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Eichenprozessionsspinner: Auch Hanau sagt Schädling den Kampf an

Hanau

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    Der Eichenprozessionsspinner. Foto: Albrecht E. Arnold / www.pixelio.de

Klein-Auheim. Der Wildpark Alte Fasanerie bleibt am Montag, 29. April, zwischen 9 und voraussichtlich 12 Uhr geschlossen. In dieser Zeit wird mit Hilfe eines Hubschraubers der Eichenprozessionsspinner bekämpft. 

Artikel vom 29. April 2019 - 10:45

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Die Maßnahme dient nach Angaben der Wildparkleitung der Hygiene und der Gesundheitsvorsorge der Besucher und Besucherinnen in der Alten Fasanerie. Bei Kontrollen in den letzten Wochen wurde ein mittlerer Befall der Eichen festgestellt, nachdem sich die Population des Spinners im vergangenen Jahr massiv vermehrt hat, heißt es zur Begründung der Maßnahme. 

Bei der Behandlung stehen nur die Besucherschwerpunkte, also die Spielplätze, im Mittelpunkt der Aktion und damit ungefähr ein Drittel der Wildparkfläche. „Wir haben uns für eine Befliegung entschieden, weil sich die Eichenprozessionsspinnerraupen in den ersten beiden Raupenstadien im oberen Teil der Krone bewegen und der Wirkstoff bei einer Ausbringung in den Kronenraum hinein wesentlich besser wirkt“, erklärt Forstamts- und Wildparkleiter Christian Schaefer vom Forstamt Hanau-Wolfgang die Maßnahme. 

Man habe im Park das letzte Mal 2010 nach dem gleichen Verfahren gearbeitet und sei überzeugt, dass wegen genau dieser Form der Anwendung acht Jahre lang vollständig auf jede Form der vorbeugenden Bekämpfung habe verzichtet werden können, so Schaefer weiter. „Dadurch war viel mehr gewonnen als jedes Jahr mit der Bodenspritze anzurücken“, erläutert er die Entscheidung für die Bekämpfung, die er zusammen mit seinem Team getroffen hat und die durch das Ministerium genehmigt wurde.

Vom Boden aus hätten im Wildpark nur die Wege und nicht die Gehege behandelt werden können. Von den unbehandelten Eichenbeständen ginge dann aber jedes Jahr wieder eine Neubesiedlung der an den Wegen stehenden Bäumen aus mit der Folge, dass an den Wegen jedes Jahr neu gespritzt werden müsse. „Genau das möchten wir vermeiden“, betonte Schaefer.

Das Wildparkteam bittet um Verständnis für die Parkschließung. Sogar eigene Mitarbeiter dürfen sich in der Zeit der Befliegung nicht im Park aufhalten. Das Mittel ist zwar für Menschen völlig ungefährlich, aber keiner darf sich aus Sicherheitsgründen unter einem sprühenden Hubschrauber befinden. 

Der Eichenprozessionsspinner ist deshalb für den Menschen so gefährlich, weil die Raupenhaare des Spinners eine gesundheitliche Gefährdung für empfindliche Menschen darstellen. Die älteren Raupen haben sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden, erklären die Fachleute. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den „Nestern“ blieben, besäßen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren. 

Beim Menschen würden oftmals allergische Reaktionen auf die Brennhaare festgestellt, wissen die Fachleute. Das auszubringende biologische Mittel enthält laut ihrer Aussage das Bacillus thuringiensis, ein Bazillus, das giftig auf die Raupen wirkt, aber ungiftig für Menschen sei. Der Bekämpfungszeitpunkt sei abhängig vom Blattaustrieb der Eichen. ju



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