Im TV-Interview wollten es die Journalisten des US-Senders CNBC ganz genau von Jens Spahn wissen.
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Im TV-Interview wollten es die Journalisten des US-Senders CNBC ganz genau von Jens Spahn wissen.

Lob für deutsches Gesundheitssystem

Coronavirus: Spahn wird im US-Fernsehen für Corona-Maßnahmen gefeiert

  • Sabine Oberpriller
    vonSabine Oberpriller
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In der Corona-Pandemie steht Deutschland im internationalen Vergleich gut da. Das bedeutet viel Lob für Gesundheitsminister Jens Spahn - aus den USA.

  • Für die Bekämpfung der Corona-Krise bekommt Deutschland immer mehr internationales Lob
  • Besonders in den USA hat das deutsche Gesundheitssystem viele Fans
  • Der TV-Sender CNBC interviewt Gesundheitsminister Jens Spahn in einem langen Interview

Es ist die Stunde der großen Auftritte für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Denn es stellt sich heraus: Im internationalen Vergleich hat Deutschland wenige Corona-Tote* zu beklagen. Von Tag zu Tag scheinen Amerikaner - aber nicht nur – mehr und mehr angetan vom deutschen Gesundheitssystem. So kommt es, dass Jens Spahn im US-Fernsehsender CNBC jüngst eingehend als Experte in Corona-Fragen interviewt wurde.

Corona-Pandemie: Jens Spahn im großen CNBC-Interview über Corona-Maßnahmen

Die Moderatoren stellten ihm Fragen wie: Wie schafft Deutschland es, die Todesrate so gering zu halten? War Deutschland schon seit Jahren auf so einen Fall vorbereitet? Wie kam es, dass Deutschland viel mehr Tests durchführen konnte, als die USA?

Jens Spahn betont zwar, dass dieses Glück der bisher glimpflich verlaufenden Corona-Epidemie in Deutschland vielmehr dankbar als stolz mache. Mit nicht ganz zu verbergendem Stolz erzählt er den amerikanischen Journalisten aber auch alles, was die Bundesregierung ihren Bürgern in der Vergangenheit nicht so leicht glaubhaft machen konnte: In welch gutem Zustand Generationen an Bundesregierungen das deutsche Gesundheitssystem hinterlassen hätten, dass Deutschland viele Intensivbetten habe, dass es eine hohe Abdeckung an Laboren gebe.

Corona-Krise: Jens Spahn berichtet über Corona-Strategie der Bundesregierung

Die Freude war ihm anzumerken, als er betont, wie wichtig eine starke Wirtschaft* in der Situation sei. Aber auch: wie gut und einsichtig die meisten Bürger von sich aus mitgemacht hätten. Und er wiederholt Sätze, die er den deutschen Medien in diesen Tagen gebetsmühlenartig wiederholt hat: „Balance finden“, „Schritt für Schritt“, „Zurück zu einer neuen Normalität“...

Laut dem internationalen Krisenmanagement-Ranking der „Deep Knowledge Group“ wurde Deutschland mit seinen Maßnahmen* als zweitbestes nach Israel bewertet, berichtet bild.de, das das CNBC-Interview zuerst aufgegriffen hat. Und so beschäftigen sich auch die New York Times, die Financial Times – die führenden großen Medien der USA - dieser Tage eingehend mit dem deutschen Gesundheitssystem*: und sind voll des Lobes.

Ähnlich wie viele Amerikaner, die das Interview und die Fragen der beiden CNBC-Moderatoren auf Twitter kritisch kommentieren. Zu dem Einwurf der Co-Moderatorin Amerika habe auch ein gutes Gesundheitssystem, schreibt ein Amerikaner ironisch: „Die US haben sogar ein sehr gutes Gesundheitssystem ... wenn man es sich leisten kann.“

Immer mehrinternationales Lob findet auch der Umstand, dass Deutschland sein gutes Gesundheitssystem sozusagen teilt: Eine französische Userin kommentiert das CNBC-Interview: „Luxemburg und Deutschland stellen auch Betten für französische Covid-19-Betroffene zur Verfügung. Gut, grenzüberschreitende Freunde zu haben.“

Übrigens: Bei der Frage, wie es kam, dass Deutschland schneller mehr Corona-Tests durchführen konnte, als die USA hat Spahn es galant vermieden, auf den chaotischen Schlingerkurs von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise* hinzuweisen.

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