Simulation eines Schwarzen Lochs der NASA
+
Schwarze Löcher strahlen womöglich Energie aus einem vergangenen Universum aus.

Nach dem Urknall ist vor dem Urknall

Nobelpreisträger glaubt, dass ein anderes Universum vor unserem existierte

  • Sven Barthel
    VonSven Barthel
    schließen

Es gab ein früheres Universum vor dem Urknall, und Beweise für seine Existenz können immer noch in Schwarzen Löchern beobachtet werden, behauptet der Physiker und Nobelpreisträger Sir Roger Penrose.

Oxford - Ungefähr 13,8 Milliarden Jahre reicht der Beginn unseres Universums zurück, der in der Kosmologie als Urknall bezeichnet wird und den Anfangspunkt der Entstehung von Marterie, Raum und Zeit markiert. Und was war davor? War da überhaupt etwas? Der britische Physiker Sir Roger Penrose (89) ist davon überzeugt, dass schon vor dem Big Bang ein früheres Universum existierte.

Penrose ist nicht irgendwer. Eine Menge wissenschaftlicher Entdeckungen sind nach ihm benannt, die über einen eigenen Wikipedia-Eintrag verfügen: Die Penrose-Parkettierung, die Moore-Penrose-Pseudouniverse, die Penrose-Diagramme, der Penrose-Prozess und, und, und. Seine Forschung prägt seit den 1960er Jahren das Bild unseres Universums und machte ihn zu einem der bedeutendsten Denker unserer Zeit.

Er lehrt an der Universität Oxford und arbeitete mit seinen Studenten Stephen Hawking zusammen. Gemeinsam machten sie bahnbrechende Entdeckungen zu Einsteins Relativitätstheorie. Penrose erhielt zahlreiche Ehrungen und wurde 2020 mit dem Physik-Nobelpreis für seine Forschung über Schwarze Löcher ausgezeichnet.

Nobelpreisträger Sir Roger Penrose glaubt an ein zyklisches Universum

Penrose argumentiert, dass die Existenz von unerklärlichen Flecken elektromagnetischer Strahlung am Himmel - bekannt als "Hawking-Punkte" - Überbleibsel eines früheren Universums sind. Sie sollen von Schwarzen Löchern (Merkur.de* berichtete) vom älteren Universum in unser Universum übertragen werden. "Der Urknall war nicht der Anfang. Es gab etwas vor dem Urknall und dieses Etwas ist das, was wir in unserer Zukunft haben werden", sagte Sir Roger, laut The Telegraph. Heißt: Penrose glaubt auch, dass es in ferner Zukunft einen weiteren Urknall geben wird.

„Wir haben ein Universum, das sich ausdehnt und ausdehnt, bis alle Masse zerfällt und nur noch Strahlung zurückbleibt. Doch anstatt in unendlicher Zeitlosigkeit zu enden, wird die Zeit durch einen neuen Urknall wiederkehren.“ Entgegen der bisherigen Annahme, dass sich das Universum* nach dem Urknall unendlich weit ausdehnt, geht Penrose von einem zyklischen Universum aus.

Der Urknall wäre dann nur einer von unendlich vielen Übergängen zwischen zwei „Äonen“ genannten kosmischen Zeitaltern. Penroses Theorie eines Universums, das zwischen Zeitlosigkeit und Zeit hin- und herpendelt, ist unter Physikern umstritten.

Doch seinen Skeptikern begegnet Sir Roger mit Gelassenheit und antwortet ihnen, dass Schwarze Löcher auch als nur in der Mathematik existierend abgetan wurden, bis ihre Existenz in der Realität bewiesen wurde. Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren