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„Drei Unwetter-Staffeln“ verhageln die Super-Sonnentage – „Sturzflutgefahr, Hagel und Sturmböen“ erwartet

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Von: Marcus Giebel

Deutschland bekommt zum Sommeranfang einige Hitzetage serviert. Dazwischen gesellen sich aber auch immer wieder Unwetter. Und: Die Waldbrandgefahr ist extrem hoch.

München - Dieser Sommer legt einen Blitzstart hin. Und das gleich im doppelten Sinn. Seit Beginn des kalendarischen Sommers schwitzt Deutschland fast durchweg bei über 30 Grad. Aber auch mit Unwettern geizt die wärmste Jahreszeit aktuell keineswegs. Und so bieten auch die kommenden Stunden und Tage fast alle Zutaten aus der Sommerwetter-Küche.

Von „drei Unwetter-Staffeln“ binnen drei Tagen spricht etwa Georg Haas von wetter.com. Bei Dominik Jung von wetter.net klingen die Wetter-Aussichten auch nur unwesentlich besser: „Erst Hitze, dann Blitze und verbreitet die höchste Waldbrandgefahren-Stufe.“ Es geht auf jeden Fall turbulent zu rund um das letzte Juni-Wochenende – nicht nur in Bayern.

Wetter in Deutschland: Bis zu 17 Sonnenstunden am Donnerstag

Und das betrifft schon diesen Donnerstag. „Gleich zwei Tiefs sind verantwortlich für die Wetterturbulenzen, die vor allen Dingen ab heute Abend loslegen von Westen her“, pickt Jung die Schuldigen heraus, ohne Qiara und Rebecca beim Namen zu nennen. Aber im Grunde machen die ja auch nur ihren Job.

Zunächst verlaufe dieser 23. Juni 2022 „überall freundlich, viel Sonnenschein, 14 bis 17 Sonnenstunden“. Das alles bei wirklich hochsommerlichen Temperaturen: Abgesehen von den Küsten steht überall eine drei an erster Stelle.

Sonnenaufgang hinter einem Berg
Sonne satt: In Deutschland bleibt es alles in allem zu warm. © Nicolas Armer/dpa

Waldbrandgefahr in Deutschland: Meteorologe Jung mahnt schon am Donnerstag zur Vorsicht

Dieser pure Sonnengenuss hat aber auch seine Schattenseiten. Mancherorts erreicht die Waldbrandgefahr die höchste der fünf Warnstufen: ganz im Osten und rund um die Ländergrenze Mecklenburg-Vorpommern-Brandenburg-Sachsen-Anhalt-Niedersachsen. „Da muss man wirklich sehr vorsichtig sein“, gibt Jung mit auf den Weg.

Am Abend übernehmen dann in einigen Regionen die Blitze. Der Meteorologe prognostiziert „aus Südwesten die ersten zum Teil kräftigen Schauer und Gewitter, im Laufe der Nacht breitet sich dieses Regen- und Unwetterband im Westen und Süden aus“. Die Temperaturen bleiben auch über Nacht bei 14 bis 18 Grad.

Unwetter über Deutschland: Freitag bringt „Sturzflutgefahr, Hagel und Sturmböen“

Den Freitag kündigt Jung als „unwetterlastig“ an. Angesprochen dürfen sich in erster Linie der Westen, der Südwesten und der Süden fühlen. Zu erwarten seien „immer wieder zum Teil heftige Schauer und Gewitter mit Starkregen, mit Sturzflutgefahr, mit Hagel, mit Sturmböen - das volle Programm“.

Dabei herrscht Unwettergefahr von der Nordseeküste bis hinunter in den Schwarzwald und sogar bis zu den Alpen. Es kann bis zu 32 Grad warm werden, die Luft wird teilweise „schwülheiß“.

Dunkle Wolken ziehen über eine Stadt
Da braut sich was zusammen: Dunkle Wolkenfelder sind gerade im Süden Deutschland keine Seltenheit. © IMAGO / Eibner

Wochenend-Wetter in Deutschland: Am Samstag fast nur Sonne – Schauer und Gewitter ab Sonntagabend

Am Samstag übernimmt dann fast überall wieder die Sonne das Kommando, einzig im Norden melden sich „noch ein paar Schauer und Gewitter“ an. Die Thermometer sollten zwischen 22 und 30 Grad anzeigen.

Zum Abschluss der Woche wird es bundesweit „sommerlich bis hochsommerlich warm“, die Temperaturen können am Sonntag auf bis zu 33 Grad klettern. Bestes Ausflugswetter – gerade zu den Seen und Freibädern. Aber das dicke Ende kommt im Tagesverlauf. „Neue Schauer und Gewitter und teilweise auch wieder Unwetterpotenzial“ suchen laut Jung den Westen heim.

Regen prasselt auf eine Straße
Auch das ist der Sommer in Deutschland: Immer wieder sucht Starkregen die Bundesrepublik heim. © IMAGO / Bernd März

Wetterausblick für Deutschland: Temperaturen liegen „deutlich über dem Klimamittel“

Der Klima-Experte wagt auch noch einen Ausblick auf die kommenden beiden Wochen. Und siehe da: Es bleibt heiß, weshalb sich auch immer wieder Unwetter entwickeln dürften.

Im Norden bleibe es bis zum 8. Juli „zu warm für die aktuelle Jahreszeit“. Jung stellt – wie für alle Himmelsrichtungen – fest: „Wir liegen deutlich über dem Klimamittel.“ Im Westen folge in den kommenden Tagen „immer wieder ein Wärmeberg nach dem anderen“, den Osten erwarten Tagestemperaturen von zumeist rund 30 Grad, der Süden darf sich auf bis zu 33 oder gar 35 Grad sowie die eine oder andere schauerartige Abkühlung einstellen. (mg)

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