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Drosten mit optimistischer Prognose: Pandemie-Ende noch 2022 - unter einer Bedingung

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Von: Magdalena Fürthauer

Trotz der durch Omikron steigenden Zahlen gibt sich Christian Drosten ungewohnt optimistisch. Er glaubt an das Ende der Pandemie 2022 – wenn eine wichtige Maßnahme umgesetzt wird.

München - Vor zwei Jahren kannte ihn allen voran die Wissenschaftsgemeinde, heute ist Christian Drosten deutschlandweit bekannt als einer der führenden Coronavirus-Experten. Während die Zahlen durch die Omikron-Variante scheinbar unaufhörlich steigen, gibt sich der Virologe jedoch ungewohnt optimistisch. Er sei sich „komplett sicher“, dass das Leben wieder wie vor der Pandemie wird. Und das in gar nicht mal so langer Zeit, wie er im Interview mit dem Tagesspiegel prognostiziert.

Christian Drosten: Ende der Pandemie noch 2022 - wenn wichtige Maßnahme umgesetzt wird

Ihm sei schon im Januar 2020 klar gewesen, dass es sich bei Sars-CoV-2 um ein ernstzunehmendes Virus handle. Jedoch sei er wie viele andere davon ausgegangen, dass es nicht allzu ansteckend sei. Die ersten Messungen der Viruslast von asymptomatisch Infizierten seien jedoch „eine Überraschung“ gewesen. China habe daher mit dem frühen, harten Lockdown sehr vorausschauend reagiert, so Drosten.

Omikron sei nun als „Chance“ zu sehen. Während Alpha und Delta nämlich noch „Fitness-Sprünge“ gewesen seien, wodurch sie sich besser an den Menschen angepasst hätten, sei Omikron eine Immunflucht-Variante. „Das ist eine Reaktion auf die sich entwickelnde Bevölkerungsimmunität“, so Drosten gegenüber dem Tagesspiegel. Diese Immunität gelte es jedoch nun durch Impfungen hoch zu halten, nur so komme man aus der Pandemie heraus.

Christian Drosten: Coronavirus werde auch weiterhin mutieren

Für das Coronavirus* gebe es außerdem nur einen begrenzten Mutationsraum. „Das Virus kann nicht das Spike-Protein strukturell so stark verändern, dass es gar nicht mehr wiederzuerkennen ist“, meint der Virologe. Wie schon Gesundheitsminister Lauterbach bekräftigte, hält auch Drosten weitere Covid-Varianten für sehr wahrscheinlich. Bloß werde das in Zukunft sehr viel seltener passieren, als jetzt gerade. Dies sei auch bei der Influenza der Fall.

Virologie Christian Drosten
Virologe Christian Drosten hält eine hohe Immunität in der Bevölkerung durch die Impfung für unabdingbar. © IMAGO / Emmanuele Contini

Wie genau diese Mutationen sich bilden werden, sei eine schwierige Frage. Viel relevanter und interessanter für ihn sei es, „wie lange die Quälerei mit der Pandemie“ noch weitergehe. „Denn anders als der schwer abschätzbare Mutationsraum, entwickelt sich die Bevölkerungsimmunität bei Erwachsenen in eine klare Richtung: Die Bevölkerung baut Immunität auf und behält die auch“, so Drosten im Interview. Deutschland befinde sich derzeit in diesem Prozess.

Corona: Drosten pocht auch Impfungen - keine „ins Gewicht fallenden Einschränkungen“ im Winter

Doch auch wenn der Schritt in die richtige Richtung gesetzt sei, müsse man weiterhin auf die Impfungen und nicht auf eine Durchseuchung setzen, wenn man übermäßige Todesfälle verhindern wolle. Grund dafür sei der hohe Anteil an Älteren in der Bevölkerung.

Nichtsdestotrotz ist Drosten optimistisch für die nächsten Monate. „Ob wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie? Ja absolut. Da bin ich mir komplett sicher“, meint der Virologe gegenüber dem Tagesspiegel. Er rechne zwar mit einer Inzidenzerhöhung und Maskenpflicht in Innenräumen im Winter, doch „wirklich ins Gewicht fallende Einschränkungen“ werde es seiner Einschätzung nach nicht mehr brauchen.

Christian Drosten: Corona-Infektion als natürlicher Booster - wenn hohe Immunität bereits gegeben ist

Früher oder später würden sich jedoch alle einmal mit dem Coronavirus infizieren. Es unter Kontrolle zu halten sei schlicht „nicht realisierbar“. Wenn genug Menschen in der Bevölkerung durch die Impfung eine passende Immunantwort* parat hätten, würde die Infektion quasi wie ein natürlicher Booster wirken. Damit brauche es dann auch nicht alle paar Monate eine neue Impfung.

Wichtig sei jedoch, wie er immer wieder betont, der erstmalige Schutz durch das Vakzin. Könne man dies in Deutschland durchsetzen und damit allen voran die Drittimpfungen deutlich in die Höhe schrauben, glaubt Drosten, dass man noch im Jahr 2022 den endemischen Zustand ausrufen könne. Die Pandemie wäre damit beendet. Ob dafür nun eine Impfpflicht notwendig sei oder nicht, überlasse er der Politik. (mef) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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