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Hintergrund: Was man sonst über den Ort wissen sollte

Nidderau

Artikel vom 20. November 2019 - 16:35

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Friedhof in Heldenbergen bietet geeignete Fläche

Verwaltung und Fraktionen sind sich einig: In Nidderau soll ein Erinnerungsort für Sternenkinder entstehen. Ein geeigneter Platz ist im südlichen Bereich des Friedhofs in Heldenbergen, neben dem bereits seit Jahrzehnten bestehenden Kindergrabfeld. Regina Wilke, Leiterin der Friedhofsverwaltung, arbeitet derzeit an einer Vorlage zur weiteren Beratung in den Gremien, die sich im Januar wieder mit dem Thema befassen wollen.

Im Frühjahr könnte dann vielleicht schon mit der Umsetzung begonnen werden. „Wir wollen einen Bereich mit Sitzgelegenheiten schaffen, wo sich die Angehörigen auch länger aufhalten können“, beschreibt Wilke. Sie könnte sich im Zentrum eine Skulptur vorstellen, zum Beispiel einen bunten Regenbogen.

Drumherum könnten spiralförmig die Gedenkplatten in Form von Sternen angelegt werden, ähnlich wie beim Kindergrabmal auf dem Hanauer Hauptfriedhof. Auf dem Stern können die Familien den Namen (sofern vorhanden), Datum oder kleine Sprüche gravieren lassen. „Es soll auch die Möglichkeit geben, den Ort individuell zu gestalten“, sagt Wilke, „zum Beispiel mit Engelsfiguren, Windrädern oder Kerzen.“

Dabei müsse allerdings auch die Grünpflege des Areals berücksichtigt werden. Neben Bestattungen sollen Familien auch die Möglichkeit haben, einfach nur einen Gedenkstein verlegen zu lassen. jow

 

Welche Bestattungsregeln gelten?

Das Bestattungsrecht ist Ländersache. In Hessen müssen Kinder nach Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats bestattet werden (siehe Hessisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz, §9, Absatz 2, Satz 2).

Andere Bundesländer machen die Bestattungspflicht eines totgeborenen Kindes von einem Geburtsgewicht ab 500 Gramm abhängig. In jedem Bundesland ist auf Wunsch der Angehörigen aber auch die Bestattung eines tot geborenen Kindes mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm möglich. 

Eltern von sogenannten Sternenkindern können die Geburt ihres Kindes beim Standesamt anzeigen und ihrem Kind damit offiziell eine Existenz geben. Zuvor war eine solche Dokumentation bei Kindern, die mit unter 500 Gramm tot geboren wurden, nicht möglich.

Die Neuregelung in § 31 der Personenstandsverordnung ist am 15. Mai 2013 in Kraft getreten. Sie gilt aber auch rückwirkend für Eltern, deren „Sternenkind“ bereits vor dem Inkrafttreten dieser Regelung nicht lebend zur Welt gekommen ist. jow



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