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Coronavirus: WHO mit Kehrtwende bei der Einschätzung von Gesichtsmasken

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  • Kathrin Reikowski
    Kathrin Reikowski
  • Michelle Brey
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  • Christoph Englmann

Die WHO hat ihre Einschätzung zu Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Gleichzeitig wird Südamerika der neue Coronavirus-Hotspot.  Alle News im Ticker.

Update vom 6. Juni, 09.53 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken geändert. In überfüllten öffentlichen Einrichtungen empfehle die internationale Organisation nun doch das Tragen einesMund-Nasen-Schutzes zur Eindämmung von Infektionen. Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Die WHO warnt aber zugleich davor, dass Masken auch das Krankheitsrisiko erhöhen können, wenn Meschen sie mit schmutzigen Händen berühren und so kontaminieren. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.“ Masken könnten jedoch Händehygiene, Abstandhalten und das Nachvollziehen von Infektionsketten nicht ersetzten, ergänzte der WHO-Chef. 

Coronavirus: Auch Tropen-Trump will WHO verlassen 

Update vom 6. Juni, 08.43 Uhr: Nach dem Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) droht nun auch Brasilien mit diesem Schritt. „Die USA sind schon ausgetreten. Entweder die WHO arbeitet ohne ideologische Voreingenommenheit oder wir sind auch draußen“, sagte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro dem Sender CNN Brasil am Freitagabend (Ortszeit). „Wir brauchen keine Leute von außerhalb, die uns Tipps bei der Gesundheit hier geben.“ 

Bolsonaro, der auch als „Tropen-Trump“ bezeichnet wird, verwies auf die Kontroverse, die die WHO mit ihren Tests mit Hydroxychloroquin bei der Covid-19-Behandlung verursacht habe. „Wofür braucht man diese WHO? Die WHO hat vor einigen Tagen empfohlen, die Studien zu Hydroxychloroquin nicht fortzusetzen, und jetzt nimmt sie sie wieder auf“, sagte der rechte Präsident.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro während einer Wahlkampfveranstaltung

Update vom 5. Juni, 7.02 Uhr: In Brasilien sind weitere 1473 Patienten in Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Die Zahl der Corona-Toten stiegt auf 34.021, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte. Laut der Johns-Hopkins-Universität überholte Brasilien damit Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten.

Nachweislich haben sich dort mittlerweile 614.941 Menschen mit dem Virus infiziert, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen, auch weil Brasilien sehr wenig testet. Wie die Zeitung Folha de S. Paulo errechnete, stirbt in Brasilien mindestens einen Menschen pro Minute an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Ihre Internetseite war am Donnerstagabend schwarz hinterlegt.

Coronavirus in Basilien: 1349 Corona-Toten in Brasilien an einem Tag

Update vom 4. Juni, 15.57 Uhr: Wie Mexiko hat auch Brasilien einen Tages-Höchstwert an Todesopfern in Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion registriert: Das Land meldete 1349 Fälle. Während in Europa der Höhepunkt der Krise überwunden scheint, sind Süd- und Mittelamerika zu den neuen Pandemie-Hotspots geworden.

In Brasilien hat sich Präsident Jair Bolsonaro entschieden gegen Ausgangssperren ausgesprochen  - doch immer mehr örtliche Behörden widersetzen sich dem Staatschef. So verhängten zum Beispiel die Behörden für einen großen Teil des Bundesstaates Bahia am Mittwoch eine Ausgangssperre.

Coronavirus: Wuhan testet Millionen Menschen und präsentiert verblüffendes Ergebnis 

Update vom 4. Juni 2020, 13.09 Uhr: Wuhan gilt als Ursprungsort der Corona-Pandemie. In der Metropole gab es die meisten Infektionen und Toten in China. Nun scheint dort alles vorbei. 

Fast zehn Millionen Bürger wurden in Massentests auf Covid-19 untersucht. Das Ergebnis überrascht: 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger wurden entdeckt, berichtete Lu Zuxun, Medizinprofessor der Huazhong Universität für Wissenschaft und Technologie laut Nachrichtenagentur Xinhua. Bei den sogenannten „asymptomatischen Infektionen“ handelt es sich um Infizierte, die aber keine Krankheitsymptome aufweisen.

Diese Neuinfektionen tauchen aber nicht in der offiziellen Statistik auf, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In China werden Menschen mit „asymptomatischen Infektionen“ nicht als bestätigte Covid-19-Fälle registriert.

Den Anteil dieser asymptomatischen Infizierten an der Bevölkerung beschrieb der Professor als „äußerst gering“. Auch sei nicht festgestellt worden, dass diese Personen andere angesteckt hätten. Die infizierten Personen und 1174 enge Kontaktpersonen seien isoliert worden und stünden unter medizinischer Beobachtung. 

Coronavirus: Mexiko meldet Rekordzahlen bei Corona-Toten 

Update vom 4. Juni 2020, 7.45 Uhr: In Mexiko sind inzwischen mehr als 100.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das Land ist nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA das 14. der Welt, das diese Marke überschritten hat - das vierte in Lateinamerika. Weil in Mexiko sehr wenig auf das Coronavirus getestet wird, dürfte die wahre Zahl der Menschen, die in dem nordamerikanischen Land an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt sind, deutlich höher liegen.

