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Das sieht der Bebauungsplan für die Pioneer-Kaserne vor

Hanau-Wolfgang

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    Im "Triangle Housing" drehen sich bereits die Kräne, die ersten Gebäude sind entkernt und eingerüstet. Foto: PM

Wolfgang. Elf Aktenordner, mehrere tausend Seiten – der Bebauungsplan Nummer 1106 für die Entwicklung der ehemaligen Pioneer-Kaserne ist laut Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky „einer der anspruchsvollsten der letzten Jahre“. 

Artikel vom 18. Oktober 2018 - 10:18

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Wolfgang. Anzahl und Komplexität der hier zu bewertenden und zu bewältigenden Fachthemen seien außergewöhnlich und bildeten fast das gesamte denkbare Spektrum ab, erklärte der OB in der Struktur- und Umweltausschusssitzung, in der der Bebauungsplan vorgestellt wurde.

Der Bebauungsplan bildet die Grundlage für ein Projekt, das der Stadtchef als „Stadtquartier der Zukunft, die Stadt von übermorgen“ bezeichnete. „Mit dem Pioneer Park Hanau schaffen wir mit städtebaulichem Pioniergeist ein klimafreundliches und nachhaltiges Wohngebiet mit außergewöhnlichen Qualitäten, das die Vorteile von historisch Gewachsenem, moderner Architektur und innovativen energetischen Konzepten verbindet“, so Kaminsky weiter in einer städtischen Pressemitteilung.

"Außergewöhnliches Tempo"

In den rund 1600 Wohneinheiten auf dem etwa 50 Hektar großen Areal der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang sollen einmal 4000 bis 5000 Menschen leben. Die Projektentwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau, die von der der DSK | BIG Gruppe und der städtischen BAUprojekt Hanau GmbH gegründet worden ist, beziffert die Gesamt-Investitionssumme auf etwa 500 Millionen Euro.

Nur eineinhalb Jahre nach der Gründung der Gesellschaft steht nun der Bebauungsplan – ein außergewöhnliches Tempo, wie Planer, Entwickler und Fachleute unisono bemerkten. Zuletzt waren die bisherigen Planungen nochmal überarbeitet worden, weil die neue Gebietskategorie „Urbanes Quartier“ gegenüber der im Sommer vorgestellten Pläne ausgeweitet wurde.

„Der Pioneer Park soll keine reine Schlafstadt werden, sondern ein lebendiges Quartier, das sich durch kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit auszeichnet“, erläutert Martin Bieberle, Fachbereichsleiter Bauen, Planen & Umwelt der Stadt. Das „Urbane Quartier“, das gegenüber dem reinen Wohngebiet auch die Ansiedlung von kleineren Dienstleistungs- oder Nahversorgungsbetrieben ermöglicht, wurde auf das Teilgebiet „Triangle Housing“ ausgeweitet und umfasst nun den gesamten südlichen Teil des Pioneer Park Hanau. Abgesehen von den fünf westlichen Brüdern, deren Umfeld – wie bisher geplant – als Gewerbegebiet ausgewiesen wird und für Dienstleistung vorgesehen ist. Für den nördlichen Teil des Areals sieht der Bebauungsplan ein klassisches Wohngebiet vor.

„So eine zielorientierte Zusammenarbeit mit einer Kommune habe ich noch nie erlebt“, lobte Dr. Marc Weinstock, Geschäftsführer der LEG Hessen-Hanau und Geschäftsführender Gesellschafter der DSK | BIG Gruppe die große Erfahrung der Stadt bei der Konversion von militärischen Flächen. Mit dem Pioneer Park Hanau solle Wohngebiet realisiert werden, das vielfältig, fortschrittlich und nachhaltig sei. Und das in einem sehr hohen Tempo. 

Rund 90 Prozent der für Bauträger vorgesehenen Flächen seien bereits verkauft. Von den 372 grundsanierten Wohnungen, die im „Triangle Housing“ unter der Überschrift „Bezahlbares Wohnen – im Eigenheim“ entstünden und für Preise ab 2000 Euro pro Quadratmeter angeboten würden, sei rund die Hälfte bereits fest reserviert. 

Die bauvorbereitenden Maßnahmen auf dem Gelände laufen bereits auf Hochtouren. Die Entkernung erster Gebäude im Triangle-Bereich schreitet seit mehreren Wochen voran, vor kurzem haben auch die Arbeiten auf dem restlichen Pioneer-Areal begonnen. So sind bereits erste kleinere Gebäude abgerissen worden (zum Beispiel die Wachhäuschen an der Haupt-Einfahrt), zudem läuft die Vorbereitung für den Rückbau. Darüber hinaus ist das Dach der ehemaligen Kantine gesichert worden, um einen weiteren Verfall des denkmalgeschützten Gebäudes zu verhindern. „Derzeit werden nur vorbereitende Arbeiten ausgeführt, die ohne Baugenehmigung möglich sind“, erläutert Weinstock. „Wir hoffen nun auf eine zügige Genehmigung des Bebauungsplans, damit wir richtig loslegen können.“

Satzungsbeschluss für Anfang 2019 geplant

Nach derzeitigem Plan sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 29. Oktober die Offenlage des Plans beschließen. Danach wird er mit der Begründung und den nach Einschätzung der Stadt wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Gutachten öffentlich ausgelegt, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Während der Auslegung haben neben direkt Betroffenen auch Träger öffentlicher Belange, wie andere Ämter oder Interessensgruppen und -vertreter, und interessierte Bürger Gelegenheit, Anregungen, Einwände und weitere Stellungnahmen abzugeben. Diese werden anschließend von den Fachbehörden der Stadt Hanau bewertet. Danach werden den politischen Gremien unter Einbeziehung der Aufsichtsbehörden Hinweise und Vorschläge für eine mögliche Abwägung zugeleitet.

Nach Beratung wird in wiederum öffentlicher Sitzung nach Abarbeitung der Stellungnahmen und der Verwaltungsvorlage der Bebauungsplan als Satzung beschlossen. Dieser Satzungsbeschluss für den Pioneer Park Hanau ist für Anfang 2019 geplant. ju



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