Hat sich gemausert: Das Asia Van auf der Ecke Krämerstraße/Steinheimer Straße ist seit der Renovierung der Innenräume ganz schick und modern geworden. Dort isst man gut und günstig.   Foto: HA

Hanau

"Tischlein deck dich": Gut und günstig im "Asia Van"

Hanau. Der Kollege ist ausgewiesener Asia-Experte. Seine feine Zunge ist für kulinarische Thai- oder Vietnam-Angelegenheiten geradezu prädestiniert. Kein Wunder also, dass „irgendwas Asiatisches“ auf dem Speisezettel stehen muss, als er spontan als Begleitung auserwählt wird.

Die Krämerstraße, Ecke Steinheimer Straße gehört nicht gerade zu den kuscheligsten Flecken der Stadt. Hier prägen nüchterne Zweckbauten das Bild. Kein Wunder also, dass wir am „Asia Van“, das für asiatische Schnellküche steht und China-Thai-Vietnam auf dem Speisezettel auflistet, schon häufig vorbeigelaufen sind: Von außen ist das Lokal unscheinbar, ein paar Schilder, sonst nichts. Doch wer auf der Suche nach einem Mittagstisch dort landet, wird sich umgucken. Denn unvermittelt steht – oder sitzt – er in einer modernen Gaststätte mit zwei Gasträumen und einer beachtlichen Zahl an Tischen. Die Räume sind anthrazit- und goldfarben angelegt, wirken aber modern und nicht kitschig.

Vor einem Jahr wurde das Lokal renoviert, beantwortet die sehr freundliche Wirtin, offenbar die Inhaberin, stolz unsere Fragen. Seit 15 Jahren befindet sich das Restaurant schon an diesem Ort. „Wir gehen hier nicht mehr fort“, hören wir die Vietnamesin sagen, die flugs an unserem Tisch ist und uns auch gleich mit Getränken versorgt. Der Blick in die Speisekarte erfreut unsere Gemüter auf Anhieb. Nicht nur, dass wir dort Kon-Pao-Art entdecken, Rindfleisch mit Gemüse (scharf) für 6,50 Euro und Gang-Pat-Gai, Hähnchen mit Rot-Curry, Kokosmilch und Gemüse (ebenfalls 6,50 Euro), die wir dann auch bestellen. Wir stoßen beim Stöbern auch auf „Alles Gute“, eine Spezialität vom Haus mit Krabben, Ente, Hähnchen oder Rindfleisch mit Gemüse (7,90 Euro) oder auf die „Buddhisten“, ein vegetarisches Gericht, das als Fastenspeise mit Glasnudeln, Tofu und Gemüse beschrieben wird (5,90 Euro).

Wantan und Thai-Suppe

Mein Blick wird wie magisch vom großen Bildschirm über der breiten Durchreiche zur Küche angezogen. Während oben Bilder einer Art Stadterneuerung abzulaufen scheinen (nicht Hanau, nicht Bruchköbel, es ist offenbar ein vietnamesischer Sender mit englischen Untertiteln), erhaschen wir hin und wieder einen Blick der in der Küchenhitze arbeitenden Helfer über Woks und Töpfen.

Das macht Durst, und wir können schon mal etwas trinken. Auch prophylaktisch, weil wir beide gerne scharf essen. Gerade lausche ich den Erklärungen meines Asien-erfahrenen Mittesters, der mich über Schreibweise und Aussprache diverser thailändischer Spezialitäten aufklärt, da kommen auch schon unsere Thai-Suppe mit Huhn, Krabben, Gemüse und Glasnudeln (drei Euro) und die gebackenen Wantan (sechs Stück für drei Euro).

Üppige Portionen

Wir ahnen hier bereits, dass wir gut gesättigt von hier weggehen werden. Auch unsere Hauptspeisen lassen nicht lange auf sich warten. Eben noch loben wir die scharfe Suppe mit Kokosmilch und reichlich frischer Füllung und die kross gebackenen Teigtaschen, da machen wir uns auch schon über Kon-Pao-Art (oder wie mein Begleiter erklärt, eigentlich Gong-Bao-Art!) und Gang Pat Gai her. Beides üppige Portionen. Das Gemüse ist knackig, das Hühnchen- und das Rindfleisch zart. Gebratene Zwiebeln (beim Huhn) und Sprossen (beim Rind) runden die mit einer Portion Reis auf dem Teller servierten Gerichte ab. Wir sind zufrieden. Gut, dem Rindfleischgericht hätte eine Spur weniger Glutamat gutgetan, das Huhn mit leckerer Kokosmilch-Currysoße hätte etwas stärker gewürzt sein können.

Aber dass wir am Ende inklusive Trinkgeld nur 24 Euro zahlen (dazu müssen wir vor an den Tresen), rückt unsere Ansprüche etwas zurecht: Wer schnell und ordentlich essen will, freundlich bedient werden und angenehm sitzen möchte – für einen unschlagbar günstigen Preis, der ist hier richtig.

Das könnte Sie auch interessieren