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Aloys Lenz: Verzichtet auf "CDU-Landratskandidaten"

MainKinzigKreis

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    Aloys Lenz gibt der CDU einen Rat: Sie soll keinen eigenen Landratskandidaten stellen. Archivfoto: Privat

Main-Kinzig-Kreis. Nachdem es der Kreis-CDU nach monatelangen Bemühungen nicht gelungen ist, aus den eigenen Reihen einen Bewerber für die Landratsposition zu finden, hat der frühere CDU-Kreisvorsitzende Aloys Lenz einen Rat für seine Parteifreunde: Die CDU soll auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten verzichten.

Artikel vom 07. August 2016 - 18:53

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Der frühere CDU-Kreisvorsitzende (1990  bis 1996) und jahrzehntelange Kreistagsabgeordnete (1972 bis 2006) Aloys Lenz weiß, wovon er spricht, wenn er den Spitzen seiner Partei einen klugen Rat gibt:  „Verzichtet auf die Nominierung eines eigenen CDU-Landratskandidaten, um eine voraussehbare Niederlage zu verhindern.“

Nachdem es der Parteiführung nach monatelangen Bemühungen nicht gelungen ist, aus den eigenen Reihen einen Bewerber für die Landratsposition zu finden und der Wunschkandidat der SPD dagegen schon seit Wochen erfolgreich durch die Lande zieht und um Stimmen wirbt, sollte man auf Seiten der CDU die Situation realistisch betrachten.

"Mehr als enttäuschend"
„Es ist mehr als enttäuschend, wenn aus der ersten Reihe der Partei niemand den Mut hat, als Landratskandidat anzutreten. Wer sich für ein Spitzenamt in der Partei hat wählen lassen, müsste auch die Verantwortung und die Courage übernehmen, sich im Interesse der Partei für das höchste kommunale Wahlamt zur Verfügung zu stellen“, erklärte Lenz in einer Mitteilung.

Dies gelte vor allem für den Kreisvorsitzenden Heger genauso wie für den Fraktionsvorsitzenden Reul, aber auch für den Spitzenkandidaten der Kreistagsliste. Dies sei man der Basis notwendigerweise schuldig, schließlich habe man ihr bei der eigenen Kandidatur wortreich versprochen, engagiert für die Ziele der Partei zu kämpfen. Bisher gab es für die Parteimitglieder keine einleuchtenden und nachvollziehbaren Argumente, warum man sich nicht für diese Kandidatur zur Verfügung stellt. Dazu gehört natürlich auch, sich den Strapazen eines oft anstrengenden monatelangen Wahlkampfs in 29 Städten und Gemeinden zu unterziehen.

Zeit für Wahlkampf viel zu kurz
„Da dies so ist“, erläuterte Lenz weiter, „dürfe man aber jetzt nicht den Fehler begehen, irgendjemanden aus der dritten oder vierten Reihe zu überreden, als CDU- Landratskandidat anzutreten. Das mag für denjenigen schmeichelhaft sein, für die Partei aber sicher nicht erfolgversprechend. Genauso ratsam ist es,  keinen Auswärtigen einzuwerben  – die Auswirkungen dafür sind hinreichend bekannt.“ 

 


Darüber hinaus sei auch die Zeit für einen noch nicht einmal nominierten unbekannten CDU-Bewerber bis zur vorgesehenen Landratswahl im Januar viel zu kurz, um erfolgreich und überzeugend für sich und die Partei zu werben und bekannt zu werden.

Lenz hat wenig Verständnis für Vorgehen
Nicht verständlich ist es für Lenz, dass die derzeitigen Spitzenfunktionäre der Kreis-CDU nicht den strategischen Überlegungen ihres früheren Kreisvorsitzenden Peter Tauber folgen. Der hatte im Jahre 2011 als Gelnhäuser  Parteivorsitzender  bei der Bürgermeisterwahl keinen CDU-Gegenkandidaten zum SPD-Amtsinhaber Stolz aufgestellt, obwohl die CDU jahrzehntelang stärkste Kraft in der heutigen Kreisstadt war und in dieser Zeit auch immer den Bürgermeister stellte.

„Dies resultierte sicher aus weitreichenden langfristigen strategischen Analysen“, so Lenz.  Da es sich zufälligerweise um die gleiche Person handelt, liegt es nahe, auch gegen den selbstbewussten und stolzen SPD-Landratskandidaten keinen für die Bevölkerung unbekannten  und weniger qualifizierten CDU-Kandidaten aufzustellen.

Kosten würden entfallen
„Im Übrigen“, so Lenz abschließend, „könne die Kreispartei damit auch durch den dann überflüssigen Wahlkampf  einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag an Kosten einsparen, den sie in der derzeitigen Situation sicher gut gebrauchen kann. Sie sollte selbstbewusst nach vorne schauen.“



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