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Großauheim erinnert an jüdische Gemeinde

Großauheim

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    Auch in Großauheim wurde der Opfer der Reichspogromnacht gedacht. Foto: Habermann

Großauheim. Auch in Großauheim hält man zur Reichspogromnacht einen Moment inne.

Artikel vom 12. November 2018 - 13:25

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Von Rainer Habermann

Jüdische Gemeinden gab es bis in die 1930er Jahre in einer Vielzahl von Städten und Dörfern Deutschlands und Europas. Sie hatten ihre jahrhundertealten Wurzeln, mindestens aber seit dem 9. Jahrhundert nach Christus, durchaus wechselhaft in allen Regionen des Kontinents. Bis zur „endgültigen“ Zäsur auf deutschem Grund und Boden: dem 9. und 10. November 1938, der „Reichskristallnacht“.

Auch an Großauheim machten die Nazis keinen Halt, wenngleich das frühere Dorf und der heutige Hanauer Stadtteil eine vergleichsweise kleine jüdische Gemeinde beheimatete. An rund 13 jüdische Mitbürger, ihre Familien und ihre Kinder, erinnert heute eine Gedenktafel an der „Alten Schule“ des Stadtteils, dem Hans-Gruber-Platz. Das Gebäude beherbergte seit 1934 auch das Rathaus Großauheims.

„Soweit es ihnen nicht möglich war, Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg zu verlassen, wurden Juden in ihrer Freiheit total eingeengt, oft in den Freitod getrieben, schließlich systematisch deportiert und in Konzentrationslagern ermordet“, heißt es ähnlich lautend auf der Gedenktafel.

Am vergangenen Samstag, dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome des Jahres 1938, gedachten hier Dr. Manfred Greb und Steffen Schleicher, neben dem Großauheimer Ortsvorsteher Reiner Dunkel, dem Gräuel und dem daraus folgenden Völkermord an Juden jener Tage. Zahlreiche Bürger nahmen an der Gedenkveranstaltung teil, die ihren Symbolcharakter aus dem Erinnern, aber auch aus dem Nicht-Vergessen trägt.

Die Namen der jüdischen Mitbürger mögen für das Erinnern sprechen: Heinrich Baum, seine Frau Käthe, sein Sohn Erich, Gertrud Becker, Mayer Hirschmann, seine Frau Ida, die Söhne Heinz, Paul Ludwig und Lothar, Albert Mayer und seine Frau Lina, sowie Dr. med. Max Rothschild und seine Frau Nanny.



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