Eine Frau läuft an einem Gasthaus vorbei, dessen Außenbereich geschlossen ist.
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Ein Stuttgarter Arzt fordert einen strengen Lockdown - aber nur für alle, die noch nicht gegen Corona geimpft sind.

„Ich als Geimpfter sehe das lockerer“

Stuttgarter Arzt fordert: „Strenger Lockdown für Nicht-Geimpfte“ - er selbst ist geimpft

  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Ein Vorsitzender der Stuttgarter Ärzteschaft plädiert wegen der steigenden Corona-Zahlen für einen strengen Lockdown über Ostern - jedoch nur für die Nicht-Geimpften.

Stuttgart - Eigentlich würde man sich gerne auf das bevorstehende Osterfest freuen. Doch ganz normal wird man auch dieses Jahr nicht feiern können. Während viele Menschen zunehmend erschöpft von den Pandemie-Maßnahmen zu sein scheinen, nehmen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg (*BW24 berichtete) aktuell wieder zu. Experten beurteilen die Lage nach wie vor kritisch. So fordert ein Ludwigsburger Klinik-Chef sofort einen harten Lockdown*. Nun äußerte sich auch die Stuttgarter Ärzteschaft - und formulierte ihre Forderungen noch etwas konkreter.

Mit „sehr gemischten Gefühlen“ blickt Ewald Hommel, Arzt am Marienhospital in Stuttgart und Vize-Vorsitzender der Stuttgarter Ärzteschaft, auf Ostern. Im Interview mit dem SWR sprach er von einem „strengen Lockdown - zumindest für Menschen, die nicht geimpft sind“. Konkret fordert er einen Lockdown mit Ausgangssperren über zwei Wochen. Er selbst sehe ein Treffen mit seinen Angehörigen hingegen relativ locker, da er bereits geimpft sei.

Stuttgarter Arzt: „Werden um einen härteren Lockdown nicht herumkommen“

Im Marienhospital seien „innerhalb kürzester Zeit zehn Patienten stationär und ein elfter auf Intensiv“ dazugekommen, sagte der Arzt aus der Landeshauptstadt Stuttgart* dem SWR. Kritisch sei die Lage auf den Intensivstationen noch nicht. Trotzdem werde man „wahrscheinlich nicht um einen härteren Lockdown herumkommen“, weil die Zahlen stetig steigen. Das Impfen sieht er als „einzigen Ausweg aus der Pandemie.“

Während auch andere Experten die Wichtigkeit der Corona-Impfungen betonen, herrscht in Baden-Württemberg derzeit jedoch ein Impf-Debakel*. So ist noch nicht einmal die Gruppe mit oberster Priorität vollständig geimpft. Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen: Im Vergleich mit anderen Ländern schneidet der Südwesten mit einer Durchimpfung von 59,1 Prozent der Über-80-Jährigen schlecht ab. Nur in Mecklenburg-Vorpommern wurden mit 49,8 Prozent weniger Menschen aus der höchsten Risikogruppe geimpft.

In vielen Städten wurde der Lockdown nach dem erneuten Anstieg der Neuinfektionen verschärft. Auch in Stuttgart gelten wieder härtere Corona-Regeln*. Nachdem es zuletzt einige Lockerungen gegeben hatte - wie beispielsweise die Wiederöffnung der Wilhelma - sind nun wieder Schließungen angesagt*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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