1. Startseite
  2. Deutschland & Welt

Omikron-Variante: Ausbreitung laut Experten nicht mehr zu stoppen

Erstellt:

Von: Kim Hornickel, Tobias Utz, Lukas Rogalla, Sophia Lother

Die Omikron-Variante des Coronavirus war erstmals in Südafrika nachgewiesen worden. Auch in Europa breitet sie sich rasant aus.

+++ 12.45 Uhr: Angesichts der sich rasant verbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus fordern Expertinnen und Experten schnelles Handeln der Politik und umsichtiges Verhalten der Bevölkerung. Sich von Hoffnungen leiten zu lassen oder allein auf das Gelingen der Booster-Kampagne zu vertrauen, reiche nicht, sagte beispielsweise die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek.

Der RKI-Wissenschaftler Dirk Brockmann, bekannt für seine Modellierungen zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten, forderte von der Politik einen Notfallplan, wie man auf verschiedene Szenarien reagieren könnte. Brockmann zog einen Vergleich mit dem Lockdown im Frühjahr 2020, mit dem die erste Welle gebrochen worden sei. Damals sei das Coronavirus jedoch nicht so übertragbar gewesen wie nun mit der Omikron-Variante. „Die Verdopplungszeit ist etwa drei bis vier Mal schneller als bei bisher bekannten Varianten. Da werden sehr schnell sehr hohe Zahlen erreicht“, sagte er. „Ich bin da relativ pessimistisch, dass man mit Maßnahmen das Ding so brechen kann wie in der ersten Welle.“ Es gelte aber, alles zu tun, um den Schaden möglichst klein zu halten.

Omikron-Variante von Corona: Fallzahlen schnellen in die Höhe

Deutschland stehe laut Modellierungsstudien eine Entwicklung wie in Großbritannien oder Dänemark bevor, wo die Fallzahlen derzeit in die Höhe schnellen. Über einen möglichen Lockdown sagte Brockmann: „Man muss über alles nachdenken, aber nicht so lange.“ Er fürchte, dass es zu einer Kaskade unerwarteter Ereignisse kommen könnte. In sehr vielen Fällen gleichzeitig drohe zum Beispiel auch das Personal in Krankenhäusern auszufallen. Die Ausbreitung von Omikron noch zu stoppen werteten Ciesek und Brockmann als ausgeschlossen. Sie könne nur verlangsamt werden.

Zahlreiche Nachtschwärmer sind auf der Großen Freiheit nahe der Reeperbahn auf St. Pauli unterwegs
Die Omikron-Variante des Coronavirus ist laut Forscherinnen und Forschern nicht mehr zu stoppen. (Symbolbild) © Jonas Walzberg/dpa

Corona: Omikron-Variante bald in Europa dominant? „Impfen allein wird nicht ausreichen“

+++ 09.05 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus könnte bald in Europa dominieren. Das ist die Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Demnach bestehe ein „sehr hohes Risiko“, dass sich Omikron Anfang nächsten Jahres durchsetzen wird. „Impfen allein wird hier nicht ausreichen“, machte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in Stockholm deutlich. Die Zeit sei zu knapp, um die zu geringe Impfquote in Europa ausreichend zu erhöhen. Das öffentliche Gesundheitsrisiko stuft die EU-Behörde als „sehr hoch“ ein.

Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die neue Virusvariante zu zusätzlichen Hospitalisierungen und Todesfällen führen werde. Das ECDC fordert Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen zu Weihnachten, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Ammon erteile der Hoffnung auf eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus im „Handelsblatt“ eine Absage: „Das gibt es bei anderen Virus-Erkrankungen wie der Influenza ja auch nicht“, sagte sie der Zeitung. „Insofern ist es ein Wunschdenken, dass diese Pandemie irgendwann wieder verschwindet. Zumindest nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren.“

Omikron-Variante: Südafrika verzeichnet neuen Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Update vom Donnerstag, 16.12.2021, 05.20 Uhr: In Südafrika ist ein neuer Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Die südafrikanischen Behörden meldeten am Mittwoch (16.12.2021) mit 26.976 Infektionen binnen eines Tages den höchsten Stand seit Pandemiebeginn. Der bisherige Rekord lag bei 26.485 und war am 3. Juli auf dem Höhepunkt der dritten Corona-Welle registriert worden. Damals wurden 108 Todesfälle gemeldet, am Mittwoch waren es 54.

Welle an Fällen schwappt durch ganz Großbritannien

+++ 20.20 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat vor einer massiven Welle an Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in Großbritannien gewarnt. „Die Omikron-Welle schwappt weiterhin durch das ganze Vereinigte Königreich“, sagte der konservative Politiker bei einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street am Mittwochabend. Er bat die Briten fast flehend darum, sich eine Booster-Impfung zu holen.

Großbritannien verzeichnete am Mittwoch mit 78.610 Fällen die höchste je innerhalb eines Tages registrierte Zahl an Neuinfektionen. Die Zahl von Fällen mit der Omikron-Variante verdopple sich nach derzeit in weniger als zwei Tagen, fuhr Johnson fort. Auch bei den Krankenhauseinweisungen sei ein Anstieg zu verzeichnen.

Großbritannien: Hohe Infektionszahlen aufgrund von Omikron-Variante

Der medizinische Chefberater der Regierung, Chris Whitty, fügte hinzu, das Land sei derzeit mit zwei verschiedenen Corona-Epidemien konfrontiert, einer mit der Delta-Variante und einer zweiten, sehr viel schneller fortschreitenden mit der Omikron-Variante.

Die britische Regierung hatte erst am Dienstag gegen massiven Widerstand in der konservativen Regierungspartei schärfere Corona-Maßnahmen vom Parlament absegnen lassen. Dazu gehören Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln und 3G-Regeln für Discos und bestimmte Großveranstaltungen.

Omikron-Variante: Täglich Hunderttausende Corona-Infektionen? Forscher warnen

+++ 17.00 Uhr: Zahlreiche Fachleute erwarten, dass die Omikron-Variante schon bald die vorherrschende Mutation des Coronavirus in Deutschland sein wird. Über den Zeitpunkt wird noch gestritten. Anlass zur Sorge, dass dieser Zeitpunkt bereits sehr bald eintreten könnte, geben nun Modellierungen aus Großbritannien. Britische Forscherinnen und Forscher haben berechnet, dass 400.000 bis 700.000 Corona-Neuinfektionen täglich möglich seien. Demnach würden sich zwischen Dezember 2021 und April 2022 rund 20 bis 34 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 infizieren.

Mit Bezug auf die Studien warnen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland vor derartigen Szenarien. „Es wäre ein Wunder, wenn das in Deutschland nicht ähnlich abläuft“, betonte Dirk Brockmann, Physiker an der Berliner Humboldt-Universität gegenüber der Rheinischen Post. Es gelte deshalb nun „vorausschauend, schnell und klug zu handeln“, so der Forscher. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek warnte am Mittwoch ebenfalls vor der Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland (s. Update v. 12.45 Uhr). Zwar helfe eine Booster-Impfung um den Schutz vor der Variante wieder zu erhöhen, das reiche allerdings nicht aus. Deshalb erklärte die Wissenschaftlerin, dass sie Abschaffung der Testpflicht für Geimpfte für ein fatales Signal halte.

Corona-Variante Omikron wohl deutlich infektiöser als andere Varianten

Auch Christoph Neumann-Haefelin, Immunologe am Freiburger Universitätsklinikum, äußerte sich gegenüber der Rheinischen Post besorgt bezüglich der Omikron-Ausbreitung. „Man sollte jetzt nachdenken, aber nicht zu lange“, sagte er. Die Politik müsse nun Vorbereitungen treffen, um die Ausbreitung der Corona-Variante einzudämmen.

Omikron gilt als deutlich infektiöser als die bisher aufgetretenen Varianten des Coronavirus. Eine große Sorge ist zudem, dass der Impfschutz deutlich geringer ist. Von Seiten der Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna hieß es bereits, dass die Vakzine – sofern geboostert werde – wirksam seien. Allerdings soll an neuen Impfstoffen bis zum Frühjahr beziehungsweise Sommer gearbeitet werden.