In der am Mittwochabend aktualisierten Statistik des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Vortag um 3912 auf 101.238. Demnach starben inzwischen 11.728 der Erkrankten - eine Zunahme von 1091 Todesfällen im Vergleich zum Vortag, als 470 mehr Tote als einen Tag zuvor gemeldet worden waren.

In einigen Gegenden Mexikos waren zuletzt Anti-Corona-Maßnahmen gelockert worden. Seit Montag dürfen Unternehmen mancher Industrien, die zuvor als nicht essenziell eingestuft worden waren, den Betrieb wiederaufnehmen. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Montag gewarnt, dass der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Lateinamerika noch nicht erreicht sei. Zu den Ländern mit hohen Zahlen neuer Infektionen gehören neben Mexiko vor allem Brasilien, Chile und Peru. Die Gesundheitssysteme in diesen Ländern stehen laut WHO unter Druck.

Coronavirus in der Welt - Chile mit steigenden Infektionen

Update vom 3. Juni 2020, 20.16 Uhr: Angesichts weiter steigender Infektionen mit dem Coronavirus hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen im Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago de Chile um eine weitere Woche bis zum 12. Juni verlängert.

Santiago: Medizinisches Personal bringt eine Bahre nach der Desinfektion in einen Krankenwagen.

Coronavirus: Brasilien mit Negativ-Rekord - Chile neuer Hotspot

Update vom 3. Juni 2020, 17.03 Uhr: An nur einem Tag hat Brasilien 1.262 Corona-Tote und damit einen neuen Negativ-Rekord registriert. Im März war in Brasilien der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, ein 62 Jahre alter Mann. Seither sind noch nie so viele Infizierte an einem einzigen Tag gestorben.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 31.199. Das Ministerium meldete auch 28.936 Neuinfektionen, insgesamt lag die Zahl der Infizierten bei 555.383.

Brasilien rangiert nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz vier, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den Vereinigten Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten mindestens sieben Mal höher ist als bislang bekannt.

Derweil gibt es auch Neuigkeiten aus Schweden. Das Land geht in der Corona-Krise einen Sonderweg. Nun gibt es dahingehend massive Kritik - diese kommt ausgerechnet vom Chef-Epidemiologen Anders Tegnell.

Coronavirus: Gericht in Südafrika kippt Maßnahmen der Regierung - verfassungswidrig

Update vom 3. Juni 2020, 11.30 Uhr: Teile der in Südafrika verhängten Corona-Restriktionen sind nach Ansicht desobersten Gerichtshof in Pretoria nicht verfassungskonform und daher nichtig. Zur Nachbesserung setzte das Gericht der Regierung eine gut zweiwöchige Frist - solange bleiben die bestehenden Einschränkungen vorerst in Kraft. Das Gremium hatte damit am späten Dienstagabend der Klage einer bisher kaum bekannten Gruppierung namens Liberty Fighters entsprochen. Bestimmte Beschränkungen der verfassungsmäßig verankerten demokratischen Grundrechte stünden rational nicht im Zusammenhang mit einer Begrenzung der Covid-19-Infektionen, hieß es im Urteilsspruch.

Die Kläger hatten sich unter anderem auch an Vorgaben der zuständigen Minister gestoßen, die zum Teil heftig kritisiert und als irrational bezeichnet wurden. Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus landesweit eine strenge Ausgangssperre verhängt - verboten waren zunächst selbst Joggingrunden. Auch der Verkauf von Alkohol und Tabak war untersagt. Am Montag war das fünfstufige Restriktionsverfahren dann auf Stufe drei gesenkt und gelockert worden. Zwar wurde der Alkoholverkauf unter Auflagen wieder erlaubt, der von Tabak aber nicht. Die Tabakindustrie hat dagegen juristische Schritte eingeleitet.

Wirtschaftsexperten sagen dem Land wegen der Restriktionen Jobverluste und den Zusammenbruch vieler kleiner oder mittlerer Betriebe voraus. In Südafrika wurden bislang mehr als 35.800 Fälle von Covid-19 und 755 Todesfälle bestätigt. Auf der Südhalbkugel setzt jetzt der Winter ein. Die Regierung rechnet daher mit einem weiteren Anstieg der Zahlen.

Coronavirus: Neuer Covid-19-Hotspot in Südamerika - eine ganze Millionenstadt steht unter Quarantäne

Update vom 2. Juni, 13 Uhr: Südamerika hat neben Brasilien einen zweiten Corona-Hotspot: Chile. Laut Johns Hopkins Universität haben sich dort mittlerweile bereits mehr als 100.000 Menschen mit dem heimtückischen Coronavirus angesteckt - mindestens.

Über 1100 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion mit dem Virus in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen. Und: Die Ärztekammer warnte jetzt davor, dass fast alle Intensivbetten belegt seien. Dabei ist das Gesundheitssystem Chiles eines der besten auf dem gesamten Kontinent.

Santiago: Medizinisches Personal bringt eine Bahre nach der Desinfektion in einen Krankenwagen.

Spektakulär: Wegen der Corona-Krise steht der Großraum Santiago de Chile unter Quarantäne. Einzig in der chilenischen Hauptstadt leben 5,2 Millionen Menschen. Im Zuge der Coronavirus-Schutzmaßnahmen war es zuletzt immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Gruppen junger Männer und der Polizei gekommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erwartet in Kürze den Höhepunkt der Covid-19-Pandemie in Süd- und Lateinamerika.

