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Betriebsärzte zufrieden mit Zahl der Corona-Impfdosen - RKI meldet erneuten Anstieg der Inzidenz

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Von: Kai Hartwig

Das RKI meldete am Mittwochmorgen erneut einen leichten Anstieg der Inzidenz in Deutschland. Die Betriebsärzte sind zufrieden mit dem erhaltenen Impfstoff. Der News-Ticker.

Update vom 2. Juni, 8.10 Uhr: Mehr als 50 Millionen Corona-Impfdosen wurden in Deutschland bislang verabreicht. Das geht aus den Zahlen des Impfdashboards von Gesundheitsministerium und RKI hervor. Spätestens ab dem 7. Juni sollen auch die Betriebsärzte flächendeckend bei den Corona-Impfungen in Deutschland einbezogen werden.

Wenige Tage vor dem Start der Impfkampagne in den Betrieben haben sich die deutschen Betriebs- und Werksärzte zufrieden über die Zahl der Impfdosen geäußert. „Wir haben als Betriebsärzte ein Anfangskontingent von über 700.000 Dosen erhalten“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Anette Wahl-Wachendorf, der Rheinischen Post. Das sei deutlich besser als erwartet - auch im Vergleich zum Start der Hausarztkampagne. Bisher scheine es mit Logistik und Versorgung über die Apotheken im Großen und Ganzen gut zu laufen.

Eine medizinische Mitarbeiterin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen bereitet im Rathaus den Wirkstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer für Impfungen gegen das Coronavirus vor.
Die deutschen Betriebs- und Werksärzte sind zufrieden mit der Zahl der erhaltenen Corona-Impfdosen. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Das Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass für Corona-Impfungen in Betrieben inzwischen mehr als 6000 Betriebsärzte eine Bestellung aufgegeben hätten. Sie sollten in der zweiten Juniwoche 702.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekommen - jeder eine zugesicherte Mindestmenge von 102 Dosen. Wahl-Wachendorf kritisierte allerdings die Vergütung. „20 Euro für eine aufsuchende Impfung sind nicht kostendeckend für den Aufwand des Impfprozedere. Da legen Ärzte faktisch drauf“, beanstandete die VDBW-Vizepräsidentin.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneuten Anstieg der Inzidenz

Update vom 2. Juni, 6.32 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) den zweiten Tag in Folge gestiegen. Der bundesweite Wert lag am Mittwochmorgen demnach bei 36,8 (Vortag: 35,2; Vorwoche: 46,8). RKI-Chef Lothar Wieler hatte über das offenbar gestoppte Absinken der Inzidenz bei einer Pressekonferenz am Dienstag (1. Juni) gesagt, Modellierungen ließen einen leichten vorübergehenden Anstieg erwarten. Das RKI bringe dies mit Öffnungsschritten in Zusammenhang, die die Chancen des Coronavirus* erhöhten. Mit einem erneuten exponentiellen Wachstum der Fallzahlen werde bei vorsichtigen Öffnungen allerdings zunächst nicht gerechnet, so Wieler.

Zudem meldeten die Gesundheitsämter dem RKI innerhalb eines Tages 4917 Corona-Neuinfektionen*. Das ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Kurz nach dem verlängerten Pfingstwochenende wurden 2626 neue Corona-Fälle gemeldet. Laut RKI wurden zudem 179 neue Todesfälle verzeichnet. Am Mittwoch vor einer Woche waren es noch 270 Tote.

Corona in Deutschland: Impfung für Kinder „kein Lakritzbonbon“

Update vom 1. Juni, 20.55 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) konnte sich bislang nicht zu einer Empfehlung von Corona-Impfungen bei Kindern durchringen. Obwohl die EMA den Biontech/Pfizer-Impfstoff inzwischen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren freigab. Dafür kassierte die Stiko viel Kritik. Nun wehrte sich deren Vorsitzender Thomas Mertens und warb um Verständnis. „Den Kindern bietet man ja kein Lakritzbonbon an, das ist ein medizinischer Eingriff, und der muss eben entsprechend indiziert sein“, erklärte Mertens im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