Omikron-Variante: Virologin Ciesek warnt vor falschen Booster-Erwartungen

+++ 12.45 Uhr: In Anbetracht der Omikron-Variante des Coronavirus warnt die Virologin Sandra Ciesek vor überhöhten Erwartungen an Booster-Impfungen. Auch eine Auffrischimpfung sei kein hundertprozentiger Schutz vor einer Infektion, sagte die Direktorin des Instituts für medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt am Mittwoch in einer Videoschalte. Sie verwies auf Fälle von bereits geboosterten Menschen, die sich selbst infiziert und auch andere Personen angesteckt hätten. „Im Moment habe ich das Gefühl, dass vermittelt wird: Lassen Sie sich boostern und die Welt ist wieder gut. Das ist nicht so.“ Insbesondere bei Kontakt mit Risikogruppen sei Vorsicht geboten.

Fachleute nehmen an, dass der Schutz Geimpfter vor schwerer Erkrankung bei Omikron besser sein dürfte als der Schutz vor einer Ansteckung. Nach bisherigen Daten ist Omikron in Deutschland im Vergleich zur Delta-Variante noch selten. Angesichts der Erfahrungen anderer Länder wird aber eine sehr rasche Zunahme in den nächsten Wochen auch hierzulande befürchtet.

Corona-Variante Omikron: von der Leyen „besorgt“

+++ 12.00 Uhr: Die Omikron Virusmutation werde schon bald in Europa vorherrschend sein, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Die Wissenschaft sagt uns, dass wir damit rechnen müssen, dass Mitte Januar bereits Omikron die neue dominante Variante in Europa sein wird“, so von der Leyen am Mittwoch (15.12.2021) vor dem EU-Parlament in Straßburg. Die neue Variante sei „offensichtlich noch ansteckender“ als die bisherigen.

Von der Leyen zeigte sich „besorgt“ über die Omikron-Mutation, die sich schnell verbreitet. Trotz der drängenden Lage, habe die EU jedoch ausreichend Corona-Impfstoff für alle Europäer und Europäerinnen. Und das sowohl für die Grundimmunisierung als auch für die Auffrischungsimpfungen, versicherte die Kommissionschefin. 62 Millionen Menschen in der EU hätten bereits eine Booster-Impfung erhalten. Die ersten Daten zu Omikron würden zeigen, dass die Auffrischungsimpfung der beste Schutz gegen Omikron sei, sagte von der Leyen.

Omikron-Variante: Hoffnung auf Vakzin gegen Corona-Variante steigt

Update vom Mittwoch, 15.12.2021, 09.30 Uhr: Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus setzt sich weiter fort. Hoffnung auf ein baldiges Vakzin gegen die Corona-Mutante macht nun das Bundesinstitut für die Zulassung von Impfstoffen. Die Hersteller der mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna hätten demnach signalisiert, dass sie innerhalb von sechs Wochen eine Stammanpassung umzusetzen können, sagte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, der Neuen Osnabrücker Zeitung am Mittwoch (15.12.2021).

Innerhalb weniger Wochen könnten so Millionen Dosen hergestellt werden. „Drei bis vier Monate erscheinen durchaus realistisch bei mRNA-, eventuell auch bei Vektor-Impstoffen, deren Originalimpfstoff bereits zugelassen ist.“

Es werde keinen Zeitverlust durch ein neues Zulassungsverfahren geben. Laut Cichutek könnte der Ausschuss für Human-Arzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), in dem das Paul-Ehrlich-Institut vertreten ist, innerhalb weniger Tage entscheiden. Sofern der neue Impfstoff lediglich ein etwas anderes genetisches Konstrukt enthalte als der ursprüngliche, der ja bereits eine EU-Zulassung habe, sei nur eine kleine klinische Prüfung erforderlich. Nichtklinische Untersuchungen könnten entfallen. Die Immunreaktion werde nur an einer geringen Zahl freiwilliger Probanden getestet.

