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Coronavirus: In Niedersachsen fallen ab Montag alle Schulen aus.

Schulausfall vorerst bis Mitte April

Coronavirus: Neuer Termin für Abi in Niedersachsen - Was wird aus Home-Schooling?

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  • Jan Dirk Wiewelhove
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Das Coronavirus führt zu drastischen Einschnitten im öffentlichen Leben in Bremen und Niedersachsen. Die Landesregierungen haben die Schließung von Schulen und Kitas beschlossen. Niedersachsen hat eine Entscheidung zu den Abi-Prüfungen getroffen.

  • Corona-Krise: In Niedersachsen und Bremen ab 16. März Schulen und Kitas geschlossen
  • Schulausfall: In Niedersachsen mindestens bis zum 18. April, in Bremen mindestens bis zum 20. April
  • Abi-Prüfungen in Niedersachsen werden verschoben, Notfallplan für Zeugnisse

Update vom 5. April: Nach Ansicht von Schulleitern und Eltern gibt es bei der staatlichen Bildungscloud für Fernunterricht in der Corona-Krise Nachbesserungsbedarf. 80 vom Ministerium angekündigte Berater zur Vermittlung der notwendigen Kenntnisse an rund 3000 Schulen reichten nicht aus, sagte die Vorsitzende des Landeselternrates, Cindy-Patricia Heine, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es wäre absurd zu glauben, dass dieses Home-Schooling-Tool über Nacht reibungslos funktioniert und verstanden wird.“ Grundsätzlich glaube sie aber an das Potenzial.

Ab Anfang Mai soll nach dem Willen des Kultusministeriums mit dem „virtuellen Klassenzimmer“ der Fernunterricht erleichtert werden. So könnten etwa Lernmaterialien hochgeladen und verwaltet, Teams eingerichtet oder gemeinsam an Dateien gearbeitet werden.

Corona-Krise: Oft fehlt für Home-Schooling Wissen und Geld

Vor allem kleinen Schulen fehlten häufig IT-Fachleute oder Geld, um Dienstleister zu engagieren, kritisierte Stephan Lindorst, Vorstandsmitglied beim Schulleitungsverband Niedersachsen, in der Zeitung. Land und Schulträger seien in der Corona-Krise gefordert. Mit welchen Endgeräten die Schüler arbeiten sollen, sei zudem nicht geklärt.

Update, 31. März: In Bremen bleiben Schulen und Kindertagesstätten mindestens bis zum 20. April geschlossen. Das hat am Montag der Senat beschlossen. Das sagte am Montag Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Bislang war von einem Neustart der Einrichtungen ab dem 14. Apirl ausgegangen worden.

Die allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen sollen für den Fall noch längerer Unterrichtsausfälle in der Corona-Krise schon für Mitte April vorläufige Zeugnisnoten vorbereiten. Dies geht aus einem Erlass des Kultusministeriums vom vergangenen Freitag hervor. Auf Basis der bisherigen Leistungen im laufenden Schuljahr sollen demnach bereits Notenübersichten erstellt werden, die den Stand bis zum 15. April widerspiegeln.

Damit soll gewährleistet sein, dass entsprechende Bewertungen dokumentiert sind, falls sich die Schulschließungen wegen Corona über das Ende der Osterferien hinaus ziehen. Auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete darüber. Zwischenstände sollen für alle Schüler und Fächer erarbeitet werden.

Abschlussprüfungen werden wegen Corona auf jeden Fall verschoben

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte angekündigt, dass die Abschlussprüfungen an Niedersachsens Schulen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr verschoben werden. „Ich möchte, dass alle Schülerinnen und Schüler auch die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, sagte er. Die Abiturklausuren werden zwischen dem 11. und 30. Mai geschrieben - rund drei Wochen später als zunächst geplant. Die Abschlussarbeiten der Schüler der 9. und 10. Klassen an Haupt- und Realschulen beginnen am 20. Mai. Ob der neue Zeitplan zu halten ist, soll kurz nach Ostern beurteilt werden. Schlimmstenfalls könnten die Schulen wegen der Corona-Krise sogar bis zum Sommer geschlossen bleiben.

Update, 27. März, 15 Uhr: Was passiert mit den Abi-Prüfungen in Niedersachsen? Kultusminister Grant Hendrick Tonne (SPD) hat nun entschieden. In Hannover stellte er einenneuen Fahrplan für die Abi-Prüfungen vor.

Update, 26. März, 9 Uhr: Rund drei Wochen vor den ersten Abiturprüfungen in Niedersachsen ist weiter unklar, ob der Zeitplan angesichts der Coronavirus-Krise eingehalten werden kann. Das Land will erst bis Freitag über eine mögliche Verschiebung entscheiden. Das sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) im Landtag in Hannover.

Geplant ist, dass die schriftlichen Abiprüfungen am 20. April mit dem Fach Geschichte beginnen und am 13. Mai mit Sport und Informatik enden.  Sollten der Schulausfall bis nach Ostern dauern, wäre eine Anpassung der Prüfungstermine erforderlich, sagte Minister Tonne.

