US-Präsident und Fox News

Erkaltete Liebe: Donald Trump wendet sich von Fox News ab

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke
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Fox News war einst der Lieblingssender von Donald Trump. Das hat sich in den vergangenen Wochen merklich geändert.

  • Donald Trump* gerät mit dem Fox News-Moderator Chris Wallace in eine hitzige Diskussion.
  • Trump behauptet, Joe Biden* wolle die Polizei schwächen. Moderator Wallace widerspricht dieser Aussage deutlich.
  • Kritische Nachfragen des konservativen US-Senders sind im Normalfall unüblich, der Clip sorgt für Aufsehen.

Update vom Donnerstag, 30.07.2020, 13.00 Uhr: Früher fand Donald Trump* den TV-Sender Fox News ganz großartig. Doch damals war ja auch noch Roger Ailes im Amt. Mit dem früheren Chef von Fox News konnte Trump richtig gut. Doch die Zeiten sind vorbei, Ailes ist im Mai 2017 verstorben. Ein Jahr zuvor war er nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung von seinem Amt zurückgetreten.

Dass Fox News schon lange nicht mehr von Ailes geleitet wird, hat Trump in den ersten Jahren seiner Präsidentschaft aber nur selten gestört. Jetzt hat sich das gewaltig geändert. So beklagte er nach einem Flug mit der Air Force One nach Texas in einem Tweet wieder den Niedergang von Fox News, das so ganz anders sei als noch vor vier Jahren. Könne man sich gar nicht mehr anschauen. „Sie haben völlig vergessen, wer sie dahin gebracht hat, wo sie sind!“

Tatsächlich scheint Trump sich immer mehr auf Fox News einzuschießen. Vor allem die Umfragen zur Präsidentschaftswahl sind ihm ein Dorn im Auge. Aber auch das gesamte Programm findet keine Gande mehr. So weist er seine Fans immer häufiger darauf hin, doch auf andere Sender auszuweichen. Im Auge hat er dabei besonders einen: One America News Network. Dieser Sender steht nun wirklich fast ganz rechts außen, da kommt auch Fox News nicht mehr mit.  

Donald Trump hat mit Fox News nicht mehr viel am Hut.

Fox-News-Moderator blamiert Donald Trump im TV-Interview

Update vom Montag, 20.07.2020, 12.20 Uhr: Donald Trump sieht überall nur noch Gegner und Widersacher. Vor allem mit TV-Sendern steht er auf Kriegsfuß. Die bezeichnet er als „Fake News“ und „Feinde des Volkes“. Nur den Murdoch-Sender Fox News fand er bisher gut. Das hat sich in den vergangenen Wochen allerdings erheblich geändert.

Trump ist jedenfalls der Ansicht, dass Fox News „mehr Anti-Trump-Leute“ beschäftige als jemals zuvor. Trotzdem ist er noch immer bereit, dem Sender ein Interview zu geben. In dem Gespräch mit Chris Wallace, das am Sonntag (19.07.) ausgestrahlt wurde, stellte Trump aber gleich noch einmal klar, was er inzwischen von seinem einstigen Lieblingssender hält: „Ich will ehrlich sein, ich bin kein großer Fan von Fox.“

Präsidentschaftswahl in den USA: Donald Trump liegt hinter Joe Biden

Vielleicht ja auch deshalb, weil die Fox-News-Umfragen zur Präsidentschaftswahl* im November Joe Biden klar im Vorteil sehen. Oder vielleicht deshalb, weil dieselbe Umfrage auch das Thema „geistige Gesundheit“ behandelte. Die spricht Donald Trump seinem designierter Herausforderer Joe Biden ja völlig ab. Auch Donald Trump Junior* hält Biden im Grunde für unfähig, als Präsident zu amtieren. Die Fox-News-Befragten sehen das aber anders. Demnach halten 47% der Befragten Biden für fit, aber nur 43% sagen das Gleiche von Trump. Die umgekehrte Frage brachte ein noch eindeutigeres Ergebnis: 51% halten Trump für ungeeignet, bei Biden sind es nur nur 39%.

Donald Trump streitet mit Fox-News-Moderator über Joe Biden

Donald Trump forderte Biden zuletzt auf, einen kognitiven Test zu machen. Er selbst, Trump, habe einen solchen Test „mit Bravour bestanden“ („aced“), summa cum laude sozusagen. Fox-News-Moderator Chris Wallace wies Trump nun in dem Interview darauf hin, dass er sich selbst ebenfalls diesem Test unterzogen hätte. „Das ist nicht der schwierigste Test. Da wird ein Bild gezeigt und gefragt, was das sei. Und es ist ein Elefant.“

Trump bestand darauf, dass Wallace den Test falsch darstelle. „Die ersten paar Fragen sind leicht, aber die die letzten fünf Fragen könnten Sie bestimmt nicht beantworten. Da wette ich drauf. Die letzten fünf Fragen sind superschwierig.“ Und Wallace weiter: „Eine andere Aufgabe war 100 minus 7.“ Trump: „Lassen sie mich erklären.“ Wallace: „93.“

Nun werden solche Tests allerdings gemacht, um festzustellen, ob jemand eventuell Betreuung benötigt. Dem unterziehen sich nur Personen, bei denen sich schon erste Zeichen einer geistigen Beeinträchtigung gezeigt haben. Warum Donald Trump* sich angeblich einem solchen Test, mit dem er jetzt erneut zu prahlen versuchte*, unterzogen hat, muss offen bleiben. Eine der letzten Fragen lautet übrigens so: „Welcher Tag ist heute? Wo befinden Sie sich?“

Weitere Aussagen von Donald Trump im Fox-News-Interview

  • Coronavirus: Chris Wallace konfrontierte Donald Trump mit dessen eigenen Aussagen, das Virus werde ganz von selbst verschwinden. Ob ihn diese Kommentare nicht in ein schlechtes Licht setzen würden, wollte Wallace wissen. Nein, er werde irgendwann recht haben, so Trump. „Es wird verschwinden. Ich werde es noch einmal sagen: Es wird verschwinden und ich werde recht haben.“
  • Rassismus: Trump weigerte sich, die Flagge der Konföderierten als rassistisch zu bezeichnen: „Es hängt davon ab, über wen Sie sprechen, wann Sie sprechen“, so Trump. „Wenn Menschen stolz sind auf ihre Flaggen der Konföderierten, dann denken sie nicht an Rassismus. Sie lieben ihre Flagge, sie repräsentiert den Süden, sie mögen den Süden.“
  • Schulen: Trump wiederholte seine Drohung gegenüber Schulen, die in der Corona-Krise* nicht öffnen wollen: „Wir werden sie nicht finanzieren. Wir werden ihnen kein Geld geben.“ Als Wallace darauf hinwies, dass die Bundesfinanzierung „überwiegend benachteiligten Kindern und Kindern mit Behinderungen“ zugute komme, erwiderte Trump: „Chris, die Schulen sollen wieder öffnen.“

Donald Trump zu Fox News: Die Demokraten sind wie immer die Dummen

Erstmeldung vom Samstag, 18.07.2020: Washington – US-Präsident Donald Trump ist mit seinem Lieblingssender Fox News in eine hitzige Diskussion geraten. Der Grund: In einem Interview mit dem Sender stellt sein Gesprächspartner kritische Fragen und widerspricht ihm. Für den konservativen Sender, der meist unkritisch über den Präsidenten berichtet, ist dies unüblich.

Wenn Donald Trump mit den Medien spricht, spricht er am liebsten mit Fox News. So gab der US-Präsident diese Woche dem Fox-Moderator Chris Wallace ein längeres Interview. Es soll am Sonntag (19.07.2020) ausgestrahlt werden, ein Clip wurde jedoch schon vorab auf Twitter veröffentlicht.

