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Hintergrund: Schlaganfall und Thalamusinfarkt

Hanau

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Hanau. In Deutschland ereignen sich jährlich rund 270 000 Schlaganfälle. Dank einer Verbesserung der Akutbehandlung ist die Sterblichkeitsrate bei Schlaganfällen geringer geworden.

Artikel vom 30. Oktober 2019 - 14:02

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Die Behandlung in einer Stroke-Unit, die es auch im Klinikum Hanau gibt, ist eine wichtige Verbesserung gegenüber früher. Trotzdem ist ein Schlaganfall noch immer die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Wichtig ist es, bei den ersten Anzeichen, wie Schwindel, Erbrechen, Sprachstörungen sofort den Rettungsdienst, Telefon 112, zu rufen.

Die Folgen des Schlaganfalls sind meist Lähmungen, Bewegungs- und Sprachstörungen und erfordern auch nach dem Verlassen des Krankenhauses eine intensive Behandlung in der Reha und vor allem auch danach. Eine seltenere Variante eines Schlaganfalls ist ein reiner Thalamusinfarkt. Der Thalamus ist im Gehirn das Tor zum Bewusstsein. Alle sensorischen Reize wie Fühlen, Sehen, Hören werden über den Thalamus zur weiteren Verarbeitung an das Gehirn geleitet und alle Reaktionen oder Aktionen wiederum werden auf dem gleichen Weg zurückgesendet, um die notwendigen Reaktionen auszuführen.

Eine Unterbrechung der Durchblutung führt zum Absterben der Gehirnzellen auch im Thalamus und damit zur Störung bei der Ausführung der Befehle des Gehirns. Dies führt dann oft zu Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, kurzzeitigen und vorübergehenden Lähmungen und heftigen Schmerzattacken, die zeitlich verzögert und oft für mehrere Stunden auftreten. Wenn es zu solchen Schmerzen kommt, leidet der Patient an einem Thalamus-Schmerz-Syndrom (Post-Stroke Pain Syndrom, PSPS). Etwa sieben Prozent der Schlaganfälle treffen auch den Thalamusbereich und davon entwickeln etwa drei bis fünf Prozent ein Schmerzsyndrom. Auch in diesem Fall ist das Leben von heute auf morgen ein anderes. cd



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