zur Entscheidung der Bahn

MainKinzigKreis

  • img
    Kaum hat die Bahn sich zu einer Entscheidung für die neue Strecke durchgerungen, gibt es erste Korrekturvorschläge. Im Mittepunkt steht dabei die Lärmbelastung entlang der geplanten Gleise. Foto: HA-Archiv

Main-Kinzig-Kreis. Die Bahn hat sich nach jahrelangen Diskussionen für eine von insgesamt acht Streckenvarianten der neuen ICE-Trasse Hanau-Fulda entschieden – und damit zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Im Kreistag wartet bereits ein fraktionsübergreifender Forderungskatalog.

Artikel vom 18. Juni 2018 - 13:53

Anzeige

Im Rahmen des Dialogforums hatte die Bahn am Freitag bekannt gegeben, dass sie die Schienentrasse im Kinzigtal entlang der sogenannten Variante IV weiterverfolgen und ausbauen möchte (wir berichteten). Diese 44 Kilometer lange Strecke führt an Bad Soden-Salmünster und Schlüchtern vorbei. Zuvor bereits waren die Strecken durch den Spessart – der früheren „Mottgersspange“ – verworfen worden.

Landrat Thorsten Stolz (SPD), dessen Verwaltung seit Jahren an den Sitzungen des Dialogforums teilnimmt, kommentierte umgehend die Entscheidung der Bahn: „Der Main-Kinzig-Kreis nimmt das Ergebnis der Trassensuche zur Kenntnis und wird sich die Begründung für die Trasse IV im Detail anschauen und bewerten.“

Alle Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden
Weil diese Entscheidung „in weiten Teilen der vom Ausbau betroffenen Städte und Gemeinden Verunsicherung und Ängste auslösen“ werde, erhebe der Kreis die Forderung, dass „alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssen, um die Bürger entlang der Trasse IV kurz- wie langfristig vor Lärmbelastung zu schützen“. Stolz erinnert dabei vor allem an die Versprechen der Bahn „alle Anrainerkommunen entlang der Neubau- wie auch der Bestandsstrecke durch modernste Lärmschutzmaßnahmen zu entlasten“.

„Nur wenn die Menschen in unserem Kreis vom Ausbau der Bahnstrecke direkt profitieren, wird der Bahnausbau auch dauerhaft Akzeptanz finden“, so der Landrat in einer Pressemitteilung.

Die Versprechen der Bahn beinhalte auch die Herstellung der Barrierefreiheit an den Bahnhöfen. Im Vordergrund stehe jedoch „die Verpflichtung, die Belastung der betroffenen Menschen, vor allem durch Lärm und Erschütterungen, in einem vertretbaren Rahmen zu halten“.

Schönecks Bürgermeister fordert Änderungen
Für die Stadt Schlüchtern bedeutet die Entscheidung erhebliche Einschnitte. „Ich habe in den vergangenen Tagen ernste Gespräche mit der Bahn geführt und massiv darauf hingewiesen, dass dringend zahlreiche Änderungen zugunsten der Bürger vorgenommen werden müssen“, sagte Bürgermeister Matthias Möller in einer Stellungnahme.

„Es besteht bei der Streckenauswahl von unserer Seite erheblicher Korrekturbedarf, der auch in das Raumordnungsverfahren einfließen wird. Hier werden wir zahlreiche Änderungswünsche einbringen, die wir mit fachlichem Rat erarbeiten werden. Im Planungsverfahren gibt es viel rauszuholen. Das haben uns die Bahnvertreter zugesichert.“

Gleichzeitig zeigte sich der Schlüchterner Bürgermeister kämpferisch: „Wir lassen nichts unversucht, um die Bürger vor Beeinträchtigungen zu schützen. Die Vertreter der Bahn werden weiterhin merken, dass sie es mit uns nicht leicht haben. Wir werden kämpfen!“

Zehn-Punkte-Forderungskataloh
Bereits vor der Entscheidung hatte sich im Kreistag eine große Phalanx gebildet, wie die Fraktionsvorsitzenden Klaus Schejna (SPD), Michael Reul (CDU), Reiner Bousonville (Bündnis 90/Grüne), Kolja Saß (FDP), Heinz Breitenbach (Freie Wähler) und Andreas Müller (Die Linke) in einer gemeinsamen Pressemitteilung ankündigten. So haben die Fraktionen für die Kreistagssitzung am Freitag, 22. Juni, einen gemeinsamen Antrag eingebracht, in dem Bund und Bang zum „größtmöglichen Lärmschutz“ an der Bestands- und Neubaustrecke aufgefordert werden. Dazu ist ein zehn Punkte umfassender Forderungskatalog aufgestellt worden.

„Die Bürger sind durch die zentrale Lage der Region und durch überörtliche Infrastruktursituationen wie Bundesautobahnen, den Flugverkehr sowie den Betrieb der Bestandsstrecke der Bahn schon heute erheblichen Lärmbelastungen ausgesetzt. Insofern ist es nicht nur notwendig, sondern muss als deutliches Signal sowohl an die Bahn als auch an die Bundesregierung ergehen, dass weitere Belastungen weder zumutbar noch akzeptabel sind.“, heißt es zur Begründung.  thb

 



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.