Coronavirus-Pandemie: WHO wähnt Höhepunkt in Südamerika

Update von 19.30 Uhr: Der Höhepunkt der Corona-Ausbreitung in Süd- und Mittelamerika steht wohl noch bevor. Zumindest ist dies die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO

„Süd- und vor allem Zentralamerika sind sicherlich zu Zonen intensiver Infektionen geworden“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend. „Ich glaube nicht, dass wir den Höhepunkt der Übertragungen dort schon erreicht haben.“ Wann der Höhepunkt erreicht werde, sei schwer einzuschätzen. 

Neben dem besonders stark betroffenen Brasilien, zählen auch Peru, Chile und Mexiko zu den Ländern mit einer hohen Anzahl an Neuinfektionen. Die Gesundheitssysteme vieler Länder in Mittel- und Südamerika stehen enorm unter Druck. „Sie brauchen unsere Unterstützung und unsere Solidarität“, betonte Ryan.

WHO-Bericht: Corona-Krise hat schwere Auswirkungen auf die Versorgung von anderen Krankheiten

Update von 13.54 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das ergab eine Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die im Mai in 155 Ländern durchgeführt wurde. „Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen Covid-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

Nach der Umfrage mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten. Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

In den meisten Fällen wurden Termine abgesagt, weil Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten abgezogen wurde, oder weil Menschen wegen der Ausgehbeschränkungen nicht zu Terminen kommen konnten. An nicht übertragbaren Krankheiten sterben nach Schätzungen der WHO jedes Jahr 41 Millionen Menschen. Das sind 71 Prozent der Todesfälle weltweit.

Coronavirus: USA schicken Medikament nach Brasilien - entgegen medizinischer Empfehlungen

Update von 10.53 Uhr: Die Vereinigten Staaten schicken zwei Millionen Dosen Hydroxychloroquin zum Einsatz gegen das Coronavirus nach Brasilien - entgegen medizinischer Empfehlungen. Das Malariamittel soll zur Prävention bei Krankenschwestern und Ärzten sowie zur Behandlung von Infizierten eingesetzt werden. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung beider Länder vom Sonntag hervor. Um das Medikament zur Anwendung bei Corona-Patienten zu empfehlen, hatte das brasilianische Gesundheitsministerium jüngst seinen Leitfaden für Ärzte geändert. Gesundheitsminister Nelson Teich, selbst ein Mediziner, hatte gar um seine Entlassung gebeten, weil er anders als der rechte Präsident Jair Bolsonaro gegen den Einsatz war.

Das Medikament wird üblicherweise zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 eignet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen. Trotzdem versprechen sich einige, wie Bolsonaro oder auch US-Präsident Donald Trump, von dem Medikament Hilfe gegen die grassierende Coronavirus-Pandemie. 

Coronavirus in Brasilien: Mehr als 500.000 Menschen nachweislich infiziert

Update vom 1. Juni, 8.34 Uhr: In Brasilien ist die Zahl der Corona-Fälle auf über eine halbe Million gestiegen. 514.849 Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Virus infiziert. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Sonntag (Ortszeit) mit. Damit ist Brasilien nach den USA das Land mit den meisten Corona-Infektionen. Da im größten Staat Lateinamerikas allerdings relativ wenig getestet wird, dürfte die tatsächliche Zahl der Infizierten deutlich höher sein.

Mindestens 29.314 Personen sind bislang im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Damit liegt Brasilien bei der Zahl der Todesopfer hinter den USA, Großbritannien und Italien an vierter Stelle. In vielen Städten Brasiliens haben die Krankenhäuser bereits ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Behörden richten provisorische Kliniken in Fußballstadien ein und lassen auf riesigen Flächen neue Gräber ausheben.

Corona in Brasilien: Präsident Bolsonaro pfeift auf Schutzmaßnahmen - und Zahl der Toten steigt

Update vom 31. Mai, 9.07 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien steigt weiter rasant an. Mittlerweile sind 28.834 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Damit hat das südamerikanische Land Frankreich überholt und hat die viertmeisten Todesopfer weltweit. Nur in den USA, Großbritannien und Italien gab es mehr Todesopfer. In Brasilien haben sich nachweislich 498.440 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. 

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hält Covid-119 für eine „leichte Grippe“ - und lehnt Schutzmaßnahmen ab. Er fürchtet, dass die Wirtschaft bei einem Lockdown Schaden nehmen könnte. Eine Reihe von Bundesstaaten haben mittlerweile allerdings Ausgangsbeschränkungen verhängt und Betriebe geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Fast 30.000 Corona-Tote in Brasilien - doch Präsident Bolsonaro redet das Virus weiter klein.

Corona in Brasilien: Präsident Bolsonaro trotzt weiterhin allen Maßnahmen - und umarmt seine Anhänger

Update vom 30. Mai, 20.25 Uhr: In Brasilien breitet sich das Coronavirus* noch immer rasant aus, doch im Gegensatz zu den meisten Staaten scheint das Staatsoberhaupt nicht viel gegen die Pandemie unternehmen zu wollen. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro missachtete erneut die empfohlenen Schutzmaßnahmen, wie das Nachrichtenportal G1 berichtet.