Omikron-Variante: Corona-Impfungen schützen vor schweren Krankheitsverläufen

+++ 21.16 Uhr: Einer südafrikanischen Studie zufolge bieten zwei Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bei einer Infektion mit der Omikron-Variante. „Die doppelte Dosis des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zeigt eine 70-prozentige Wirksamkeit bei der Verringerung des Risikos von Krankenhausaufenthalten“, sagte der Leiter der an der Studie beteiligten privaten Krankenversicherung Discovery, Ryan Noach, am Dienstag (14.12.2021).

Die Studie, die Discovery zusammen mit dem Südafrikanischen Rat für medizinische Forschung (SAMRC) durchführte, basiert auf Proben von 78.000 PCR-Tests, die zwischen dem 15. November und dem 7. Dezember in Südafrika entnommen wurden. „Die Ergebnisse ermutigen uns sehr“, so SAMRC-Leiterin Glenda Gray. Discovery-Chef Noach warnte jedoch davor, dass die Gesundheitssysteme trotz des recht guten Impfschutzes bald überlastet sein könnten. Die Omikron-Variante breite sich in Südafrika und weiteren Ländern rasant aus und die Zahl der Neuinfektionen sei sehr hoch.

Britische Expertin vermutet noch schnellere Verbreitung von Omikron

+++ 15.30 Uhr: Eine britische Expertin sieht Anzeichen dafür, dass sich die Omikron-Variante des Coronavirus noch schneller verbreiten könnte als bislang angenommen. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Infektionen mit der Corona-Variante innerhalb von zwei bis drei Tagen verdoppelt, sagte die medizinische Chef-Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde (UKHSA), Susan Hopkins, am Dienstag in London vor einem Parlamentsausschuss. „Es scheint im Moment, als sei diese Wachstumsrate eher noch kürzer als länger.“ Sie sei besorgt darüber, wie viele Menschen sich jeden Tag infizieren, und rechne mit sehr schwierigen Wochen.

Richard Neher, der Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel, warnte auf Twitter vor zu schnellen Schlussfolgerungen, sollten die Omikron-Fallzahlen in einem Land vermeintlich nicht mehr so schnell ansteigen wie zunächst. Es sei angesichts sehr hoher Fallzahlen wahrscheinlich, dass Test-Kapazitäten an ihre Grenzen kämen und es zu Verzögerungen bei der Meldung von Fällen komme, schrieb er.

Corona-Variante Omikron: Söder fordert Strategiewechsel

+++ 14.30 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für Deutschland eine einheitliche Strategie gegen die Omikron-Variante des Coronavirus gefordert. „Wir brauchen neben dem jetzigen Delta-Management eine einheitliche nationale Omikron-Strategie“, sagte Söder am Dienstag in München nach gemeinsamen Beratungen der Landeskabinette von Bayern und Sachsen. Söder forderte zugleich eine baldige neue Ministerpräsidentenkonferenz – noch in diesem oder zumindest „sehr früh“ im neuen Jahr.

Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt wegen ihrer schnellen Verbreitung für große Unsicherheit. In Bayern gibt es Söder zufolge aktuell 87 Verdachtsfälle und 39 bestätigte Ansteckungen. Söder begründete die Notwendigkeit einer einheitlichen Strategie unter anderem mit einem unterschiedlichen Vorgehen der Bundesländer. So werde mit Einreisenden aus Südafrika am Flughafen in München strenger umgegangen als in Frankfurt am Main, sagte der bayerische Ministerpräsident. Dies führe dazu, dass die Flüge aus Südafrika in München weniger würden, in Frankfurt aber zunähmen.

Corona-Variante Omikron: Neue Details zu Biontech-Booster

+++ 13.30 Uhr: Durch die dritte Corona-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer soll „signifikanter Schutz“ vor der Omikron-Variante bestehen. Das legen die Ergebnisse einer neuen Studie vom Sheba Medical Center und dem Zentralen Virologie-Labor des Gesundheitsministeriums in Israel nahe.

Der Schutz sei etwa viermal geringer als gegen die Delta-Variante, die derzeit in Deutschland dominiert – aber deutlich besser, als zunächst befürchtet. Ob die Wirksamkeit der Auffrischungsimpfung im Laufe der Zeit ebenfalls abnimmt, sei unklar und werde noch untersucht, teilte Dr. Gili Regev-Yochay der Jerusalem Post mit. Sie ist Leiterin der Abteilung der epidemiologischen Infektionskrankheiten am Sheba Medical Center.

