Schöneck

"Tischlein deck dich": "Das Kilian" in Kilianstädten

Endlich hat es mal geklappt. Schon seit Monaten haben meine Begleitung und ich einen Abstecher nach Schöneck auf dem Plan. Was wir da wollen? Gut essen natürlich! Im Restaurant „Das Kilian“, das selbstredend im Ortsteil Kilianstädten liegt, soll man das nämlich richtig gut können. Klar, dass wir das mal testen wollen!

Neugierig sind wir auch, weil Gaststättenwirt Marell Steinborn kürzlich im TV zu sehen war. Mit seinem Hanauer Restaurant „Goldener Bock“ nahm er an der Gastro-Sendung „Mein Lokal, dein Lokal“ teil. Gewonnen hat er zwar nicht, aber viel positive Kritik erhalten. Kurz nach Ausstrahlung der Sendung schloss der „Goldene Bock“. „Wer Sehnsucht nach unseren hessischen Köstlichkeiten hat, findet uns weiterhin im 'Das Kilian'“, heißt es im Internet. Seit 2006 führt Steinborn die Gaststätte des Bürgertreffs in Kilianstädten – mit Erfolg. Also nichts wie hin.

Einiges los am Montagabend

Direkt vorm Bürgertreff finden wir ein freies Plätzchen für unser Auto. Drinnen ist für einen Montagabend schon einiges los – zwei Tische sind belegt, drei weitere werden zu einer langen Tafel zusammengeschoben. Das Lokal ist nicht sehr groß, dafür fühlt man sich sofort wohl.

Hier bedient der Chef persönlich: Marell Steinborn begrüßt uns freundlich und bringt direkt danach die handgeschriebene Tafel mit dem Tagesempfehlungen: Serviettenknödel auf Salatbouquet mit Pilzrahmsoße (10,50 Euro) oder Spaghetti mit hausgemachtem Mandelpesto und Käse (9,50 Euro). Hier gibt's auf jeden Fall was für jeden Geschmack und das zu fairen Preisen. Wir wählen einen gebackenen Ziegenkäse auf Rote Beete Carpaccio zum Preis von neun Euro, den wir uns teilen wollen.

Als Hauptgang „bediene“ ich mich nochmal unter den Vorspeisen und entscheide mich für die gebratenen Kloßscheiben mit Lachs (9,50 Euro). Meine Begleitung nimmt ein Schnitzel vom Hinkel mit Bratkartoffeln und Zitrone (11,50 Euro) von der „normalen“ Speisekarte. Dort finden sich auch andere hessische Spezialitäten wie Grie Sooß oder Handkäs.

Teilen beim Dessert

Auch beim Dessert (Hinne nach) wollen wir teilen und entscheiden uns fürs „Dreierlei“ mit Pannacotta, Schokomousse und Hessischem Tiramisu (9,50 Euro).

Beim Warten lassen wir unseren Bick durchs Restaurant schweifen. Chic ist es hier, tolle Farben, dunkle Möbel. Die Wände zeigen viele alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Ort. An der langen Tafel wird gebabbelt und gelacht. Die Atmosphäre ist gemütlich.

Wir warten ungefähr 15 Minuten, dann kommt die Vorspeise. Nach der ersten Gabel sind wir schwer begeistert, und ärgern uns, dass wir teilen müssen. Die Kombination aus Ziegenkäse und Rote Beete ist pfiffig und geschmacklich eine Wucht. Der Erdbeerspiegel drumherum ist das Tüpfelchen auf dem I. Nach weiteren 15 Minuten kommt der Hauptgang. Die Kombination aus warmer, krosser Kloßscheibe und kaltem Lachs obendrauf ist super und schmeckt richtig gut. Die winzig klein geschnittenen Tomaten und Gurken, die es dazu gibt, sind ein wenig säuerlich, passen aber prima dazu.

Alles gut abgeschmeckt

Auch meine Begleitung ist glücklich mit ihrer Wahl. Das Hähnchenschnitzel ist außen kross und innen saftig – einfach perfekt. Die Bratkartoffeln dazu sind gut abgeschmeckt und nicht zu fettig. Wohlig reiben wir unsere Bäuche und freuen uns auf den Nachtisch, auf den wir nicht lange warten müssen.

Wer sich nur schwer entscheiden kann, ist mit dem „Dreierlei“ gut bedient. Vor allem das hessische Tiramisu mit Apfelstückchen ist ein Genuss. Die Schokomousse könnte aus Sicht meiner Begleitung weniger süß und dafür noch schokoladiger sein. Aber das ist sicher Geschmackssache. Ein Jogger ist gerade am Fenster vorbeigelaufen. Er hat einen Blick auf das Pannacotta geworfen – da sind wir uns sicher.

Satt und zufrieden verlassen wir „Das Kilian“. Der Ausflug nach Schöneck hat sich gelohnt. Morgen treffen wir uns in Wilhelmsbad. Zum Joggen. Damit wir ohne schlechtes Gewissen wieder Nachtisch bestellen können.

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