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Rettungskräfte bei Garmisch-Partenkirchen: „Anblick ließ einen kurz zusammenzucken“

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Von: Kim Hornickel

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte waren nach den Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Was sie erlebt haben, prägt die Helferinnen und Helfer.
Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte waren nach den Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Was sie erlebt haben, prägt die Helferinnen und Helfer. © Angelika Warmuth / dpa

Bei einem Zug-Unglück sterben fünf Menschen. Rettungskräfte von THW und Feuerwehr erzählen, wie sie die schweren Stunden in Garmisch-Partenkirchen erlebt haben. 

Garmisch-Partenkirchen – Nach dem schweren Zug-Unglück bei Garmisch-Partenkirchen am Freitag (3. Juni) sind die gröbsten Spuren des Unglücks bereits beseitigt und die Bergungsarbeiten schreiten schnell voran. Die Rettungskräfte, die in den letzten Stunden und Tagen in Bayern im Einsatz waren, werden allerdings noch einige Zeit mit dem Erlebten ringen. In den sozialen Medien teilen Helferinnen und Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) ihre Erlebnisse und geben Einblick in die belastenden Stunden, die hinter ihnen liegen.

„Der Anblick, der sich einem bot, ließ einen kurz zusammenzucken und machte deutlich, dass es Unglücke eben nicht nur in den Nachrichtensendungen, sondern leider auch immer wieder vor der eigenen Haustüre gibt“, schrieb die Freiwillige Feuerwehr Partenkirchen am Sonntag (5. Juni) auf ihrer Facebook-Seite. Zu dem Zeitpunkt lagen bereits zwei Tage Dauereinsatz hinter den Rettungskräften. „Viele Stunden unermüdlichen körperlich und seelisch anspruchsvollen Einsatz, den die meisten von ihnen durchgehend leisteten“, so die Feuerwehr Garmisch-Partenkirchen auf Facebook.

Fünf Menschen konnten die Einsatzkräfte trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen nur noch tot aus dem zerstörten Regionalzug bergen, 44 weitere wurden bei dem Unglück teilweise schwer verletzt. Ganz Deutschland verfolgte die Bergung über die Nachrichten, Hunderte trauern um die Toten vor Ort.

Zug-Unglück in Garmisch-Partenkirchen: Mitgefühl für Rettende und Angehörige

Auch in den sozialen Medien drücken viele ihr Mitgefühl für die Opfer aus und unterstützen die Rettungskräfte. Die Kommentarspalten sind gefüllt mit Menschen, die gegenüber den Helferinnen und Helfern „Respekt, Dank und Anerkennung“, ausdrücken. Viele Menschen zeigen sich tief berührt. „Tränen in den Augen beim Lesen des Beitrags. Danke für euren unermüdlichen Einsatz“, schrieb zum Beispiel eine Nutzerin. „Ich ziehe meinen Hut vor euch! Für eure geleistete Arbeit dort gibt es keine Worte!“, so ein anderer Facebook-Nutzer.

Die Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen haben alle Rettungskräfte vor eine Belastungsprobe gestellt.
Die Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen haben alle Rettungskräfte vor eine Belastungsprobe gestellt. © Angelika Warmuth / dpa

Um die verkeilten Zugteile zu trennen und noch vermisste Menschen zu erreichen, rückte neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk zur Unglücksstelle aus. Für den Abtransport der Zugteile mussten die ineinander verkeilten Waggons zerteilt werden. „Dabei kommen auch immer noch persönliche Gegenstände der Betroffenen zum Vorschein, die wir mit der Polizei sichern“, schrieb das THW über den Einsatz.

Für die Rettungskräfte wurde der Einsatz in Garmisch-Partenkirchen zu einer Belastungsprobe: „Es waren bis zu 500 Kräfte im Einsatz. Physisch wie auch psychisch brachte dieses tragische Ereignis viele Helfende an ihre Grenzen“, erklärte die Feuerwehr Garmisch auf ihrer Facebook-Seite.

Tote und Verletzte nach Zugunglück: Rettungskräfte nach Einsatz nachdenklich

Doch der Einsatz erforderte von den Retterinnen und Rettern auch volle Konzentration. „In einem solchen Moment denkt man nicht nach: man beginnt, das, was man geübt hat und wofür man den freiwilligen Dienst am Nächsten eingegangen ist“, beschreibt die Feuerwehr die ersten Momente des Rettungseinsatzes.

Nach dem Einsatz werden die Rettungskräfte jedoch nachdenklich. „Jetzt, nachdem wir zu Hause sind, und das Ganze auch sacken lassen können, sind unsere Gedanken bei den Verletzten“, heißt es in dem Beitrag und die Facebook-Nutzerinnen und Nutzer fühlen mit und wünschen „viel Kraft das Erlebte zu verarbeiten.“ (Kim Hornickel)

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