Der Philologenverband in Niedersachsen hält eine mögliche Absage der Abiturprüfungen ebenfalls für vertretbar. „Wir müssen akzeptieren, dass wir in einer Notsituation sind. Je eher wir das akzeptieren, desto besser ist es“, sagte Landeschef Horst Audritz. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Prüfungen nicht wie geplant am 20. April beginnen könnten, sagte Audritz. Spätestens Ende nächster Woche solle daher über eine Absage oder Verschiebung entschieden werden.

Update, 16. März, 11.15 Uhr: Mit drastischen Einschnitten in das öffentliche Leben soll auch in Niedersachsen und Bremen die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie verlangsamt werden. Schulen und Kitas sind geschlossen, Busse und Bahnen fahren seltener. Welche weiteren Maßnahmen sind geplant?

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus sind in Niedersachsen und Bremen wie auch bundesweit Schulen und Kitas am Montagmorgen geschlossen geblieben. In Niedersachsen soll die Schließung zunächst fünf Wochen bis zum 18. April dauern, der Zeitraum umfasst die Osterferien. Für Kinder von Beschäftigten aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge ist eine Notbetreuung geplant.

Coronavirus: Schulen und Kitas in Niedersachsen und Bremen dicht

In Bremen sollen Schulen, Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen bis einschließlich 14. April geschlossen bleiben. Die wochenlange Schließung stellt Eltern und Arbeitgeber vor beispiellose Probleme. Arbeitsminister Hubertus Heil appellierte an Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern unbürokratische und einvernehmliche Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden, so dass den Eltern keine Lohneinbußen drohen.

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe in Niedersachsen und Bremen passen Fahrpläne der Krisensituation und dem geringeren Verkehrsaufkommen an. Die hannoverschen Verkehrsbetriebe haben fortan einen reduzierten Fahrplan, auch weil die vielen Tausend Schüler in der Landeshauptstadt zu Hause bleiben und viele Behördenmitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Die Bremer Verkehrsbetriebe wollen von Mittwoch an nach einem reduzierten Fahrplan fahren, der sich an dem Sonntagsfahrplan orientiert.

Coronavirus: Krisenstab von Niedersachsen tagt

Bundesweit einheitliche Regelungen für weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollen im Tagesverlauf verkündet werden. In Hannover kam am Morgen der Krisenstab der Landesregierung Niedersachsen zusammen. Neben der Absperrung der Nordseeinseln für Touristen geht es unter anderem um Besuchsverbote in Krankenhäusern und Altenheimen.

Bis Sonntagnachmittag waren dem Gesundheitsministerium Niedersachsen nach eigenen Angaben 287 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Bundesland bekannt. (dpa)

Coronavirus: Niedersachsen und Bremen schließen Schulen und Kitas

Update, 14. März, 17.15 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, schränken Niedersachsen und Bremen weitgehend das öffentliche Leben ein. In beiden Bundesländern bleiben Schulen und Kindertagesstätten für Wochen geschlossen, wie die Landesregierungen am Freitag in Hannover und Bremen bekanntgaben. „Wir schalten zwei Gänge herunter“, betonte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): „Es geht - auf den Punkt gebracht - darum, Leben zu retten.“ Auch Theater, Museen und Bibliotheken machen bis Mitte April dicht. Die Kirchen empfehlen ihren mehr als 2100 Gemeinden, die Gottesdienste abzusagen.

Update, 11.30 Uhr: Auch in Bremen bleiben ab Montag alle Schulen und Kitas geschlossen. Das hat der Bremer Senat am Freitag in einer Sondersitzung entschieden. Die Zahl nachgewiesener Infektionen mit dem Coronavirus stieg in Niedersachsen binnen eines halben Tages von 129 auf 173 - 42 sind es aktuell in Bremen.

Update, 13. März, 10 Uhr:  Niedersachsen schließt als nächstes Bundesland wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen und Kitas. Sie bleiben nach dpa-Informationen von Montag an dicht. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen. Noch offen ist, ob auch die Kindertagesstätten geschlossen werden. In Bremen will Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitagmittag informieren, ob auch dort alle Schulen geschlossen werden. Bayern, Berlin und das Saarland hatten diesen Schritt bereits angekündigt. 

Es wird eine Notbetreuung für Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz,

Coronavirus: Niedersachsen bereitet Notfallpläne für Abiturprüfung vor

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat das niedersächsische Kultusministerium auch bereits Notfallpläne für die bevorstehenden Abiturprüfungen vorbereitet. Die schriftlichen Abiturprüfungen in Niedersachsen sollen am 17. April beginnen.

Die Schulen und Kindertagesstätten in Niedersachsen werden bis zu den Osterferien eine Notbetreuung anbieten. Räumliche und personelle Standards würden dafür nicht mehr gelten.  Der Vorlesungsbeginn an den niedersächsischen Universitäten wird wegen des Coronavirus auf den 20. April verschoben. Schulfahrten in Niedersachsen werden bis zu den Sommerferien komplett gestoppt.