VarianteAnteil in der Kalenderwoche 48 in Deutschland
Delta99,5 Prozent
Alpha0,1 Prozent
Omikron0,1 Prozent
Quelle: RKI

Forschungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Oxford in England untersuchten die Booster-Wirkung durch Labortests mit Blutproben von Geimpften, welche die Impfstoffe von Astrazeneca oder Biontech/Pfizer erhalten hatten. Laut der Studie, die am Montag veröffentlicht wurde, gibt es aber noch keine Beweise dafür, dass die niedrigeren Antikörperspiegel bei Omikron zu einem höheren Risiko für schwere Erkrankungen oder Todesfälle führen könnten. „Das sind wichtige Daten, sie zeigen aber nur einen Teil des Bildes. Sie betrachten nur neutralisierende Antikörper nach der zweiten Dosis, sagen uns aber nichts über die zelluläre Immunität, und die wird auch getestet“, sagte der Impfstoff-Wissenschaftler und einer der Autoren der Studie, Matthew Snape

Corona-Variante Omikron: Experte warnt vor „Flutwelle“ in Deutschland

+++ 11.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Lauterbach hatte angekündigt, mit den Gesundheitsministern der Länder am Dienstag über eine solche Lockerung für Menschen mit Auffrischungsimpfung zu beraten. Die Minister tagen am Nachmittag zur flächendeckenden Aufhebung der Testpflicht, einige Bundesländer haben diese bereits abgeschafft. Teichert sieht die Pläne mit Sorge: Die Omikron-Variante sei auf dem Vormarsch und es sei noch unklar, wie gut die Auffrischungsimpfungen dagegen wirkten. „Solange wir nicht genügend Daten haben, um dies sicher sagen zu können, sollten wir keine voreiligen Schritte gehen“, mahnte Teichert. „Es wäre falsch, zu diesem Zeitpunkt bewährte Instrumente wie die Schnelltests aus der Hand zu geben.“ Je breiter getestet werde, desto besser könnten Infektionen entdeckt und Infektionsketten nachverfolgt werden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte die Gesundheitsminister von Bund und Ländern davor, mit diesem Schritt alte Fehler zu wiederholen: „Mit der Omikron-Variante rollt eine Flutwelle auf Deutschland zu“, sagte Vorstand Eugen Brysch den Funke-Zeitungen. „Deshalb dürfen die Gesundheitsminister keine Lockerungen beschließen.“ Vor Weihnachten politische Geschenke zu machen, das werde im Januar abgestraft. „Genau den Fehler gab es schon im letzten Jahr. Das darf sich jetzt nicht wiederholen“, mahnte Brysch. Der Präsident des Deutschen Landkreistags stellte sich dagegen hinter Lauterbachs Vorhaben: „Es ist gut nachvollziehbar, für Geboosterte die Testpflicht entfallen zu lassen“, sagte Landkreispräsident Reinhard Sager den Funke-Zeitungen. Der Schutz sei mit der dritten Impfung deutlich wirksamer.

Corona-Gipfel: Niedersachsens Gesundheitsminister sieht „rasend schnelle“ Omikron-Verbreitung

+++ 10.20 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus wird sich nach Einschätzung der niedersächsischen Gesundheitsministerin auch in Deutschland schnell ausbreiten. „Wir gehen davon aus [...], dass wir im Grunde Ende Januar, Anfang Februar Omikron schon als vorherrschende Variante in Deutschland haben werden“, sagte Daniela Behrens (SPD*) am Dienstagmorgen im Gesundheitsausschuss des Landtags in Hannover. Die Variante verbreite sich „rasend schnell“. Gegen Nachmittag berät Behrens mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf dem Corona-Gipfel.

