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Kommentar: Die Pflicht, nach bestem (Ge-)wissen zu entscheiden

Maintal

Maintal. Noch haben die Stadverordneten nicht entschieden, wer Ralf Sachtleber beerben wird. Unsere Redakteurin Carolin-Christin Czichowski hat eine klare Meinung zur Stadtratswahl. 

Artikel vom 13. Februar 2020 - 12:03

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„Es geht um die Zukunft Maintals, um die Zukunft unserer Stadt.“ Diesen Satz haben die meisten der Kandidaten, die sich um das Amt des Ersten Stadtrats beworben haben, im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Was für viele vielleicht wie eine Plattitüde klingen mag, ist aber letztlich die Wahrheit. In der Stadtverordnetenversammlung am 3. Februar werden die Parlamentarier über eine der wichtigsten Personalien der Stadt für die nächsten sechs Jahre entscheiden. 

Deshalb müssen sich die Stadtverordneten die Frage stellen, was das beste für die Entwicklung Maintals ist. Ganz alleine, jeder für sich. Schließlich kostet der Erste Stadtrat die Steuerzahler, also letztlich die Bürger, in den nächsten sechs Jahren insgesamt gut eine halbe Million Euro, wie ein Blick auf die Besoldungstabelle des Landes Hessen zeigt. Das ist viel Geld, das gut angelegt sein sollte. 

Parlamentarier stehen in der Pflicht

Welche Fähigkeiten muss der Erste Stadtrat mitbringen? Reicht kommunalpolitische Erfahrung? Oder sind nicht Knowhow in Sachen Stadtentwicklung und Erfahrungen in einer Verwaltung viel wichtiger? Zumal die Stadt mit dem Neubau des Bürgerhauses und des Maintalbads aktuell die größten städtebaulichen Projekte ihrer Geschichte angeht. Und welche Persönlichkeit sollte an der Spitze der Stadt stehen, als Dezernent und auch als Stellvertreter der Bürgermeisterin? Diese Fragen sollten die 45 Stadtverordneten sich stellen, ungeachtet, welcher Partei oder Fraktion sie angehören. Um dann nach bestem Wissen und Gewissen dem geeignetsten Kandidaten ihre Stimme zu geben. 

Wenn die eigene Partei einen Kandidaten ins Rennen schickt, ein anderer objektiv betrachtet aber fachlich besser für den Job im Rathaus geeignet ist, dann hat jeder einzelne Stadtverordnete als gewählter Vertreter der Bürger die Pflicht, dem besseren Kandidaten seine Stimme zu geben und nicht demjenigen, den seine Partei vorgeschlagen oder nominiert hat. Denn glücklicherweise ist auch die Wahl des Ersten Stadtrats – wie alle Wahlen in einer Demokratie – geheim und vor allen Dingen frei. Das sollten sich die Parlamentarier zu Herzen nehmen.

 



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