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Hessischer Rundfunk dreht Tukur-Krimi in Wolfgang

Hanau-Wolfgang

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    Gardinen an den Fenstern, Blumen auf dem Sims: Das Tatort-Team des Hessischen Rundfunks hauchte dem Pioneer-Areal für Dreharbeiten wieder Leben ein. Foto: PM

Dunkle Gestalten, große Waffen, Schüsse – und plötzlich liegen im Pioneer Park drei Leichen. Das ehemalige Kasernengelände, das in den kommenden Jahren zu einem großen Wohngebiet entwickelt wird, war am vergangenen Wochenende Schauplatz für eine Fernsehproduktion. 

Artikel vom 14. August 2018 - 10:27

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Der Hessische Rundfunk nutzte die Kaserne für Dreharbeiten zu seinem neuen Tatort mit dem renommierten deutschen Schauspieler Ulrich Tukur. Der achte Fall für BKA-Ermittler Felix Murot wird voraussichtlich in etwa einem Jahr im Fernsehen zu sein.

Zwei Wochen lang hatte das Team daran gearbeitet, die leerstehenden Straßenzüge und Wohnblöcke im Triangle Housing wieder mit Leben zu füllen – in den Fenstern hingen Gardinen, auf den Balkonen wehten Fähnchen und Sonnenschirme, in den Straßen parkten Autos. Sogar die Straßenlaternen leuchteten zum ersten Mal seit rund zehn Jahren wieder. Eine der ehemaligen Soldaten-Wohnungen hatte der HR sogar komplett eingerichtet und mit Mobiliar ausgestattet.

„Fünf bis sechs Minuten werden am Ende von diesem Drehort zu sehen sein“, rechnet Produktionsleiter Ulrich Dautel in einer Pressemitteilung der Stadt hoch. Bis zum 13. September dauern die Dreharbeiten noch an, hauptsächlich wird in Frankfurt und auf einem ehemaligen Kasernengelände in Friedberg gearbeitet. „Wir hätten gerne mehr hier in Hanau gedreht, denn die Bedingungen sind ideal, aber die Baustellensituation hat das leider nicht zugelassen“, so Dautel.

Auf der ehemaligen Pioneer-Kaserne sind die bauvorbereitenden Maßnahmen für das neue Wohngebiet nämlich in vollem Gange. „Und wir konnten auch nicht ausschließen, dass während der Dreharbeiten bereits Abbrucharbeiten stattfinden“, erläutert Dr. Marc Weinstock, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau.

Hanau ist Drehort für eine der Schlüsselszenen

Der Hanauer Schauplatz wird im Tatort dennoch eine wichtige Rolle spielen. „Wir drehen hier eine der Schlüsselszenen“, berichtet Dautel. In dem Krimi, der unter dem Arbeitstitel „Der Angriff“ produziert wird, geht es um ein Mädchen (gespielt von Paula Hartmann), das seinen erschossenen Vater rächen will und sich in einer alten Polizeiwache verschanzt. Der Auslöser für ihren Rachefeldzug spielt auf den Straßen im Triangle Housing.

Dort hatte das HR-Team einen kleinen Eiswagen samt Außengastronomie errichtet. Vater und Tochter fahren vor, schlendern zum Verkaufstresen. Auf der Straße hält ein dunkler BMW, die hintere Scheibe geht runter, ein Gewehr kommt zum Vorschein. Schüsse knallen durch die eigentlich leeren Straßen. Der Eisverkäufer und der Vater brechen tödlich getroffen zusammen, eine der dunklen Gestalten im Wagen stirbt wenig später.

Was schnell erzählt ist, dauert in der Realität Stunden. Die ganze Szene ist in mehrere Einzelstücke zerlegt, jede erfordert mehrere Einstellungen, mehrere Anläufe, bis die Aufnahmeleitung zufrieden ist.

Insgesamt 25 Drehtage hat der HR für den neuen Tukur-Fall angesetzt. „Mehr als bei anderen Tatorten“, berichtet der Produktionsleiter. Der HR sei der einzige ARD-Sender, der seine Tatort-Folgen noch komplett selber drehe und produziere. Die Einsätze für BKA-Ermittler Felix Murot seien deshalb auch aufwändiger, experimenteller als andernorts. In Hanau war Tukur, der zu den bekanntesten deutschen Schauspielern gehört und 2006 in dem Oscar-preisgekrönten Film „Das Leben der Anderen“ die Rolle des Oberstleutnants der DDR-Staatssicherheit Anton Grubitz verkörperte, nicht am Set. 

Wenn Mitte September die letzte Klappe gefallen ist, beginnt die zeitraubende Arbeit der Techniker. Rohschnitt, Feinschnitt, Vertonung, „Sound-Design“, Farbkorrekturen, Musik, Mischung und, und, und. „Die Nachproduktion dauert rund ein halbes Jahr“, erklärt Dautel. Er rechnet damit, dass der achte Fall von Felix Murot nach der Tatort-Sommerpause 2019 in der ARD zu sehen wird.

Vielleicht flimmern die Bilder aus Triangle-Housing dann schon bei den ersten echten neuen Bewohnern des Pioneer Park Hanau über die Mattscheibe. eho



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