Behrens betonte, dass die eingesetzten Impfstoffe auch gegen Omikron wirkten. Unklar sei aber noch, ob die Intensität von zwei Impfungen für die Immunantwort ausreiche. Die Ministerin erklärte zudem, dass die in Niedersachsen geplante Weihnachtsruhe vor allem zur Eindämmung der Omikron-Variante gedacht sei. Die Landesregierung verschärft von Heiligabend bis zum 2. Januar die Corona-Regeln – unabhängig von den dann aktuellen Indikatoren zur Corona-Lage. Damit geht das Land einen Sonderweg.

Corona-Gipfel: Expertenrat berät erstmals Maßnahmen

+++ 09.00 Uhr: Am Dienstag berät erstmals ein Expertenrat der Bundesregierung bezüglich weiterer Corona-Maßnahmen. Karl Lauterbach, neuer Bundesgesundheitsminister, will das Gremium der Fachleute aus der Wissenschaft zukünftig stärker in Entscheidungen einbeziehen. „Politik in der Pandemie braucht wissenschaftliche Beratung“, so Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post.

Seine neue Linie will der neue Bundesgesundheitsminister bei einem Expertentreffen am Dienstag (14.12.2021) umsetzen. Bei der ersten Zusammenkunft des neuen Expertenrats der Bundesregierung diskutieren Politiker, Mediziner und Wissenschaftler anderer Fachbereiche. Und Karl Lauterbach verspricht, die Meinung der Expertinnen und Experten erst zu nehmen. „Der Austausch mit den früheren Kolleginnen und Kollegen wird Basis meines Krisenmanagements und der gesamten Bundesregierung sein“, sagte Lauterbach.

Gefahr durch Corona-Variante Omikron: Ablaufdatum für Impfzertifikate gefordert

Update vom Dienstag, 14.12.2021, 06.30 Uhr: Wegen der sich weiterhin ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus mahnt der Grünen*-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen eine umfassende Vorbereitung an. „Omikron schlägt sich zwar noch nicht morgen in erneut steigenden Inzidenzen nieder, aber wir müssen heute bereits Vorsorge treffen“, sagte Dahmen der Rheinischen Post. Der Grünen-Politiker forderte drei konkrete Schritte: Der Abstand zwischen zweiter und dritter Impfung müsse verkürzt werden, ein Ablaufdatum für die Impfzertifikate und eine neue Einreiseverordnung seien nötig.

Bei dem am Dienstag (14.12.2021) anstehenden Corona-Gipfel der Gesundheitsminister werden neue Beschlüsse erwartet, um das Impftempo angesichts von Omikron noch einmal zu erhöhen.

Corona-Variante Omikron: „Run“ auf Impfzentren in Großbritannien

+++ 15.00 Uhr: Bereits bevor bekannt wurde, dass in Großbritannien „mindestens ein Patient“ an den Folgen einer Corona-Infektion mit der Omikron-Variante verstorben ist, wurde festgestellt, dass sich die Mutation mit „phänomenaler Geschwindigkeit“ ausbreite. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid dem TV-Sender Sky News.

Premierminister Boris Johnson appellierte bereits mehrfach an die Bevölkerung, sich boostern zu lassen. Seine Aufrufe scheinen nun zu wirken. Am Montag (13.12.2021) gab es in Großbritannien* förmlich einen „Run“ auf die Impfzentren und Apotheken. Bereits vor 09.00 Uhr am Morgen hatten sich mehr als 110.000 Menschen gegen das Coronavirus das dritte Mal impfen lassen.

+++ 13.00 Uhr: In Großbritannien gibt es den ersten Todesfall, der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion der Omikron-Variante steht. Das teilte Premierminister Boris Johnson* am Montag (13.12.2021) mit. „Traurigerweise führt Omikron zu Krankenhausaufenthalten, und leider wurde bestätigt, dass mindestens ein Patient an Omikron gestorben ist“, so Johnson bei einem Besuch einer Impfklinik in London.

+++ 12.45 Uhr: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer* wirkt offenbar schwächer gegen die kursierende Omikron-Variante des Coronavirus. Das zeigt eine Studie, die beispielsweise auch das Vakzin von Astrazeneca* untersucht hat. Grundlage der Studie waren Bevölkerungsdaten aus Großbritannien. Laut Angaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigte sich allerdings der Nutzen einer Booster-Impfung. Dadurch sei der Impfschutz deutlich erhöht worden.

