Blick auf die Erde aus dem All.
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Solarenergie aus dem All. Ein Bauvorhaben macht den futuristischen Plan vielleicht bald möglich.

Übertragung auf die Erde

China arbeitet an riesigem Solarkraftwerk im All, um Energie für die Erde zu produzieren

  • Fabienne Mayer
    VonFabienne Mayer
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Die Idee, Sonnen-Energie aus dem All auf die Erde zu bringen, ist nicht neu. China ist jedoch das erste Land, dass sich dem Plan jetzt wirklich annimmt.

China - Was nach einem Science-Fiction-Roman klingt, wird derzeit im chinesischen Bishan Wirklichkeit. Nahe der Metropole Chongqin entsteht aktuell die erste Basisstation zur Umwandlung von Sonnen-Energie aus dem All. Vor allem in Japan und den USA wurde in der Vergangenheit bereits viel zur Nutzbarmachung von Solar-Kraft aus dem Weltraum geforscht. Bisher jedoch immer erfolglos. Nun startet China einen erneuten Versuch.

Solar-Energie aus dem All auf der Erde nutzen

Ironischerweise stammt die Idee tatsächlich aus der Feder eines Science-Fiction-Autors. Der US-Schriftsteller Isaac Asimov beschrieb in einer Kurzgeschichte bereits 1941 ein orbitales Solarkraftwerk, mithilfe dessen Energie auf die Erde übertragen werden soll. 32 Jahre nach Erscheinen des Buchs ließ sich ein amerikanischer Ingenieur die Idee patentieren. Infolgedessen wurde jahrzehntelang daran geforscht.

Nun sind es Wissenschaftler aus China, die das Konzept in ein nutzbares Verfahren und die Technik umsetzen wollen. Derzeit wird dort nämlich eine Basisstation erbaut, die Mikrowellen aus dem All in Strom umwandeln sollen. Vor allem die Universität Chongqing war an der Forschung beteiligt. Die Pläne für das Vorhaben stammen aus dem Jahr 2010. Jedoch musste das Mammut-Projekt immer wieder unterbrochen werden. Erst im Juni 2021 bekam es endgültig grünes Licht.

Übertragung von Solar-Energie aus dem Weltraum

Die Entwicklung ist mittlerweile weit vorangeschritten. In China rechnet man bereits Ende des Jahres mit der Fertigstellung der Station. Auch die ersten Tests sollen schon 2021 beginnen. Hierbei sollen Helium-Fesselballons erst auf 300 Meter, später auf 2.000 Meter Höhe geschickt werden. Ab 2030 planen die Wissenschaftler erste Tests im All. Hierbei soll auch herausgefunden werden, ob die Idee der Umwandlung von Sonnen-Energie in Mikrowellen, deren Empfang und natürlich auch ihre Rückumwandlung auf der Erde überhaupt wie vorgesehen durchführbar sind.

2050 will man mit der Testphase abschließen. Im Anschluss könnte dann das erste Solarkraftwerk im Weltraum errichtet werden und Solarstrom im Gigawatt-Bereich produzieren. Die gewonnene Energie will man unter anderem auch für die Stromversorgung für eine geplante Mondforschungsstation von China und Russland verwenden.

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