Die Nachrichten über Wolfsangriffe in Nordhessen reißen nicht ab.
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Die Nachrichten über Wolfsangriffe in Nordhessen reißen nicht ab.

Waldkappel bei Eschwege

Kalb aus Hirschkuh gerissen: Gutachter durfte keine Genprobe nehmen

  • vonStefanie Salzmann
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Eine gerissene Hirschkuh ist in Waldkappel bei Eschwege gefunden worden. Ein Wolf hat das Muttertier gerissen, vermutet ein Jäger. Der Beweis mithilfe einer Genprobe fehlt jedoch.

  • Hirschkuh in Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis bei Eschwege gerissen
  • Ein Wolf hat das Tier vermutlich gerissen - Genprobe durfte jedoch nicht genommen werden
  • Nachrichten über Wolfsangriffe reißen nicht ab

Update vom Dienstag, 31.03.2020, 17.43 Uhr: War es ein Wolf? Von dem am Freitag im Stölzinger Gebirge nahe des Waldkappeler Stadtteiles Gehau gefundenen Kadaver einer trächtigen Hirschkuh durfte der kontaktierte Gutachter auf Anweisung seines Dienstherren, der Oberen Naturschutzbehörde, keine Genprobe nehmen. Gehau ist ein Ortsteil von Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis in der Nähe von Eschwege. 

Ein Jäger aus der Gegend hatte die gerissene Hirschkuh entdeckt, der das ungeborene Kalb aus dem Leib gerissen worden war, und hatte daraufhin den gelisteten Wolfsgutachter Gerhard Becker informiert. Der Jäger vermutete anhand des Rissbildes, dass es sich beim Täter um einen Wolf handeln könnte.

„Dieser Fall hatte für das Wolfsmonotoring nur geringe Aussicht auf eine erfolgreiche DNA-Entnahme“, sagte Reinhard Rust vom Regierungspräsidium auf Anfrage unserer Zeitung über die ausstehende Genprobe. Rust weist die Vorwürfe zurück, dass die Zahl der bestätigten Wolfsrisse klein gehalten werden soll. Er bestätigt, dass die Zahl der vom Wolf getöteten Tiere in Hessen zunimmt.

Wolf bei Eschwege (Nordhessen): Fund einer zerfleischten Hirschkuh

Waldkappel/Gehau. Der zerfleischte Kadaver einer trächtigen Hirschkuh ist am Freitagmorgen, 27.03.2020, im Stölzinger Gebirge nahe Gehau entdeckt worden. Gehau ist ein Ortsteil von Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis in der Nähe von Eschwege. 

Ein Jäger aus der Gegend, der vor Ort war, untersuchte das Tier und hat eine Vermutung: Es war ein Wolf. Der Experte geht davon aus, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. Denn das ungeborene Kalb des Tieres war aus dem Körper herausgerissen worden. 

Der Kadaver der trächtigen Hirschkuh ist am Freitag im Stölzinger Gebirge bei Gehau entdeckt worden. Möglicherweise wurde das Tier von einem Wolf gerissen.

Wolf bei Eschwege (Nordhessen): Mehrere Fälle in den vergangenen Monaten

In den vergangenen Monaten wurden in Nordhessen mehrere Fälle dieser Art gemeldet. Bereits Anfang Februar hatten ein oder mehrere Wölfe in Sontra im Werra-Meißner-Kreis möglicherweise ein trächtiges Schaf verletzt. 

Tiefe Wunden an Hals, Ohren und den Hinterläufen sowie massive Spuren eines Kampfes wenige Meter vom Stall entfernt, ließen den Besitzer einen Wolfsangriff vermuten. Man gehe davon aus, dass der Wolf sich schon länger in diesem Gebiet aufhalte. 

Wolfsangriff im Werra-Meißner-Kreis: Wolfsriss bei Schemmern bestätigt

Erst am Donnerstag hatte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bestätigt, dass es sich bei einem anderen Riss eines Rotwildes in der Nähe des Waldkappler Ortsteils Schemmern am Dienstag, 10. März um einen Wolfsangriff handelt. 

Das Tier wurde von einem Landwirt nur wenige hundert Meter vom Waldkappler Ortsteil Schemmern entdeckt. Der hinzugerufene Jäger Carl-Heinz Eberth ging nach einer Prüfung der Verletzung von einem Wolfsriss aus: „Der Brustkorb und Bauch des Tieres waren aufgerissen – das war für mich sehr eindeutig“, sagt er. 

Wolfsgutacher Gerhardt Becker nimmt Proben von dem gerissenen Tier in der Nähe des Waldkappler Ortsteils Schemmern

 

Wolf in Nordhessen: Passanten machen gruseligen Fund

Nahe dem Waldkappeler Ortsteils Bischhausen im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen hat vermutlich ein Wolf ein Wildtier gerissen. Einen entsprechenden Fund haben Passanten am 8. März an einem Waldweg gemacht. Die Entdeckung wurde umgehend bei der Wolfshotline gemeldet und die Fundstelle bis zum Eintreffen eines Rissgutachters abgesichert. Unklar ist allerdings, um welchen Wolf es sich handelt. Die Untersuchungen dazu laufen noch.  

Die Angst vor Wölfen in Nordhessen ist jedoch kein neues Thema: Bereits im November vergangenen Jahres zeigten sich Schäfer der Region über den Vormarsch des Wolfes in Nordhessen* besorgt.

Von Helena Gries und Stefanie Salzmann

In Niedersachsen steht der Wolf* erneut auf der Abschussliste. Das Land gab jetzt drei Tiere zur Tötung frei.

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