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Japan: Nach Bootsunglück bei Hokkaido steigt die Zahl der Todesopfer

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Ein Ausflugsboot ist am Wochenende an der Küste der japanischen Insel Hokkaido gesunken. 26 Menschen waren an Bord. Die Zahl der Todesopfer steigt.

Tokio – Nachdem am Samstag, 23. April ein Ausflugsboot mit 26 Menschen an Bord vor der Küste Hokkaidos in Japan gekentert ist, hat sich die Zahl der Todesopfer auf 11 erhöht. Ein von den Einsatzkräften in der Nacht zum Montag im eisigen Meer entdecktes Mädchen sei tot, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Dreijährige habe bewusstlos im stürmischen Meer getrieben und sei in ein Krankenhaus gebracht worden – doch für sie kam jede Hilfe zu spät. Am Sonntag, 24. April wurde bereits der Tod von zehn Menschen bestätigt. Sie seien aus dem Meer und zwischen Felsen geborgen worden.

Rettungskräfte haben nach den anderen 15 Menschen an Bord der „Kazu 1“ weiter gesucht, berichtet die dpa. An der Suche seien neben der Küstenwache und der Marine auch Fischerboote und Ausflugsschiffe beteiligt gewesen. Jedoch sei die Überlebenschance im eiskalten und rauen Meer vor der Küste der Halbinsel Shiretoko auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido gering.

Nach einem Bootsunglück vor der Küste der japanischen Insel Hokkaido transportieren Rettungskräfte eine geborgene Person aus einem Hubschrauber.
Nach einem Bootsunglück vor der Küste der japanischen Insel Hokkaido transportieren Rettungskräfte eine geborgene Person aus einem Hubschrauber. © Koki Sengoku/dpa

Ausflugsboot kentert bei japanischer Insel Hokkaido: Rettungskräfte suchen mit Hubschraubern nach Überlebenden

Die „KAZU I“ hatte laut Informationen der dpa am Samstag einen Notruf abgesetzt: Am Bug dringe Wasser ein, der Motor sei ausgefallen. Kurz darauf die Meldung: Das Boot habe starke Schlagseite. Danach sei der Kontakt abgebrochen. An Bord befanden sich der 54-jährige Kapitän und sein 27-jähriger Mitarbeiter sowie 24 Passagiere, darunter zwei Kinder. Sie stammten aus verschiedenen Gegenden Japans, auch aus Tokio.

Die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) berichtet zudem, dass alle Menschen an Bord der „Kazu 1“ Schwimmwesten getragen hätten. Nachdem das Ausflugsschiff einen Notruf abgesetzt hatte, haben Rettungskräfte die Opfer mit Hubschraubern im Wasser gefunden und sie in Krankenhäuser gebracht. Erst später seien sie für tot erklärt worden. Der Grund: Japanische Behörden ließen sich mit der Bestätigung von Todesfällen bei Unfällen und Naturkatastrophen oft Zeit, da Gerichtsmedizinerinnen und Gerichtsmediziner die Todesfälle bestätigen müssten. Normalerweise würden die Leichen identifiziert und die Angehörigen benachrichtigt, bevor die Informationen an die Öffentlichkeit kämen.

Vor der Küste der japanischen Insel Hokkaido kenterte das Ausflugsboot „Kazu 1“, 26 Menschen waren an Bord Dieses von der japanischen Küstenwache veröffentlichte Foto zeigt ein orangefarbenes Rettungsfloß des Ausflugsbootes.
Vor der Küste der japanischen Insel Hokkaido kenterte das Ausflugsboot „Kazu 1“, 26 Menschen waren an Bord. Dieses von der japanischen Küstenwache veröffentlichte Foto zeigt ein orangefarbenes Rettungsfloß des Ausflugsbootes. © Dpa

Nach Angaben japanischer Behörden habe es zum Unglückszeitpunkt starken Wind und Wellengang gegeben. Fischerboote seien an die Küste Shiretokos wegen der schlechten Wetterverhältnisse zurückgekehrt. Die „Kazu 1“ habe seine Fahrt hingegen fortgesetzt. Das Verkehrsministerium habe deshalb beim Betreiber des Ausflugsbootes überprüft, ob die Sicherheitsrichtlinien eingehalten worden sind.

Auch im März 2022 erschütterte eine Katastrophe Japan: Bei einem Erdbeben in Fukushima wurden 200 Menschen verletzt.

Bootsunglück bei japanischer Insel Hokkaido: Ausflugsboot hatte nicht zum ersten Mal einen Unfall

Das Ausflugsboot habe nicht das erste Mal einen Unfall gehabt. Im Juni 2021 sei die „Kazu 1“ in seichtem Wasser auf Grund gelaufen. Das Schiff habe damals ohne fremde Hilfe jedoch wieder in den Hafen zurückkehren können. Die Polizei habe gegen den Kapitän wegen Fahrlässigkeit ermittelt.

Die Shiretoko-Halbinsel liegt an der nordöstlichen Spitze der japanischen Insel Hokkaido. Die Temperaturen sind dort derzeit eisig. Die Halbinsel gehört zum Unesco-Weltnaturerbe. Sie ist bekannt für ihre einzigartige Tierwelt, darunter den vom Aussterben bedrohten Stellerschen Seelöwen sowie Zugvögel und Braunbären. (ter/afp/dpa)

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