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"MKK schreibt": Finale findet heute statt - HA-Team hat geübt

MainKinzigKreis

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    Wenn die Teilnehmer heute an den Start gehen, zählt nur die Leistung des Einzelnen. Im Duden nachschlagen oder abschreiben gilt nicht. Foto: Gepperth

Main-Kinzig-Kreis. Das Finale des vom HANAUER ANZEIGER initiierten Diktatwettbewerbs „MKK schreibt“ findet heute statt. Mit dabei neben Schulen aus dem Main-Kinzig-Kreis und Hanau ist auch ein HA-Team, bestehend aus
Redakteuren und Lesern. Und die sind natürlich top motiviert und haben fleißig geübt.

Artikel vom 01. März 2018 - 11:54

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Von Elfi Hofmann

„Ich habe auf der Internetseite einige Übungen gemacht, das sah schon ganz gut aus“, erzählt HA-Redakteurin Jutta Degen-Peters. Nur bei der Getrennt- und Zusammenschreibung hapert es, da ist sie sich nie so wirklich sicher. Aber manchmal gehen auch beide Varianten, im Zweifel verlässt sie sich dann auf ihren gesunden Menschenverstand. Und der täuscht einen ja selten.

Wobei: Im Zuge der Rechtschreibreform wurden viele unsicher. Maren Schmidt, die das HA-Team unterstützt, dachte damals zum Beispiel, dass das scharfe s komplett abgeschafft wird. Der Eindruck konnte damals tatsächlich entstehen. „Ich habe es dann eine Zeit lang an jeder Stelle, also auch nach einem gedehnten Vokal, durch zwei s ersetzt“, erinnert sie sich.

Kritische Worte über die Reform
Bei vielen Wörtern ist sie sich bis heute unsicher: „Was man in der Kindheit lernt, lässt sich nicht so leicht durch eine Veränderung ersetzen.“ Ähnlich geht es auch Frank Lehmann. Der Wirtschaftsjournalist sieht in der Reform „großen Mist“, der auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wurde.

Doch wie war das eigentlich damals mit Diktaten, bevor sich schlaue Köpfe ausdachten, die Regeln zu vereinfachen und dabei so einige vor den Kopf stießen? Landrat Thorsten Stolz hatte zumindest nie Angst vor der Herausforderung, möglichst fehlerfrei das Diktierte aufs Blatt zu bringen. Aufgeregt war er aber trotzdem meistens. „In Deutsch war das entspannter bei mir als in anderen Fächern. Deutsch gehörte zu meinen Lieblingsfächern“, erinnert er sich.

„Wir sind nie richtig Freunde geworden.“ 
Schaut er sich seine Noten von damals an, scheint sich die Entspannung auch auf das Ergebnis ausgewirkt zu haben, denn meistens stand laut Stolz ein „sehr gut“ oder „gut“ im Zeugnis. Was man über das Fach Französisch allerdings nicht sagen könne: „Wir sind nie richtig Freunde geworden.“ Das ist heute allerdings egal, denn das Diktat wird komplett auf Deutsch geschrieben. Wobei, vielleicht findet sich auch das eine oder andere eingedeutschte Wort?

Frank Lehmann hat im Gegensatz zum Landrat weniger gute Erinnerungen an die Schulzeit. Der Berliner kam 1954 nach Frankfurt und besuchte dort die Ziehenschule, damals das strengste und härteste Gymnasium. „Der 'freche Berliner' brach dann ein“, erzählt er. In Deutsch sei er noch mit der Note „ausreichend“ durchgekommen, dank Mathe und Latein musste er allerdings die sechste Klasse wiederholen. „Bei Aufsätzen hieß es oft, dass ich das Thema verfehlt habe“, erinnert er sich. „Fantasievoll und blumenreich“ seien seine Formulierungen gewesen. Wie man sieht, irren auch Lehrer, schließlich war Lehmann neben diversen anderen Jobs Leiter der Hessenschau. Schreiben muss er beim Diktatwettbewerb diesmal nicht, er wird den Text vorlesen.

Leserin berichtet von ihrer Schulzeit
Maren Schmidt fand Diktate immer klasse. Aufgeregt sei sie aber besonders bei ungeübten Diktaten gewesen. „Ich konnte mir in meiner Schulzeit Geschriebenes ganz gut merken – und damit auch die Rechtschreibregeln“, erzählt sie. Dass die Schüler zu Beginn der Grundschule nach Gehör schreiben dürfen – das findet die HA-Leserin weniger gut, passieren doch gerade bei rechtschreibschwächeren Schülern so später viele Fehler.

Apropos Fehler: Noch nie hat es ein Teilnehmer des Diktatwettbewerbs geschafft, komplett fehlerfrei zu bleiben. Spitzenreiterin ist bis jetzt eine Frau aus Frankfurt, die vier Wochen täglich geübt habe und dann mit zwei Fehlern als Siegerin hervorging und damit den bundesweiten Rekord hält.

Ob einer der teilnehmenden Schüler oder sogar ein Mitglied des HA-Teams diese Leistung überbietet, stellt sich heute ab 17 Uhr heraus. Aber egal, wie viele Fehler gemacht werden: Der Spaß steht im Vordergrund.



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