1. Startseite
  2. Deutschland & Welt

Omikron mit deutlich geringerer Sterberate - Experte warnt trotzdem vor falschen Hoffnungen

Erstellt:

Von: Magdalena Fürthauer

Der RKI-Wochenbericht gibt laut einem Experten Grund zur Hoffnung: Die Sterberate scheint bei Omikron im Vergleich zur Delta-Variante deutlich niedriger zu sein.

München - Rund zwei Jahre hält die Corona*-Pandemie nun die Welt schon fest im Griff und trotzdem jagt ein Rekord den nächsten. Erst am Samstag meldete das RKI einen erneuten Höchststand der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Deutschland. Grund dafür ist unter anderem die hochansteckende Omikron-Variante. Ein Experte macht nun jedoch Grund zu Hoffnung: Aktuelle Daten zeigten eindeutig, dass die Sterblichkeit der neuen Mutation deutlich unter der, der Delta-Variante liege.

Corona: Omikron noch nicht auf den Intensivstationen bemerkbar

Für Professor Christian Hesse, Leiter der Abteilung für Mathematische Statistik an der Universität Stuttgart, bestätige der aktuelle RKI*-Wochenbericht, dass sich die Omikron-Variante zwar rasen schnell ausbreite, sie jedoch zu deutlich milderen Verläufen führe als die vorhergegangene Mutation. Er analysiert gegenüber der Bild, dass trotz der massiv steigenden Infektionszahlen noch keine höhere Auslastung der Intensivstationen vorliege.

So sei in dem 42-seitigen RKI-Bericht zu lesen, dass es sich mittlerweile bei 89 Prozent der bundesweiten Neuinfektionen um Omikron-Fälle handle. Letzte Woche sei der Anteil noch bei 73 Prozent, vor zwei Wochen gar bei 44 Prozent gelegen. „Ein positives Zeichen ist, dass sich dies nicht auf den Intensivstationen widerspiegelt. Im Gegenteil sind seit einigen Wochen die Trends bei Neuinfektionen und der Belegungen der Intensivstationen voneinander entkoppelt“, so Hesse im Interview.

Omikron-Variante: Weniger Menschen auf einer Intensivstation als bei Delta

Die Belegung der Intensivstationen sei bereits seit dem Peak am 9. Dezember rückläufig, meint der Statistiker gegenüber der Bild. Damals seien dort knapp 5000 Patienten behandelt worden, am 21. Januar „nur“ mehr 2398. Die generelle Hospitalisierungs-Inzidenz steige jedoch aufgrund der hohen Zahlen, gibt Hesse zu bedenken.

Corona-Intensivstation
Die Omikron-Variante bringt offenbar sehr viel weniger Menschen auf eine Intensivstation als Delta. © Christoph Soeder/dpa

„Nur etwa einer von zehn mit Omikron Hospitalisierten muss auf Intensiv behandelt werden, im Vergleich mit einem von fünf bei Delta“, erklärt er weiter. Doch erneut warnt er vor falschen Hoffnungen, denn bei der derzeitigen dynamischen Entwicklung werde es wieder zu einer hohen Belastung der Intensivstationen kommen. „Denn selbst ein kleiner Anteil einer sehr großen Fallzahl ist immer noch eine große Zahl“, so Hesse.

Corona: Sterberate bei Omikron deutlich niedriger als bei Delta - Impfung schützt

Die wohl beste Nachricht aus dem RKI-Wochenbericht: Die Sterblichkeit sinkt offenbar bei Omikron deutlich im Vergleich zu Delta. Demnach sei in den letzten vier Wochen eine Person von 2100 symptomatisch mit Omikron Infizierten verstorben, sprich 0,05 Prozent. „Bei Delta war diese Sterberate im Oktober/November 2021 rund achtmal höher als aktuell unter Omikron“, so der Experte im Interview. In dieser Zeit sei im Vergleich eine Person von 250 Infizierten gestorben.

Noch sehr viel stärker könne man das Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben, durch die Impfung senken. Bei denjenigen, die ein Vakzin erhalten hätten, halbiere sich die Wahrscheinlichkeit gar im Vergleich zu Ungeimpften. Konkret in Zahlen bedeute das ein Sterberisiko von 0,038 Prozent für Geimpfte, für Ungeimpfte 0,071 Prozent, so Hesse. (mef) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant