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Diktatwettbewerb: Harte Nüsse im Text für „MKK schreibt“

MainKinzigKreis

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    Grammatik und Rechtschreibung müssen nicht trocken sein. Beim Treffen der Organisatoren des Diktatwettbewerbs „MKK schreibt“ brachten so einige Stolpersteine der deutschen Sprache die Beteiligten zum Lachen. Foto: Bellack

Hanau. Die Teilnehmer des vom HANAUER ANZEIGER initiierten Diktatwettbewerbs „MKK schreibt“ können sich schon einmal warm anziehen. Der Diktattext hat es wahrlich in sich, das bestätigt auch die renommierte Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, mit der unsere Zeitung den Wettbewerb ausrichtet.

Artikel vom 18. Januar 2018 - 10:29

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Von Michael Bellack

„Da sind schon ein paar harte Nüsse drin“, sagt Oliver Beddies, Projektleiter Bildung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt. Mehr verrät er aber nicht, schließlich herrscht bis zum Wettbewerbstag höchste Geheimhaltungsstufe. Als einer der wenigen durfte auch HA-Volontär David Kirchgeßner bereits einen Blick auf den Text werfen, schließlich ist er der Ansprechpartner unserer Zeitung für den Wettbewerb. Nur allzu gerne würde sich der eine oder andere Redakteur ebenfalls ein Bild vom Diktat machen. Das ist aber tabu, denn unsere Redaktion tritt selbst mit einem Team an, und den Vorwurf der Vorteilsnahme will sich der HA nicht gefallen lassen.

Bevor es losgeht und am 1. März in der Karl-Rehbein-Schule in Hanau die Stifte gezückt werden, bedarf es noch einiger Vorbereitungen. HA-Verleger Thomas Bauer und Chefredakteur Robert Göbel luden daher zum Treffen in das Café Herrnmühle ein.

„Sprache ist ein Kulturgut, das uns vereint.“
Mit Blick auf die Kinzig wurden gemeinsam mit Christina Hehn-Reis von der Kathinka-Platzhoff-Stiftung, Sylvia Ruppel, Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis, und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck die Einzelheiten des Wettbewerbs besprochen. Mit dabei waren auch die stellvertretende Chefredakteurin Yvonne Backhaus-Arnold und David Kirchgeßner, Ansprechpartner beim HA für die interessierten und teilnehmenden Schulen.

Der Vertreter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, Oliver Beddies, informierte noch einmal über das Projekt und hob die Wichtigkeit der deutschen Sprache hervor: „Sprache ist ein Kulturgut, das uns vereint.“ Das werde im Schulwesen allerdings oft nicht hinreichend beachtet. Im Vergleich zu vielen Wettbewerben rund um Mathematik und Naturwissenschaften werde die deutsche Sprache wenig gefördert. „Für Menschen, die gut in Deutsch sind, gibt es kaum Wertschätzung. Das wird dann einfach so hingenommen“, so Beddies. Die Wertschätzung zu erhöhen, sei einer von vielen Gründen, weshalb die Stiftung den „Großen Diktatwettbewerb“ ins Leben gerufen habe.

Prominent besetzte Jury
Die Vorteile eines Diktats als Form eines Deutsch-Wettbewerbs sind dabei offensichtlich. „Jeder hat schon Diktate geschrieben und weiß, wie sie funktionieren. Die Teilnehmer kommen in den Raum und sind startklar“, sagt er.

Dass das Gefühl für die deutsche Sprache immer mehr abnimmt, haben auch die anderen Beteiligten der Runde festgestellt. „Man lässt Programme laufen, die alles selbst korrigieren, und denkt da nicht mehr drüber nach“, berichtet Sylvia Ruppel. Sie wird Teil der Jury sein, die die Diktate der Bewerber bewerten wird. Zu dieser gehören unter anderem Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Frank-Lorenz Engel, Intendant der Brüder-Grimm Festspiele.

Rechtschreibung verändert sich
Beddies' Schilderungen von den bisherigen Erfahrungen beim Diktatwettbewerb sorgten in der Runde für Schmunzeln. So müssen die Teilnehmer nach dem Diktat ihre Stifte tauschen, um die Korrektur mit einer anderen Farbe durchzuführen. In der Vergangenheit habe es laut Beddies auch nach dem Diktat nämlich noch den einen oder anderen Täuschungsversuch gegeben. Selbst mit verschiedenfarbigen Stiften waren die „Schummler“ schon ausgestattet.

Auch kommt es vor, dass findige Leser meinen, im korrekten Diktat noch einen Fehler gefunden zu haben. „Eine Dame rief an und sagte, sie hätte einen Fehler gefunden und bereits im Duden nachgeschaut. Sie war sich sehr sicher“, berichtet Beddies. Die Nachfrage, wie alt der Duden sei, ergab, dass es sich um ein Exemplar der achten Auflage handelt. „Damals waren wir aber schon bei Auflage 24“, so Beddies schmunzelnd. „Da hatte sich also schon einiges geändert.“

Gerade Journalisten sollten üben
Dass im Diktattext Fehler vorkommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Schließlich werden die rund 240 Wörter mehrfach von der Duden-Redaktion haargenau geprüft. Passend zu Hanau und der Region wird das humorvolle Diktat auch Bezüge zu den Brüdern Grimm enthalten. „Das lockert die Sache auf“, ist sich Robert Göbel sicher. So spreche man mehr Schüler an.

Auch der HA wird ein zehnköpfiges Team stellen, welches zu gleichen Teilen aus Redakteuren und Lesern besteht. „Das Interesse ist groß. Es haben sich schon einige Leser gemeldet“, berichtet Yvonne Backhaus-Arnold. Der Ehrgeiz in der Redaktion ist ebenfalls groß. Es wurde bereits ein intensives Training angekündigt. Weiteren Ansporn lieferte Beddies, der sich eine kleine Spitze in Richtung schreibende Zunft nicht verkneifen konnte: „Wir hatten schon einmal ein Journalistenteam dabei – und das hat nicht besonders gut abgeschnitten.“

Die Teams
Die ersten Schulen haben sich bereits angemeldet, allen voran die Karl-Rehbein-Schule, in deren Räumlichkeiten das Diktat geschrieben wird. Noch bis Montag, 22. Januar, können sich interessierte Schulen anmelden. Wer Interesse daran hat, unser Team bei „MKK schreibt“ mitzuvertreten, schreibt eine Mail mit dem Stichwort „Diktatwettbewerb“ an chefredaktion@hanauer.de.

Alle weiteren Informationen zum Ablauf des Wettbewerbs gibt es auf der Homepage von www.mkk-schreibt.de.



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