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Kastrierter Soldat wird nach Folter getötet und in Grab gezerrt: Video soll Kriegsverbrechen zeigen

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Von: Lucas Maier

Krieg und seine Verbrechen: Neues Video aus der Ukraine schockiert.
Krieg und seine Verbrechen: Neues Video aus der Ukraine schockiert. (Symbolfoto) © Carol Guzy/dpa

Ein Video aus dem Ukraine-Krieg zeigt die Verstümmelung eines Mannes. In einem zweiten Video wird er getötet und in ein Grab gezerrt.

Update vom Sonntag, 31. Juli, 10.15 Uhr: Auf Anfrage unserer Redaktion, bestätigte Aric Toler vom Recherchenetzwerk Bellingcat nochmals den Inhalt des Videos. Mittlerweile auch das zweite Video vor. Auch dieses Video konnte von Bellingcat verifiziert werden, wie Toler auf Anfrage mitteilte.

Das zweite Video zeigt die Erschießung des Soldaten, der im ersten Video verstümmelt wurde. Dem Mann wird in dem Video aus unmittelbarer Nähe in den Kopf geschossen.

News zum Ukraine-Krieg: Zweites Video verifiziert – Misshandelter Soldat erschossen und in Grab gezerrt

Nach der Tötung des Soldaten, ziehen ihn seine Peiniger an zwei langen Seilen, die an dessen Knöcheln befestigt sind, in ein bereits ausgehobenes „Grab“, das sich unmittelbar neben dem Mann befindet. Im Unterschied zum ersten Video, wird in diesem zweiten Video, relativ eindeutig ersichtlich, dass der Soldat auf Seiten der Ukraine kämpfte.

Transparenzhinweis

Aufgrund der Brutalität in den Videos sieht unsere Redaktion davon ab, Screenshots oder ähnliches Material in diesem Artikel zu verwenden. Ebenso wurden Informationen ausgespart, die ein Auffinden der Videos möglich machen.

Die Verifizierung solcher Videos ist sehr schwierig. Eine hundertprozentige Garantie der Echtheit gibt es in den aller seltensten Fällen. Anhand von Details und Zusammenhängen kann lediglich eine Wahrscheinlichkeit der Echtheit der Aufnahmen belegt werden.

Er trägt die typischen gelb blauen Abzeichen auf seiner Uniform. Patches mit dem „Z“-Logo auf den Uniformen der Täter, untermauern die Identifizierung von Bellingcat. Ebenfalls auf Fahrzeugen, die im Hintergrund der Szenerie zu sehen sind, ist das pro-russische „Z“-Symbol zu sehen. Auch wenn die unzensierten Versionen der Videos größtenteils bereits gelöscht wurden, wird der getötete Mann in pro-russischen Chatgruppen auch weiterhin verspottet. Der von Bellingcat als mutmaßlicher Täter ausgemachte Soldat, wird in einigen dieser Gruppen glorifiziert.

Ukraine-Krieg: Kriegsverbrechen auf Videos dokumentiert

Erstmeldung vom Samstag, 30. Juli, 12.00 Uhr: Sjewjerodonezk – Der Ukraine-Krieg wird immer wieder in Videos im Netz dokumentiert. Darunter finden sich häufig auch solche mit vermeintlichen Kriegsverbrechen. Zuletzt machte ein Video die Runde, welches die Verstümmlung eines Gefangenen zeigen soll.

Aric Toler, ein Recherchespezialist des Kollektives Bellingcat, hat das Video mittlerweile ausgewertet. Gegenüber der Times soll er die Echtheit des Videos bestätigt haben, wie L’Essentiel die britische Zeitung zitiert.

Horror-Video aus der Ukraine: Pro-Russische Soldaten sollen Gefangenen kastriert haben

In dem Video, das fr.de vorliegt, ist ein Soldat zu sehen, der am Boden liegt. Die Arme des Mannes sind hinter dem Rücken gefesselt. Zwei Männer stehen links und rechts neben ihm, ein weiterer filmt die Situation. Der Mann auf der linken Seite trägt einen auffälligen Hut und blaue OP-Handschuhe. In seiner rechten Hand hält er ein grünes Teppichmesser.

Der Soldat am Boden windet sich gegen den Zugriff der Männer. Der Filmende steigt auf die Beine des offensichtlichen Gefangenen, um ihn ruhig zu stellen. Einer der Peiniger tritt immer wieder auf Genick und Kopf des am Boden liegenden Mannes. In weiteren Verlauf des Videos beugt sich der Mann mit dem Teppichmesser zu dem Gefangenen hinunter, um ihn zu verstümmeln. Dem Stöhnen nach zu urteilen, ist der Gefangene vor der Tortur geknebelt worden.

Video: Auch in Oleniwka ist Rede von Kriegsverbrechen

Video mit Kriegsverbrechen: Weder Russland noch Ukraine äußerten sich bisher

Weder die russische Seite, noch die ukrainische Seite haben sich bisher zu dem Video geäußert. Aber der Analyst Aric Toler konnte den mutmaßlichen Täter wohl identifizieren. Es soll sich um einen Soldaten handeln, der ursprünglich aus einer russischen Region am Kaspischen Meer stammen soll.

Identität gilt als gesichert: Recherchekollektiv vermutet Soldaten einer tschetschenischen Einheit dahinter

Die Identifizierung war nur möglich, da der mutmaßliche Täter zuvor von der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti im Asow-Chemiewerk in Severodonetsk gefilmt worden war. Vor allem Hut und Schuhe sollen bei der Identifizierung geholfen haben.

Er soll einer berüchtigten tschetschenischen Einheit angehören, wie die luxemburgische Tageszeitung L’Essentiel berichtet. Ein weiteres Video soll den Mord an dem in dem ersten Video verstümmelten Mann zeigen, heißt es auf Social Media-Kanälen, dies konnte bisher jedoch nicht verifiziert werden.

Asow-Regiment: Der Verstümmelte könnte dieser Einheit angehören

Bei dem Gefangenen könnte es sich um einen Angehörigen des Asow-Regiments handeln. Unter dem Twitter-Post von Aric Toler hat er Bilder mutmaßlicher Kameraden des Täters beigefügt, welche in dem Video von Ria Novosti derselben Einheit zugeordnet werden.

Auf den Bildern sind mindestens zwei der Männer dabei zu sehen, wie sie Hitler-Grüße machen. Ob es sich bei den Männern, die den rechten Arm zum Faschistengruß erhoben haben, tatsächlich um Mitglieder derselben Einheit wie der des Täters handelt, gilt bisher nicht als unabhängig bestätigt. Immer wieder zeigen Videos aus dem Ukrainne-Krieg Gefangene. (Lucas Maier)

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