Update von 17.15 Uhr: Die Kultusminister und Kultusministerinnen der Länder schließen angesichts der Coronavirus-Pandemie auch flächendeckende Schulschließungen nicht aus. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weitreichenden Schließungen komme, sagte die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), am Donnerstag in Berlin. Ähnlich äußerten sich die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD). 

Die Einschätzung der KMK hat direkten Einfluss auf die Situation in Niedersachsen und in den übrigen Bundesländern. Ob es in Niedersachsen zu umfassenden Schulausfällen wegen des Coronavirus kommt, ist noch nicht offiziell mitgeteilt worden.

Kultusminister stellen sich auf zwei Corona-Szenarien ein

Allerdings stellen sich die Minister auch auf das zweite mögliche Szenario ein, dass der Schulbetrieb während der Coronavirus-Krise weitergeführt wird. Er würde sich dann aber auf den Unterricht sowie Lehrer- und Schulkonferenzen beschränken. Auf Klassenfahrten ins Ausland und Ausflüge im Inland müsse dann grundsätzlich verzichtet werden.

Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe wies darauf hin, dass es in Deutschland elf Millionen Kinder unter 14 Jahren gebe, die eine Betreuung bräuchten. Er betonte, dass von ihnen bei einer Schließung aller Schulen wegen des Coronavirus trotzdem 10 bis 20 Prozent wegen der Berufstätigkeit der Eltern eine Betreuung benötigen würden, „um nicht den Zusammenbruch der öffentlichen Daseinsvorsorge und vieler anderer Dinge zu riskieren“, sagte Rabe. „Das sind Überlegungen, an deren Anfang wir stehen.“

Originalartikel von Donnerstag, 15.30 Uhr: Hannover - Die Landesregierung in Niedersachsen hat bis Donnerstagnachmittag nach Informationen der Deutschen Presseagentur noch keine endgültige Entscheidung über flächendeckende Schulschließungen wegen des Coronavirus getroffen. Für Medienberichte, nach denen die Schulen landesweit von Montag an für zunächst zwei Wochen geschlossen werden sollen, gab es am Donnerstagnachmittag zunächst keine Bestätigung. Experten warnten unterdessen vor Schulausfällen für alle Schüler in Deutschland, berichtet merkur.de*.

Eine Schulschließung wegen des Coronavirus bis Ende März würde bedeuten, dass die Schüler vier Wochen am Stück zu Hause bleiben würden und erst nach den Osterferien Mitte April wieder zur Schule gehen könnten. Erste Kommunen und Schulträger haben bereits Schließungen und Schulausfälle angeordnet.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 beeinträchtigt in Niedersachsen neben den Schulen auch andere Bereiche des Alltags. Die Fallzahlen steigen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wurden landesweit verboten, berichtet kreiszeitung.de*.

Übersicht zu Schulausfällen wegen des Coronavirus

  • Aurich: An der Grundschule Wallinghausen, an der Grundschule Sandhorst, Grundschule Tannenhausen, Gymnasium Ulricianum und der Realschule Aurich kommt es zu Unterrichtsausfällen bis zum 13. März
  • Diepholz: Alle Schulen und Kindertagesstätten in Weyhe und Stuhr bleiben ab dem 13. März geschlossen 
  • Erichshagen: Der Unterricht an der Grundschule am Bach fällt voraussichtlich bis zum 26. März aus
  • Hannover-Bemerode: Die IGS Kronsberg meldet Unterrichtsausfall am 13 März 
  • Husum: Die Grundschule Husum bleibt voraussichtlich bis zum 26. März geschlossen
  • Isernhagen: Vom 13. bis zum 16. März bleiben Gymnasium und IGS am Hellwege in Altwarmbüchen, die Grundschule auf dem Windmühlenberge und die benachbarte Kindertagesstätte Kunterbunt geschlossen
  • Neustadt am Rübenberge: Schulausfall in der KGS bis zum 13. März
  • Nienburg/Weser: Das Marion-Dönhoff-Gymnasium bleibt voraussichtlich bis zum 26. März geschlossen
  • Norden: An der Oberschule Norden und der Kooperativen Gesamtschule Hage-Norden, Außenstelle Norden, fällt der Unterricht bis zum 13. März aus
  • Schwarmstedt: Die KGS Wilhelm-Röpke-Schule bleibt bis zum 13. März geschlossen
  • Kreis Cuxhaven Schulausfall: Haupt- und Realschule Loxstedt sowie Gymnasium Loxstedt  (Stromausfall)
  • Stade: Grundschule am Burggraben
  • Schwarmstedt: KGS Wilhelm-Röpke-Schule Schulausfall
  • Erichshagen, Grundschule am Bach Schulausfall
  • Husum: Grundschule Husum Unterrichtsausfall
  • Norden Unterrichtsausfall Wegen eines Verdachtsfalls auf eine mögliche Ansteckung durch den Corona-Virus
  • Hannover-Bemerode: IGS Kronsberg Schulausfall
  • Cuxhaven: Haupt- und Realschule Loxstedt sowie Gymnasium Loxstedt

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt - einschließlich Berufsschulen - rund 43.000 Schulen mit rund elf Millionen Schülern und 820.000 Lehrern.

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Mit Material von dpa und epd

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