Omikron: Lauterbach enthüllt Pläne, wie neue Corona-Welle abgewendet werden soll

Erstmeldung von Montag, 13.12.2021, 09.30 Uhr: Berlin – Die Corona-Variante Omikron breitet sich nun auch in Deutschland aus – und das zu einem dramatischen Zeitpunkt. Denn: Bereits vor dem Aufkommen der Variante kletterte die bundesweite Inzidenz stetig an. Die Fallzahlen der Corona-Ansteckungen in Deutschland* sind seit Wochen hoch, die Inzidenz zeitweise oberhalb von 400.

Wie das Robert Koch-Institut mitteilt, ist die vorherrschende Variante in Deutschland noch immer die Delta-Variante.* In der Kalenderwoche 48 infizierten sich noch immer über 99 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit dieser Variante. Weniger als ein Prozent steckten sich mit der Alpha-Variante* und Omikron an. Doch die bisherigen Forschungsergebnisse zur neuen Mutante, weisen darauf hin, dass diese Zahlen bald deutlich steigen könnten, und besorgen Fachleute aus aller Welt.

Corona-Variante Omikron: Modell zeigt, was die Mutante so gefährlich macht

Demnach weicht die Corona-Variante Omikron dem Impfschutz* aus. Virologin Sandra Ciesek drängte bereits auf Twitter, dass „die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll“ seien. Zum Verlauf der Mutante scheinen die Forschungsergebnisse auf den ersten Blick wie eine positive Nachricht. Denn die Variante könnte zwar ansteckender, aber nicht tödlicher sein. Doch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach* sah sich auf Twitter gezwungen, auch diese leise Hoffnung zunichtezumachen.

Corona-Mutante Omikron: Karl Lauterbach teilt beunruhigendes Modell

In seinem Tweet teilte Lauterbach eine Modellrechnung der Biologin Gasperowicz von der Universität Calgary in Kanada. Das Modell zeigt die Fallzahlen von drei möglichen Varianten. Eine mit schneller Übertragbarkeit und normalem Krankheitsverlauf, die andere mit einer hohen Übertragbarkeit, die vergleichsweise „mild“ verläuft. Die Todesfälle bei letzterer sind im Zeitverlauf genauso hoch. Die niedrigste Zahl der Todesfälle liegt bei der Variante vor, deren Übertragbarkeit eher gering und deren Tödlichkeit dafür doppelt so hoch ist.

Lauterbach kommentierte das Modell mit den Worten: „Hier sieht man noch einmal in Modellrechnung, weshalb Corona Varianten, die viel ansteckender sind, deutlich mehr Menschen töten als tödlichere, die sich nicht schnell ausbreiten. Schwerer Verlauf tötet linear, hohe Ansteckung tötet exponentiell. Da liegt die Gefahr durch Omikron“. Doch was kann dagegen unternommen werden?

Lauterbach über Corona-Variante Omikron: „Booster-Impfung unfassbar wertvoll“

Auch hierzu äußerte sich der neue Gesundheitsminister. Bei Anne Will* in der ARD* setzt er klar auf das Boostern. Denn mit der dritten Impfung steige der Schutz wieder auf 75 Prozent. Die Menschen, die sich trotz Corona-Impfung infizierten, würden in der Regel nicht schwer erkranken. „Somit ist die Booster-Impfung unfassbar wertvoll, weil wir damit sowohl die Delta-Welle beenden können, wie auch die Omikron-Welle abwenden können“, so Lauterbach.

Daher will der Bundesgesundheitsminister Booster-Impfungen zu einem seiner Schwerpunkte in den nächsten Monaten machen. Wichtig sei es, die Delta-Welle nun herunterzudrücken. Ab April oder Mai rechnet Lauterbach damit, dass es die ersten „Anti-Omikron-Impfstoffe“ geben wird. „Wenn wir bis dahin die Delta-Welle durchbrochen haben und haben mit der Booster-Impfung die Omikron-Welle noch vor uns geschubst, dann kommen wir ganz gut durch“, macht Lauterbach schließlich doch ein wenig Hoffnung. (slo/tu/kh/lrg mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant