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Nach Bombenfund: Evakuierung in Wolfgang begann um 8.30 Uhr

Hanau-Wolfgang

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    In einem Radius von 1000 Metern um den Fundort auf der ehemaligen Pioneer-Kaserne in Wolfgang wird evakuiert. Karte: PM

Wolfgang. Hanau steht am Freitag eine der größten Evakuierungen der jüngeren Vergangenheit bevor. Tausende Menschen in Wolfgang und angrenzenden Teilen von Hanau müssen nach einem Bombenfund auf dem Gelände der ehemaligen Pioneer-Kaserne ihre Wohnungen verlassen. 

Artikel vom 22. November 2018 - 22:14

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Von Christian Dauber

Die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Donnerstagmittag bei Kanalbauarbeiten entdeckt worden. Der Kampfmittel-Räumdienst will um 13 Uhr mit der Entschärfung beginnen. Zuvor müssen alle Menschen im Umkreis von 1000 Metern aus Sicherheitsgründen aus den Wohnungen. Um dies zu gewährleisten, werden Feuerwehr und Polizei an allen Wohnungen klingeln, erläuterte Stadtsprecher Joachim Haas-Feldmann auf Nachfrage unserer Zeitung am Donnerstagabend.

In dem betroffenen Bereich seien 5600 Menschen gemeldet. Die Feuerwehr rechne damit, dass rund 40 Prozent von ihnen evakuiert werden müssten – der Rest sei möglicherweise ohnehin schon auf dem Weg zur Arbeit oder nicht zu Hause anzutreffen, so Haas-Feldmann.

5600 Menschen betroffen

Evakuiert werden muss nach Angaben von Stadt und Feuerwehr der gesamte Stadtteil Wolfgang. Auch die Flüchtlingsunterkunft auf Sportsfield Housing muss geräumt werden. 860 Geflüchtete, darunter 50 Kinder, sollen aus der Erstaufnahmeeinrichtung gebracht werden. Diese ist in einen städtischen und einen Bereich des Landes Hessen unterteilt.

Busse der Hanauer Straßenbahn sollen die Menschen in die Lindenauhalle nach Großauheim bringen, wo sie versorgt würden. Dort seien wegen einer Veranstaltung am Wochenende Tische und Stühle gestellt, deswegen habe sich die Halle als Notunterkunft angeboten. Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, soll laut Stadtsprecher Haas-Feldmann zusätzlich das Foyer der August-Schärttner-Halle genutzt werden. Die Halle selbst könne nicht in der Kürze der Zeit hergerichtet werden.

Schulen und Kitas bleiben zu

Wie die Stadt in einer Mitteilung erklärte, müssen heute die Robinson- und die Elisabeth-Schmitz-Schule, ebenso die städtischen Kinder-Tagesstätten Old Argonner, Wolfgang, Sportsfield und die Betriebs-Kita Umicore Kids geschlossen bleiben. Wie der bei der Feuerwehr aktive Großauheimer Ortsvorsteher Reiner Dunkel am Abend bei der Ortsbeiratssitzung erläuterte, sind auch das Unternehmen Dunlop, Teile des Industrieparks Wolfgang mit Evonik sowie das Einkaufszentrum am Argonner Park betroffen. Die Feuerwehr treffe sich bereits ab 6.30 Uhr, um die Aktion vorzubereiten.

Verkehrschaos droht

Auswirken wird sich die Bombenentschärfung auf den gesamten öffentlichen Verkehr, der in dem Bereich zum Erliegen kommen dürfte. Ab 12.30 Uhr wird laut Mitteilung die Bundesstraße 43a von der Abfahrt Hanau-Hafen bis zur Abfahrt Hanau-Wolfgang und umgekehrt gesperrt. Der Verkehr soll abgeleitet werden.

Der Verkehr von Stadt- und Regionalbussen wird laut Stadt ab 11.30 Uhr eingestellt; es gibt keine Ersatzstrecken. Auch im Bahnverkehr muss mit massiven Behinderungen gerechnet werden, da kein Zug den Fundort passieren darf. Betroffen ist laut Mitteilung der Bahnverkehr auf den Strecken Hanau–Fulda und Hanau–Friedberg.

Bürgertelefon geschaltet

Bei Rückfragen ist das Bürgertelefon der Stadt Hanau unter 0 61 81/6 76 41 17 geschaltet. Dorthin sollen sich laut Stadt auch Hilfsbedürftige wenden, die selbständig nicht ihre Wohnung verlassen können.

Der Fundort der Weltkriegsbombe liegt auf Triangle Housing. Das Gebiet wird als erster Teil des ehemaligen Kasernenareals zu Wohnraum umgewandelt. Künftig sollen in dem neuen Quartier auf Pioneer rund 5000 Menschen leben.

Ab 8.30 Uhr informieren wir Sie auch in einem Liveblog über die aktuellen Entwicklungen.



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