Coronavirus in Brasilien: Präsident Bolsonaro setzt sich über Corona-Maßnahmen hinweg

Der Staatspräsident soll bei einem Besuch in einem Imbiss im Ort Abadiânia südwestlich der Hauptstadt Brasília einige seiner Anhänger umarmt haben, machte Fotos mit ihnen und trug dabei keinen Mundschutz. Der Präsident, der während der Corona-Krise bereits zwei Gesundheitsminister verschliss, lehnt alle Schutzmaßnahmen ab und nannte die Lungenkrankheit Covid-19* eine „leichte Grippe“.

Der Besuch des Präsidenten sorgte in der ortschaft für einen hohen Andrang, wie eine Mitarbeiterin des Lokals berichtete. Laut der Mitarbeiterin gelten in dem Imbiss für Kunden eine Mundschutzpflicht sowie Regeln zur Einhaltung des Mindestabstands, wie es im Bundesstaat Goiás vorgeschrieben ist.

Brasilien hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen zum neuen Brennpunkt der weltweiten Corona-Pandemie* entwickelt. Insgesamt infizierten sich dort bislang mehr als 465.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus, über 27.800 Patienten starben im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Coronavirus weltweit: Israel droht nun der zweite Lockdown

Update vom 30. Mai, 8.49 Uhr: Nach Südkorea hat auch Israel eine selbstgesteckte, kritische Marke erreicht. Am Freitag war die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 101 gestiegen - als Bedingung für die Lockerungen hatte die Regierung gesetzt, dass die täglichen Neuinfektionen unter 100 bleiben. 

„Wir hatten eine Phase der Euphorie“, sagte Mosche Bar Siman Tow, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums bei einer Pressekonferenz. „Nun haben wir einen Weckruf erhalten.“ Seit Mitte Mai hatte Israel Schulen, Restaurants und Bars wieder geöffnet. Bei einer Bevölkerung von 9,1 Millionen, gibt es in Israel 16.987 offiziell registrierte Infektionsfälle, 284 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben (Quelle: JHU). 

Israelische Sicherheitskräfte überwachen Menschen, die vor einer geschlossenen Moschee ihr Freitagsgebet abhalten

Eine internationale Studie zeigt unterdessen ein erhöhtes Sterberisiko für Menschen, die während einer Infektion mit Sars-CoV2 operiert werden. Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern hätten gezeigt, dass auch bei Routineeingriffen die Sterblichkeitsrate auf etwa 20 Prozent ansteigen kann. Es wird deshalb geraten, vor Operationen eine Infektion auszuschließen. Die ganze Studie wurde im Wissenschaftsmagazin The Lancet veröffentlicht - ob die Daten auch auf Deutschland übertragbar sind, wird aktuell geprüft.

Coronavirus in Brasilien: Land verzeichnet mehr Tote als Spanien

Trauer in Brasilien: Am Freitag meldete das größte Land Lateinamerikas 1124 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit seien insgesamt bereits 27.878 Menschen im Zusammenhang mit dem Coroanvirus verstorben. Auf der Corona-Karte der Johns-Hopkins-Universität liegt das Land damit an der vierten Stelle, was die Todesfälle angeht - nach den USA, Großbritannien, Italien und Frankreich - und überholt Spanien. Immer wieder allerdings gibt es Hinweise auf hohe Dunkelziffern, sodass diese Statistik lediglich als Hinweis auf die Dimensionen der Krankheit gewertet werden kann.

Während der Epidemie erreichen Bilder aus Brasilien die Welt, die unterschiedlicher kaum sein können: Sie zeigen tobende Kinder im Meer und Menschen in Sicherheitsanzügen, die Gräber ausheben. 

Coronavirus, Rio de Janeiro: Am Sao Franciso Xavier-Friedhof werden Gräber ausgehoben

Außerdem soll Berichten aus dem Rathaus in Manaus zufolge am Freitag eine 105-jährige Patientin das Krankenhaus genesen verlassen haben - mit diesen Bildern sollte eine Botschaft der Hoffnung verbreitet werden.

Coronavirus - Brasilien: In Manaus soll eine 105-Jährige das Krankenhaus genesen verlassen haben.

Für die weltweite Eindämmung des Virus gibt es immer neue Erkenntnisse - Forscher gehen davon aus, dass die Verbreitung durch so genannte „Super Spreader“ weit höher als bei anderen Epidemien sein könnte. Superspreader machen die Strategie zur Eindämmung der Coronavirus gleichzeitig schwieriger und einfacher.

Coronavirus in Südkorea: Beschränkungen in Seoul werden wieder verschärft

Update vom 28. Mai, 14.05 Uhr: Angesicht des erneut deutlichen Anstiegs von Infektionsfällen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 hat Südkorea die Beschränkungen für die Menschen in der Millionenmetropole Seoul und Umgebung wieder verschärft, nachdem sie bereits schrittweise gelockert worden waren.

Mit sofortiger Gültigkeit würden nun bis zum 14. Juni öffentliche Einrichtungen einschließlich Museen, Theater sowie Mehrzweckhallen im Großraum Seoul wieder geschlossen. Das teilte das Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Donnerstag nach einem Krisentreffen unter Vorsitz von Ministerpräsident Chung Sye Kyun mit. „Die nächsten zwei Wochen sind kritisch“, sagte er.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Ausbruch bereits auf die Gemeinden übergesprungen sei, sagte Park. Er rief die Menschen auf, in den nächsten zwei Wochen möglichst Versammlungen zu vermeiden. In der Hauptstadt hatte in diesem Monat bereits eine Häufung von Ansteckungen unter Clubbesuchern die Furcht vor einer neuen Welle von Masseninfektionen ausgelöst.