In dem 46 Sekunden langen Ausschnitt behauptet Donald Trump, sein Konkurrent Joe Biden wolle die Polizei finanziell schwächen. Dem voraus geht eine Diskussion über die Gewalt in amerikanischen Großstädten. Chris Wallace fragt: „Wie erklären sie sich die Gewalt und was wollen Sie dagegen machen?“ Trump antwortet und findet direkt einen Schuldigen: „Ich erkläre es Ihnen ganz einfach: Das sind die demokratisch geführten Städte. Sie werden liberal regiert, sie werden dumm regiert.“

Fox News widerspricht Donald Trump: „Nein Sir, er möchte das nicht“

Wallace fragt Trump, warum die Situation eben jetzt so aufgeheizt sei. Trumps Antwort: „Es ist, weil sie die Polizei finanziell schwächen wollen, auch Biden möchte die Polizei schwächen.“ Trump nutzt bei seiner Ausführung den Begriff „Defund the Police“, der oft von Teilnehmern der „Black Lives Matter“-Protesten verwendet wird.

Fox-Moderator Wallace widerspricht Donald Trump deutlich und versucht die Äußerung klarzustellen. „Nein Sir, er möchte das nicht.“ Trump dagegen fügt hinzu, Biden habe ein Papier des linken Senators Bernie Sanders unterschrieben, in dem es um die Abschaffung der Polizei gehe.

Donald Trump und Fox News: Eine Umfrage bringt den Präsidenten zur Weißglut

Wallace erwidert, dass das Papier nicht die Abschaffung oder Schwächung der Polizei fordere. Daraufhin unterbricht ihn der US-Präsident, dreht sich in Richtung der Kameras und sagt: „Los gehts! Holt mir bitte das Papier.“ Dann endet der 46-Sekunden-Clip. Trump-Fans reagieren empört auf das Interview. Ein Twitter-Nutzer mit US-Fahne in seiner Account-Beschreibung schreibt: „Entschuldigung, aber ich werde nie wieder Chris schauen.“

Ob die große Liebe zwischen Donald Trump und Fox News zu Ende geht, ist fraglich. Trotzdem tobte Trump erst kürzlich, als ihm eine Umfrage des Senders nicht gefiel. Die Erhebung zeigte, dass Joe Biden bei der Mehrheit der Wähler deutlich höher im Trend liegt. Trump wütete auf Twitter: „Sehen Sie, was im November passiert. Fox ist schrecklich!“

Donald Trump gibt Fox News ein Interview: Biden-Aussage ist falsch

Die Aussage Trumps, dass Joe Biden die Polizei finanziell schwächen oder gar abschaffen wolle, wurde bereits von mehreren Faktenprüfern als falsch deklariert. So stuft auch die „Washington Post“ die Behauptung als Falschaussage ein. Dem Nachrichtensender CBS sagte Biden, er unterstütze „Defund the Police“ nicht, vielmehr müsse über eine Polizeireform in den USA gesprochen werden.

Der US-Präsident sorgt derweil weiterhin für Skandale. So verstoßen Donald Trump und seine Tochter Ivanka mit bizarrer Werbung für Bohnen des Herstellers Goya* gegen alle Regeln. Ob und welche Konsequenzen die ungenierte Inszenierung in den sozialen Medien hat, ist allerdings fraglich. Die andauernde Corona-Krise in den USA sorgt währenddessen für sinkende Umfragewerte für Donald Trump. Alle Entwicklungen gibt es im News-Ticker*. (tvd) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

US-Präsident Trump will wieder regelmäßige Pressekonferenzen zum Stand der Corona-Krise* in den USA abhalten. Doch davon weiß sein Pandemie-Berater Fauci nur vom Hörensagen. fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Zwei Frauen reichen Klage gegen Moderatoren von Fox News an einem Bezirksgericht in New York ein. Es ist nicht das erste Mal, dass derartige Vorwürfe gegen die Männer von Donald Trumps Lieblingssender Fox News* erhoben werden. *fr.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Montinique Monroe

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