Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
stark bewölkt
17 ° C - stark bewölkt
» mehr Wetter

Baier will die Wasserenthärtung im Blick behalten

Bruchköbel

Artikel vom 25. September 2019 - 13:05

Anzeige

Der parteiunabhängige Bürgermeisterkandidat Patrick Baier (Bruchköbeler BürgerBund - BBB) sieht in der Absage der Kreiswerke zu einer Wasserenthärtung für Bruchköbel das politische Scheitern der Koalition aus CDU und SPD sowie ihres amtierenden Bürgermeisters. Perspektiven für eine Verbesserung seien jedoch vorhanden.

Patrick Baier betont, dass der Bruchköbeler BürgerBund bereits im Jahre 2010 mit seiner ersten Initiative zu einer Verbesserung des Wassers in Bruchköbel mit einem Antrag in die Stadtverordnetenversammlung gegangen sei. Damals hätten noch alle anderen Fraktionen dagegen gestimmt. Inzwischen seien immerhin Grüne und FDP auf die Linie des BBB eingeschwenkt und hätten diesen bei seiner dann dritten Initiative in den Jahren 2016 und 2017 unterstützt. Obwohl damals der Konzessionsvertrag der Stadt Bruchköbel mit den Kreiswerken Main-Kinzig ausgelaufen sei und die Stadt alle Handlungsoptionen aus einer Position der Stärke in der Hand gehabt hätte, hätten CDU und SPD auf 20 Jahre die Stadt Bruchköbel mit einem neuen Konzessionsvertrag an die Kreiswerke gebunden, ohne dass eine konkrete Perspektive für eine Verbesserung der Wasserqualität dort vereinbart worden wäre. Schon damals habe der BBB vorausgesagt, dass eine Verbesserung der Trinkwasserqualität damit kaum noch verhandelbar  sei, weil durch das Votum von CDU und SPD die Stadt gegenüber den Kreiswerken in eine Position der Schwäche gebracht worden sei.

Wohl eher im Rahmen der in Bruchköbel üblich gewordenen Symbolpolitik hätte es dann in den vergangenen Monaten – zu Beginn des Bürgermeisterwahlkampfs – Verhandlungen zwischen Bürgermeister und Kreiswerken bezüglich der Wasserqualität gegeben. Es sei dann wieder einmal wie so oft ein teures Gutachten eingeholt worden, mit dem Ergebnis, dass eine sinnvolle Lösung nur durch eine Mischung mit weichem Wasser zu erzielen sei. Dies habe der Bruchköbel Bürger Bund bereits in seiner Initiative 2016 gesagt. Eine solche Lösung liege auch nahe, weil alle anderen Wasserlieferanten im regionalen Verbund erheblich weicheres Wasser hätten; so liefere Hessen-Wasser Wasser von 5° deutscher Härte in einer Fernleitung an der Nordgrenze Hanaus aus Richtung Osten. Das Bruchköbeler Wasser habe dabei eine Härte von mindestens 24° deutsche Härte, in Rossdorf bereits 28° deutscher Härte erreicht.

Anders, als von den Kreiswerken dargestellt, sei eine Lösung für Bruchköbel technisch, finanziell und rechtlich durchaus machbar. Die Voraussetzung sei natürlich, dass man anders als in der Vergangenheit mit Einsatz und Nachdruck für die Stadt Bruchköbel und ihre Bürgerinnen und Bürger verhandele und arbeite. Hessen Wasser und andere Lieferanten seien bereits im Verbund mit den Kreiswerken Main-Kinzig. Das angebliche Problem fehlender Kapazitäten, stelle sich für den Fall einer Wasser-Vermischung freilich nicht. Denn genügend Wasser für Bruchköbel sei da, so dass ohne weiteres circa 50 % des erforderlichen Wassers beispielsweise von Hessen-Wasser bezogen, zugemischt und dafür eine gleiche Menge im Bereich Bruchköbels geförderten Wassers an Hessen Wasser zurückgegeben werden könnte. Auch wenn dafür geringfügig höhere Kosten anfielen, rechne sich dies im Ergebnis ohne weiteres. Denn durch höheren Verbrauch an Waschmittel und Entkalkern sowie den ständigen Schäden an Elektrogeräten und Großschäden durch Wasserrohrbrüche, entstünden den Bruchköbel Bürgerinnen und Bürgern regelmäßig weit höhere Kosten. Die Investitionen für Leitungen und eine Mischanlage seien auch keineswegs so horrend, wie dargestellt. Wenn die Stadt Bruchköbel bis zu 40 Millionen € für ein Protzrathaus habe, müssten auch ein bis zwei Millionen € für wirklich nützliche Investitionen machbar, zumal diese zum Teil auch von den Kreiswerken zu tragen sein. Es sei im übrigen höchst zweifelhaft, dass die Behauptung der Kreiswerke, eine zumindest teilweise Umlegung auf den Wasserpreis – und zwar im gesamten Liefergebiet – sei rechtlich nicht machbar, zutreffend sei. Da auch der Nitratgehalt des Bruchköbeler Wassers nur noch den erhöhten deutschen Grenzwerten genüge, nicht aber den europäischen, sei bei einer hierbei erzielten Verbesserung der Wasserqualität ohne weiteres auch die Voraussetzung für eine teilweise Umlegung der Investitionskosten zu erwarten.

"Schließlich zahlen die Bruchköbeler innerhalb des Verbreitungsgebiets der Kreiswerke Main-Kinzig mit dem dort einheitlichen Wasserpreis auch die bestehenden Beimischungsanlagen und neue Versorgungsleitungen in anderen Städten und Gemeinden seit Jahren mit", sieht Patrick Baier eine gerechte Forderung nach weichem Wasser zu fairen Preisen in Bruchköbel.

 



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.