Coronavirus: Südkorea befürchtet zweite Infektionswelle 

Update vom 28. Mai, 7.15 Uhr: In Südkorea nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen stetig zu und zwar deutlich. Die Behörden melden jetzt einen der höchsten Anstiege seit mehr als 53 Tagen. 

Wie der The Guardian berichtet, melden die koreanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (KCDC) am Donnerstag 79 Neuinfektionen, von denen 67 aus der Metropolregion Seoul stammten, in der etwa die Hälfte der 51 Millionen Einwohner des Landes leben. Infektionsketten ließen sich von den Gesundheitsbehörden immer schwerer zurückverfolgen. 

Große Sorgen bereitete ein Corona-Ausbruch in einem Logistikzentrum eines Online-Versandhändlers in der westlich von Seoul gelegenen Stadt Bucheon. 4000 Mitarbeiter sollten sich einem Virustest unterziehen. 69 Fälle sind bereits bestätigt.

Die Behörden vermuten, dass sich der erste Infektionsfall in dem Logistikzentrum auf einen Ausbruch unter Clubgästen in Seoul zurückführen lässt. Anfang Mai wurden 250 Infektionsfälle auf mehrere Clubs und Bars zurückgeführt, nachdem ein 29-Jähriger mit Covid-19 in dem beliebten Ausgehviertel Itaewon unterwegs war.

Südkorea hatte den Coronavirus-Ausbruch Ende Februar sehr schnell in den Griff bekommen. Bisher sind 11.344 Coronavirus-Fälle registriert, darunter 269 Todesopfer.  

Coronavirus-Pandemie: Mexiko Zahl der Todesopfer steigt rasant 

Update vom 28. Mai, 7.00 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesopfer in Mexiko steigt rasant. 8597 Menschen sind bisher in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben, teilt die

Johns-Hopkins-University mit. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. Die Dunkelziffer ist vermutlich viel höher. 

Nach einer im Magazin „Nexos“ vorgestellten Studie wurden allein in Mexiko-Stadt vom 1. Januar bis zum 20. Mai mehr als 8000 Todesurkunden mehr ausgestellt als im Schnitt in den ersten fünf Monaten der vier Jahre zuvor - bei stark steigender Tendenz. In Mexiko wird im internationalen Vergleich sehr wenig auf das Virus getestet - bisher wurden gut 78.000 Infektionen registriert. 

Update vom 26. Mai, 12.35 Uhr: Die USA sind weiterhin weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Allerdings scheint sich die Entwicklung zu verlangsamen. Das amerikanische CDC meldete am Montag insgesamt 1.637.456 Infizierte (Anstieg um 15.342 neue Fälle) und 97.669 Todesfälle. Das bedeutet, dass innerhalb von einem Tag 620 Menschen am Coronavirus gestorben sind. Im Vergleich zu den Vortagen ist dies eine deutliche Verlangsamung, da die Todeszahlen in den Tagen zuvor stets über 1000 gelegen hatten.

Während sich die Zahl in den USA der Tendenz nach verringert, wird Brasilien aktuell förmlich von der Pandemie überrollt. Nach Angaben der WHO, die sich in ihren Reportings auf Daten der einzelnen Nationen bezieht, gab es in dem von Präsident Bolsonaro regierten Land am 25. Mai 16.508 neue Infektionen (Total: 347.398). Innerhalb von 24 Stunden starben demnach 965 Menschen an Covid-19 (Insgesamt: 22.013). Damit würde Brasilien erstmals mehr Neu-Infektionen und Todesfälle an einem Tag als die USA verzeichnen. 

Allerdings meldet die WHO für die USA wesentlich höhere Zahlen als das CDC. Hier ist im gleichen Reporting, dem die Zahlen für Brasilien entstammen, die Rede von 24.151 Neu-Infektionen und 1.852 neuen Todesfällen in den USA am 25. Mai. Damit würden die USA weiterhin die meisten Neu-Infektionen und Todesfälle verzeichnen.

Lesen Sie auch: Tragen genesene Patientendas Coronavirus noch in sich? Eine Studie klärte das nun auf.

Corona in Brasilien: Bolsonaro verstört bei Demonstration, Bürgermeister hat es satt - „Zu dumm dazu“

Update vom 25. Mai, 19.10 Uhr:Die Zahl der Corona-Opfer steigt in Brasilien weiter an. Dennoch verstößt Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro bei seinen öffentlichen Auftritten weiterhin gegen die Abstandsregeln und Hygienevorgaben. Unter anderem begrüßte er zuletzt mehrere Demonstraten per Handschlag. Eine Maske trug er zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr. Sein starrsinniges Verhalten wird von vielen Seiten scharf kritisiert. 

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verzichtet oftmals auf eine Maske.

Nun greift auch Arthur Virgilio Neto, der Bürgermeister der Amazonas-Metropole Manaus, den Präsidenten öffentlich an. Er fordert den Rücktritt. Bolsonaro solle “den Mund halten und zu Hause bleiben”, so Neto. Zudem warf er Bolsonaro vor, von einer Diktatur zu träumen. „Aber er ist zu dumm dazu”, sagte Neto gegenüber dem US-Sender CNN.

