Das "La Dolce Vita" in Heldenbergen weiß zu überzeugen. Foto: HA

Nidderau

"Tischlein, deck dich": Das Restaurant "La Dolce Vita"

Das „La Dolce Vita“ in Heldenbergen überzeugt mit Geschmack und Gestaltung. So lautet zumindest das Fazit unseres Besuchs.

Für Filmfreunde ist der Klassiker „La dolce vita“ von Regisseur Federico Fellini und den Schauspielern MarcelloMastroianni und Anita Ekberg im Trevi-Brunnen ein Begriff. Ebenso kennen Liebhaber der italienischen Küche in und um Nidderau das gleichnamige Lokal in Heldenbergen, von früher her auch als „Hessischer Hof“ bekannt.

Die Regie führt hier seit einigen Jahren Angelo Falcone, der vielen seiner Gäste schon als Wirt aus der „Hochmühle“ in Windecken bekannt ist. Die Geschichte vom „süßen Leben“ wird im größeren der beiden Gasträume des Lokals aufgegriffen, wo an einer Wand ein überdimensionaler Filmstreifen Szenen aus dem 60er-Jahre-Streifen zeigt.

Einrichtung wirkt gemütlichDie Farben sind gedeckt, die Stühle und Bänke mit Leder überzogen. Eine gelbe Tulpe nebst Kerze steht auf jedem der weiß gedeckten Tische, aus dem Lautsprecher an der Wand über uns dringt Italo-Pop à la Eros Ramazzotti. Es ist gemütlich. Auf der hinter dem Haus gelegenen hübschen Terrasse, über die man barrierefrei in das Lokal gelangen kann, war es uns doch noch zu kühl.

Die Karte bietet eine große Auswahl und verspricht „frisch zubereitete Speisen und Spezialitäten der italienischen Küche“. Momentan gibt es eine Spargelkarte, auf einem Aufsteller auf der Straße werden zwei Mittagsgerichte angepriesen. Das mit Schafskäse gefüllte Schnitzel zum Beispiel ist heute für acht statt elf Euro zu haben.

Wir beginnen mit einer Tomatensuppe (3,50 Euro) und Vitello Tonnato (11 Euro). Die Suppe ist wie versprochen frisch zubereitet, fruchtig im Geschmack und angenehm im Mund, da Tomate und Kräuter nicht völlig durchpassiert und zerkocht wurden. Die hauchdünnen Kalbfleischscheiben sind über den gesamten Teller von Thunfischsauce bedeckt und mit Oliven und Cocktailtomaten garniert. Dazu gibt es leicht angeröstetes noch warmes Brot.

Rotwein und eine Flasche WasserDer Montepulciano, ein trockener italienischer Rotwein (0,5 Liter zu 8,50 Euro), gibt einen guten Begleiter. Obligatorisch ist die Flasche Mineralwasser der Marke San Pellegrino (0,75 Liter zu 4 Euro).

Im Hauptgang spielt der Küchenchef seine Stärken aus: Die Pizza „Al Capone“ (8 Euro) mit Salami, Kapern, Sardellen und Champignons kommt aus dem Steinofen – mit dünnem, knusprigem Boden und braunem, luftigem Teigrand. Wir haben bei 30 Zentimetern Durchmesser zu kämpfen, genießen aber dennoch jeden Bissen.

Auch ohne Sauce schmackhaftDie „Panzerotti Mozzarella“ (8,50 Euro) mit Basilikum und Tomatensauce sind hausgemacht, was man ebenfalls schmeckt. Die Käse-Kräuterfüllung ist fein abgeschmeckt, hinzu kommt die Petersilie mit einer fruchtigen Tomatensauce. Die eigelben Teigtaschen selbst sind alles andere als trocken und auch ohne Sauce kräftig und schmackhaft.

Das Dessert muss wegen voller Mägen ausfallen. Wir verpassen Tartufo Nero und Bianco, Panna Cotta und Tiramisu (jeweils 3,50 Euro). Auch auf einen Espresso (2 Euro), Cappuccino (3 Euro) oder Latte Macchiato (3,50 Euro) verzichten wir diesmal.

Beim Besuch der Toilette kommt es zunächst zu einer kleinen Verwirrung. Denn neben den WCs im Erdgeschoss, darunter auch ein behindertengerechtes, gibt es im Obergeschoss noch weitere sanitäre Anlagen. Diese mögen mit dem Kolleg zusammenhängen, das regelmäßig von Vereinen für Vorträge und Übungsstunden genutzt wird. Die Betreiber bieten in ihren Räumlichkeiten übrigens Feiern für bis zu 100 Personen an. Wer lieber zu Hause essen möchte, kann auch den Lieferservice des Lokals in Anspruch nehmen.

Wir sagen für heute Ciao und verabschieden uns mit einem letzten Blick auf Marcello Mastroianni und Anita Ekberg, denen das „süße Leben“ in Nidderau sicher auch geschmeckt hätte.

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