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700 neue Wohneinheiten: Stadt kauft Pioneer-Kasernen-Areal

Wolfgang

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    Das Gelände der ehemaligen Pioneer-Kaserne gehört jetzt der Stadt. Insgesamt sollen dort rund 700 neue Wohneinheiten entstehen. Archivfoto: PM

Wolfgang. Die Stadt Hanau hat wie geplant das Areal der ehemaligen Pioneer-Kaserne erworben. Das „größte und ehrgeizigste Wohnungsbauprojekt“ im Stadtgebiet soll bis 2020 realisiert werden.  700 neue Wohneinheiten sollen dort entstehen.

Artikel vom 04. August 2016 - 16:51

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Zum ersten Mal ist die Kommune über die städtische Bauprojekt GmbH als Käufer der Gesamtfläche aufgetreten. Nach intensiven Verhandlungen seien diese Woche die Verträge mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unterzeichnet worden. Über den Kaufpreis haben Stadt und BImA Stillschweigen vereinbart.

Rund 47,5 Hektar groß, sollen nach den Vorstellungen der Stadt auf dem Gelände im Stadtteil Wolfgang rund
700 neue Wohneinheiten für unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche entstehen. Individuell geplante Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Stadtvillen, Geschosswohnungsbau und die Sanierung bereits bestehender Wohnblöcke werden in den verschiedenen Bereichen des weitläufigen und von viel Grün umgebenem Areal nebeneinander realisiert.

Garant für modernes urbanes Leben
„Im Vordergrund steht für uns hier die Vielfalt: eine breite soziale Mischung, mehrschichtige Wohnprojekte für jedes Einkommen, jedes Alter, jede Herkunft und jede gesundheitliche Verfassung“, unterstreicht Oberbürgermeister Kaminsky den hohen Anspruch an die künftige Planung für Pioneer.

Denn diese Vielfalt sei der Garant für modernes urbanes Leben, für eine lebendige Stadt im Rhein-Main-Gebiet, das eine der herausragenden Wachstumsregionen in Europa sei. „Für dieses neue Wohngebiet sehen wir Vielfalt nicht als Problem, sondern als Marke – als unverwechselbares Kennzeichen des expandierenden Stadtteils.“

Äußerer Bereich soll in 140 Grundstücke aufgeteilt werden
Ein erstes Nutzungskonzept, das im Büro des Architekten Klaus Heim als Grundlage erarbeitet wurde, sieht im Detail vor, dass die bisherige fächerartige Bebauung des Areals auch künftig im Luftbild erhalten bleibt. Der äußere Bereich, der an einen Grüngürtel angrenzt, soll in rund 140 Grundstücke aufgeteilt werden, um Platz für
180 Wohneinheiten in Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern zu schaffen. Der innere Halbkreis ist sogenannten Stadtvillen vorbehalten. Hier sollen rund 190 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau mit ausreichend Parkraum in Tiefgaragen entstehen.

Die unter dem Namen „Zehn Brüder“ bekannten und von der Straße deutlich sichtbaren Blöcke sollen für eine Mischnutzung zur Verfügung stehen. Wohnen und Gewerbe können hier hervorragend nebeneinander angesiedelt werden. Der in sich abgeschlossene Bereich des früheren Triangel Housing, der etwa 25 Prozent der Gesamtfläche ausmacht, verfügt bereits über bestehende Wohnblöcke, die zum Teil saniert oder abgerissen werden und durch Neubauten ergänzt werden sollen. Nach den aktuellen Planungen könnten auf diese Weise 220 Wohneinheiten entstehen, die den Bedarf nach günstigerem Wohnraum decken.

Vorzeige-Projekt in Sachen Klimaschutz?
Schließlich könnte aus dem Pioneer-Gelände auch Vorzeige-Projekt in Sachen Klimaschutz werden, hofft die Stadt. Unter dem Motto „Klima-Pionier-Quartier Hanau“ hat sich die Stadt um die Aufnahme in das Bundesprogramm Stadtumbau beworben, das in diesem Jahr neuaufgelegt wurde. Gelingt es, sich mit dem von der NH Projektstadt erarbeiteten Entwurf durchzusetzen, werden in diesem zukünftigen Wohnquartier innovative energetische Konzepte eine Rolle spielen, die Hanau „einmal mehr zu einem Vorbild für andere Kommunen machen kann“, heißt es in der Mitteilung.

Bei alledem wird die Stadt nicht selbst als Bauherr und Projektentwickler agieren, auch wenn durchaus vorstellbar ist, dass sich die Baugesellschaft Hanau als städtisches Wohnungswirtschaftsunternehmen hier im Segment des günstigen Wohnens engagiert. Vielmehr, so OB Kaminsky, gelte für die Gesamtentwicklung das Grundprinzip „Kommunales Engagement verbindet sich mit privatem Investment und Know-How“.

Suche nach Partner läuft seit April
Die städtische Bauprojekt GmbH, die einst genau zu diesem Zwecke gegründet worden ist, werde das Grundstück in die Kooperation mit einem privaten Partner einbringen. Sie werde diesen im nächsten Schritt auswählen, um gemeinsam das Areal zu entwickeln und die einzelnen Flächen für eine Bebauung vorzubereiten. Der private Entwicklungspartner könne, müsse aber nicht selbst als Investor das Areal oder Teile des Areals bebauen. Möglich sei auch ein teilweiser Weiterverkauf an Bauträger.

Die Suche nach diesem Partner läuft seit April. In einer europaweiten Ausschreibung hatten interessierte private Unternehmen die Möglichkeit, sich zu bewerben. „Die beachtliche Zahl an Teilnahmeanträgen belegt das hohe Interesse der Fachwelt an diesem Projekt und einer Beteiligung daran“, freut sich Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt. Der hohe Zuspruch belege den „gelungenen Imagewandel“ der Brüder-Grimm-Stadt.

Interesse der Bieter groß
„Vor dem Stadtumbau hätte uns niemand zugetraut, dass es uns gelingen könnte, ein solches Projekt zu stemmen. Und noch weniger hätte jemand daran geglaubt, dass es den notwendigen Bevölkerungszuwachs für 700 neue Wohneinheiten geben könnte." Die Tatsache, dass Hanau aber seit 2010 um mehr als 7000 Menschen gewachsen sei, beweise überzeugender als alles andere die hohe Attraktivität der Stadt als Wohnstandort.

Dennoch ist das Interesse der Bieter im europaweiten Ausschreibungsverfahren erfreulich groß gewesen, so der Stadtentwickler. Mit den im Teilnahmewettbewerb qualifizierten Unternehmen fanden Mitte Juli Bieter-Kolloquien statt, die zur Vorbereitung des nächsten Schrittes dienten.

Finanzierungskonzept Bestandteil des Angebots
Alle Bieter haben in der vereinbarten Frist bis Ende Juli ein indikatives Angebot abgegeben, das unter anderem darstellt, wie ein Kooperationsmodell mit der Stadt aussehen könnte. Darüber hinaus ist auch ein Finanzierungskonzept Bestandteil dieses Angebots, auf dessen Grundlage eine erste Auswahl stattfindet.

Mit den Bietern, deren Konzepte am erfolgversprechendsten sind, will die Stadt, so Bieberle, im September in Verhandlungen eintreten. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass im nächsten Schritt die verbindlichen Angebote vorliegen, um so die notwendigen Gremienbeschlüsse noch in diesem Jahr herbeiführen zu können.



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