Bis Sonntag wurden in Brasilien rund 363.000 Infektionsfälle und mehr als 22.600 Todesopfer gezählt. Die Dunkelziffer liegt wohl weitaus höher. Schließlich wird in Brasilien vergleichsweise wenig getestet. 

Die gleiche prekäre Situation zeigt sich in Ecuador. Dort hilft ein Pfarrer aus Miesbach Corona-Kranken - und beerdigt auch Tote. Dabei gehört der 82-Jährige Miesbacher Pfarrer selbst zur Corona-Risikogruppe.

Corona-Ausbruch in China: Wuhans Labor-Chefin kanzelt Trump ab - „Wie konnte es uns entweichen, wenn ...“

Update vom 25. Mai, 11.30 Uhr: Japan hat den Corona-Notstand für das gesamte Inselreich vorzeitig aufgehoben. Regierungschef Shinzo Abe erteilte am Montag die Freigabe auch für den Großraum Tokio sowie die nördlichste Provinz Hokkaido. Für die übrigen Landesteile hatte er den Notstand bereits zuvor aufgehoben.

Der Notstand war ursprünglich bis zum 31. Mai angesetzt, wobei die Bürger in Japan lediglich gebeten wurden, möglichst zu Hause zu bleiben. Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 verhindert werden könne, hieß es. 

Der Trend der täglichen Neuinfektionen* zeigt seit einiger Zeit nach unten. Japan zählt rund 17.300 Infektionen und rund 850 Todesfälle. Kritiker hatten Abes Regierung vorgeworfen, viel weniger Test durchzuführen als andere Länder. Andere Experten halten jedoch dagegen, dass Japan viel weniger Tote und Betroffene mit schweren Symptomen aufweise.

Coronavirus weltweit: Elf „importierte Fälle“ in China

Update vom 25. Mai, 9.50 Uhr: Wie n-tv berichtete, hat China elf neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Demnach sollen der Gesundheitskommission zufolge alle Neuinfektionen von Einreisenden stammen und sogenannte „importierte Fälle“ sein. Einer der Infizierten befinde sich in der südwestlichen Provinz Sichuan, die restlichen zehn in der Inneren Mongolei.

International am schwersten von der Pandemie getroffen sind die Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump will nun dennoch Lockerungen angehen.

Update vom 24. Mai, 20.05 Uhr: Nach einem wochenlangen Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen in Südafrika will Präsident Cyril Ramaphosa diese Regelung nun lockern. Anfang Juni würden die landesweiten Corona-Restriktionen von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft, sagte Ramaphosa am Sonntagabend in einer Rede an die Nation. Damit werde der Alkohol für den Konsum zu Hause wieder erlaubt. Allerdings werde der Verkauf nur unter strengen Auflagen zu bestimmten Zeiten erlaubt sein. Weitere Details dazu sollten zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, sagte er. Der Verkauf von Tabakwaren bleibe wegen der Gesundheitsrisiken weiterhin verboten.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit - verboten waren selbst Jogging- oder Gassigeh-Runden. In dem Land wurden laut Ramaphosa bislang mehr als 22 500 Fälle von Covid-19 bestätigt.

Forscher aus München wollen nun einen Marker identifiziert haben, mit dem sich voraussagen lassen könnte, wie eine Corona-Erkrankung verläuft.

Corona in China: Labor in Wuhan bestreitet Ursprung des Coronavirus-Ausbruch zu sein

Update vom 24. Mai, 10.52 Uhr: US-Präsident Donald Trump hatte das Hochsicherheitslabor in Wuhan mehrmals als Ausgangspunkt für die Coronavirus-Pandemie bezeichnet. Nun weist das Labor in Wuhan die Vorwürfe erneut entschieden zurück. Solche Anschuldigungen unter anderem von US-Präsident Donald Trump seien eine „reine Erfindung“, sagte Labor-Leiterin Wang Yanyi in einem am Samstagabend vom staatlichen Fernsehsender CGTN ausgestrahlten Interview.

Das Wuhan-Institut für Virologie beherbergt die größte Virusbank Asiens. Es liegt wenige Kilometer von einem Fisch- und Wildmarkt entfernt, von dem aus sich das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 chinesischen Angaben zufolge im Dezember ausgebreitet hatte. Das hatte Spekulationen ausgelöst, das Virus könnte aus dem Labor gekommen oder sogar absichtlich geschaffen worden sein.

Forschenden im Labor sei es gelungen Coronaviren von Fledermäusen zu isolieren, sagte die Direktorin im Interview (aufgezeichnet am 13. Mai). Diese drei lebenden Coronavirus-Stämme stimmten, aber nicht mit dem Erreger von Covid-19 überein. Das Labor habe erst am 30. Dezember Proben des neuartigen Virus erhalten. Am 2. Januar sei das Genom entschlüsselt worden und dann am 11. Januar seien alle Informationen an die WHO weitergeleitet worden. Davor habe ihr Team von der Existenz des Virus nichts gewusst, versicherte Wang und fügte hinzu: „Wie konnte es aus unserem Labor entweichen, wenn wir es nie hatten?“  

Eine Studie äußert nun einen schlimmen Verdacht: Gab es infolge eines Champions-League-Spiels 41 Corona-Tote?

Update vom 23. Mai, 21.45 Uhr: In China trat das Coronavirus* erstmals in epidemischer Art in der Bevölkerung auf. Nun soll erstmals seit Januar keine neue Infektion mit dem Virus registriert worden sein. Die Nachricht wurde am zweiten Tag des chinesischen Volkskongresses gemeldet. Zuvor hatte Regierungschef Li Keqiang die „wichtige strategische Errungenschaften in unserer Antwort auf Covid-19“ erläutert, jedoch stehe das Land künftig vor „enormen Herausforderungen“.

Die Zahl der Todesfälle in Folge der Coronavirus-Infektion gibt der autoritäre Staat mit 4636 an. Die Zahl liegt deutlich unter den Todeszahlen vieler Länder mit einem Bruchteil der Bevölkerung Chinas. Rund 1,4 Milliarden Menschen leben in der Volksrepublik, weshalb die Skepsis gegenüber den Angaben der chinesischen Behörden steigt. Darum formulierte besonders die USA Vorwürfe in Richtung Peking, wonach das Ausmaß der Pandemie anfangs vertuscht und verzerrt wurde. So soll die Ausbreitung der Krankheit erst möglich gewesen sein. Das Virus wurde in der chinesischen Stadt Wuhan erstmals festgestellt. 

Coronavirus weltweit: Russland und Brasilien mit jeweils weit über 300.000 Infektionen

Update vom 23. Mai, 18.10 Uhr: Hinter den schwer von der Corona-Krise betroffenen Vereinigten Staaten verzeichnen zwei große Länder einen parallelen Anstieg von Neuinfektionen mit dem Virus. In Russland stieg die Zahl der Fälle um mehr als 9400, nachdem in den Tagen zuvor stets weniger als 9000 gemessen wurden. Nachweislich haben sich mehr als 335.882 Personen in Russland angesteckt. Allerdings sind die Todeszahlen gering - 3388 Patienten starben mit dem Virus.

Coronavirus weltweit: Brasilien verzeichnet vierstellige tägliche Todeszahl

Ähnlich hoch liegt die Zahl der Corona-Infektionen in Brasilien. Hier wurden bislang 330.890 infizierten Personen festgestellt, die Zahl der Todesfälle ist jedoch wesentlich höher als die in Russland. 21.048 Personen verstarben an den Folgen der Infektion. Innerhalb von 24 Stunden starben von Freitag auf Samstag mehr als tausend Patienten. 20.803 Neuinfektionen wurden zudem registriert. Kurzzeitig rangierte Brasilien bei den absoluten Infektionszahlen erstmals auf dem zweiten Platz hinter den USA, die 1,6 Millionen Corona-Infektionen meldeten.

In Brasilien sterben anders als in vielen europäischen Ländern nicht nur vorwiegend ältere Menschen nach einer Infektion. Aus Geldmangel sind viele junge Leute in Brasilien dazu gezwungen, trotz Ansteckungsgefahr zu arbeiten, wobei sich viele infizieren. Die Bevölkerung Brasiliens ist im Schnitt recht jung, weshalb die Zahl der Todesopfer unter 60 höher sei. Das meinte Mauro Sanchez, Epidemiologe der Universität Brasilia. „Das Perverse“ sei aus seiner Sicht, „dass sich viele Menschen dem Virus aussetzen, weil sie keine andere Wahl haben.“

Neben dem schlimmen Ausmaß der Corona-Pandemie hat Brasilien auch mit Korruption auf höchster politischer Ebene zu kämpfen. Ein Video enthüllt Unglaubliches über Staatschef Jair Bolsonaro.

Coronavirus weltweit: Pandemie nimmt in Afrika laut WHO „anderen Verlauf“

Update vom 23. Mai, 08.36 Uhr:In Afrika, für das man zu Beginn der Pandemie eine dramatische Covid-19-Situation prognostiziert hatte, überstieg die Zahl der gemeldeten Infektionen erstmals die 100.000. Nach WHO-Angabensind mit 20.000 registrierten Infektionen die meisten Fälle in Südafrika gemeldet. 

Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, sagte in einer Stellungnahme am Freitag, dass „die Coronapandemie auf dem Kontinent einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt“ nimmt. Während Europa bei einem Stand von 100.000 Infektionen bereits 4500 Tote gemeldet hatte, verstarben in Afrika bisher 3900 Menschen. 

WHO-Experten führen die positiven Meldungen teils auf früh eingeführte Ausgangsbeschränkungen, teils auf die jüngere Altersstruktur der Bevölkerung zurück. Dennoch seien die Gesundheitssysteme für einen eventuellen stärkeren Anstieg nicht gut genug gerüstet. 

Coronavirus weltweit: Innovative Tests und Behandlungen aus Afrika werden international zu stark übersehen

Der britische Guardian hatte bereits kritisiert, dass international übersehen wird, dass auf dem Kontinent innovative Lösungen für die Coronapandemie gefunden wurden, die auch wegweisend für andere Länder sein könnten. So wird in Senegal ein kostengünstiger Schnelltest entwickelt sowie infizierte Mitglieder aus größeren Haushalten konsequent in Krankenhäusern isoliert. In Ghana konnte die Todesrate demnach ebenso vergleichsweise niedrig gehalten werden, unter anderem weil Tests in größeren Pools durchgeführt werden und einzelne Personen nur bei einem positiven Befund aus dem größeren Pool nachgetestet werden. Außerdem setzen viele Länder auf einen in Madagaskar entwickelten Kräutertee, dessen Wirkstoffe auch von einem deutschen Professor untersucht und als „sehr interessant“ eingestuft würden.

Coronavirus - Ruanda: In der Hauptstadt Kigali kommen Roboter in der Behandlung zum Einsatz

In Ruandas Hauptstadt Kigali wird unterdessen getestet, wie Roboter in der Behandlung von schwer an Covid-19 erkrankten Menschen zu Einsatz kommen können.

Coronavirus weltweit: Südamerika ist laut WHO zum „Epizentrum der Krankheit“ geworden

Update vom 22. Mai, 22.25 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation betrachtet die rasant ansteigende Zahl der Coronavirus*-Infektionen weltweit in Sorge. Südamerika jedoch sei „zum neuen Epizentrum der Krankheit geworden“, meinte der WHO-Experte Michael Ryan am Freitag in Genf. Laut Ryan herrsche „große Besorgnis um diese Länder, aber Brasilien ist derzeit eindeutig am stärksten betroffen“.

Für weltweite Medikamentenforschungen liefert jetzt eine internationale Studie neue Erkenntnisse: Erstmals konnten komplexe Zusammenhänge bei schweren Covid-19-Entwicklungen entschlüsselt werden.

Coronavirus weltweit: Zahl der Covid-19-Toten überschreitet traurige Schwelle in Brasilien

Während Nachbarländer wie Kolumbien einen strengen Lockdown durchführen, entwickelte sich Brasilien zu einem der zentralen Krisenherde der Pandemie*. Das größte und bevölkerungsreichste Land des Kontinents verzeichnet bislang 310.000 Corona-Infektionen und stellt somit der dritthöchsten Wert im weltweiten Vergleich. Bisher starben bereits 20.000 Covid-19-Patienten* an  den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Experten gehen jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus, da die Testkapazitäten mangelhaft sind.

Auf dem gesamten Kontinent wurden bisher über 617.000 Infektionen mit dem neuartigen Virus festgestellt, mehr als 34.000 Personen verstarben. Nach Brasilien ist Peru mit 108.000 Infektionen und etwa 3100 Toten am zweitstärksten betroffen. 

Coronavirus weltweit: Präsident Jair Bolsonaro und seine vermeidbare Mega-Krise

Erstmeldung:

Brasilia - Was Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro immer wieder als „kleine Grippe“ verharmloste, entwickelt sich dort nun mehr und mehr zur Katastrophe. Die aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-University* sprechen Bände: Brasilien entwickelt sich immer weiter in Richtung Corona-Hotspot.

Coronavirus weltweit: Zahl der Covid-19-Toten überschreitet traurige Schwelle in Brasilien

Mit 310.087 Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt Brasilien weltweit nur noch hinter den USA (1.577.758 Infizierte) und Russland (326.448 Infizierte). Darüber informiert die Johns-Hopkins-University.

Wie das brasilianische Gesundheitsministerium außerdem mitteilte, stieg die Zahl der Covid-19-Todesfälle erneut rasant an und überschritt die traurige Schwelle von 20.000 Toten. Insgesamt waren 1188 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden, was einen neuen Rekord in diesem Zeitraum darstellte. 

Dutzende Massengräber werden in Brasilien als Beerdigungsstätte genutzt.

Mehr als 20.000 Covid-19-Tote hat Brasilien zu beklagen. 

Coronavirus: Brasilien empfiehlt umstrittenes Malaria-Medikament

Indes hat das brasilianische Gesundheitsministerium das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin zur Behandlung von Corona-Infizierten empfohlen. In einem am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Leitfaden für Ärzte hieß es, dass das Mittel auch Menschen mit nur leichten Corona-Symptomen* verabreicht werden könne. 

Zuletzt hatte Gesundheitsminister Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsatzes des umstrittenen Medikaments überworfen hatte.

Coronavirus: Drastische Nebenwirkungen des Medikaments

Ursprünglich wird Hydroxychloroquin zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrankheiten eingesetzt. Inwiefern und ob sich das Medikament* überhaupt zur Behandlung von Coronavirus-Patienten eignet, ist abschließend jedoch noch gar nicht geklärt. Die Einnahme des Medikaments kann jedoch zu Nebenwirkungen wie beispielsweise einem erhöhten Risiko für Herzrhythmus-Störungen führen. 

Dennoch versprechen sich einige zur Eindämmung des Coronavirus viel von dem Medikament. Darunter befindet sich beispielsweise US-Präsident Donald Trump, der Hydroxychloroquin als „Geschenk Gottes“ anpries und es eigenen Angaben zufolge sogar als Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus* einnehmen soll.

Indes wird weltweit mit Hochdruck nach einem Impfstoff* gegen das Coronavirus geforscht - und auch an Medikamenten, nun scheint es klarere Tendenzen zu geben.

Trotz des bislang erfolgreichen Corona-Kampfes in Deutschland äußert der Virologe Christian Drosten eine Befürchtung. Unterschiedliche Medien und auch der BND kommen zu dem Schluss, dass China zu Beginn der Corona-Pandemie wichtige Informationen zurückgehalten hat.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

mbr

Rubriklistenbild: © dpa / Álvaro Tavera

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