Und mahnte die Politik zu überlegtem Handeln. Mertens ist der Überzeugung, dass in der Debatte um die Kinderimpfungen viele Argumente „leichthin genannt“ wurden, „die einer Nachprüfung nicht standhalten“. Insbesondere die Verknüpfung der Bereiche Schule und Kinderimpfung erachtete der Stiko-Chef als „nicht besonders sinnvoll“. Mertens weiter: „Die Stiko - und ich glaube auch viele andere vernünftige Leute - halten diese sprachliche Verbindung von Impfung als Voraussetzung für das normale Leben der Kinder für einen Irrweg.“

Corona in Deutschland: Biontech/Pfizer darf Impfstoff-Produktion deutlich hochfahren

Update vom 1. Juni, 19.40 Uhr: Biontech/Pfizer darf in seinem belgischen Werk in Puurs deutlich mehr Corona-Impfstoff produzieren als bisher. Am Dienstag stellte die europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Empfehlung aus, an besagtem Standort eine Genehmigung für weitere Herstellungs- und Abfüllkapazitäten zu erteilen.

Laut Angaben der EMA werde dies in der EU „erhebliche und sofortige Auswirkungen auf die Versorgung“ mit dem COVID-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer haben. „Das ist ein sehr willkommener Schritt hin zur Erhöhung unserer Produktionskapazität in der Europäischen Union und zur schnelleren Lieferung von Impfstoffen in alle Welt“, kommentierte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides die Entscheidung bei Twitter.

Corona in Deutschland: Kinderärzte warten mit Impfung auf Stiko-Empfehlung

Update vom 1. Juni, 18.36 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat via Twitter den aktuellen Stand der deutschen Corona-Impfkampagne verkündet. „Über 50 Millionen COVID-19-Impfungen gab es bisher in Deutschland: 36 Millionen (43,3 %) sind mindestens einmal geimpft, 15 Mio (18 %) haben einen vollen Impfschutz. Für den Juni erwarten wir bis zu 25 Millionen weitere Impfungen“, hieß es dort.

Ab 7. Juni ist auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren eine Corona-Impfung* möglich. Mit der Umsetzung wollen einige Kinderärzte aber offenbar noch warten - trotz der Freigabe des Biontech/Pfizer-Impfstoffs durch die EMA. „Wir freuen uns über die Zulassung eines Impfstoffes für Zwölf- bis 15-Jährige in Europa“, erklärte Axel Gerschlauer der WAZ. Der Sprecher des Bezirks Nordrhein beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ergänzte allerdings: „Für uns Kinder- und Jugendärzte ist aber entscheidend, was die Stiko zur Impfung von Jugendlichen sagt, denn der Bundesgerichtshof hat die Stiko-Empfehlungen als medizinischen Standard anerkannt.“ Impfinteressenten seien bereits in großer Zahl vorhanden, so Gerschlauer weiter: „Die Leute rennen uns die Bude ein.“

Corona in Deutschland: Spahn optimistisch - „Es kann ein guter Sommer werden“

Erstmeldung vom 1. Juni, 16.43 Uhr: München – Dass der Sommer in Deutschland mit großen Schritten Einzug erhält, merkt man dieser Tage auch an den gestiegenen Temperaturen. Die Menschen zieht es mehr und mehr nach draußen. Die Corona-Lage hat sich inzwischen deutlich entspannt.

Zwar musste das Robert Koch-Institut* (RKI) am Dienstagmorgen (1. Juni) erstmals seit Tagen wieder einen leichten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz vermelden. Mit 35,2 registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag die Inzidenz nur knapp über dem Wert des Vortags (35,1). Einen Anstieg der Inzidenz gab es zuletzt vom 9. auf den 10. Mai zu vermelden, seitdem war diese stetig gesunken.

Der aktuelle Anstieg sei aber nicht ungewöhnlich, beruhigte RKI-Präsident Lothar Wieler. Auch aufgrund möglicher Nachmeldungen von Corona-Fällen durch die Gesundheitsämter. Insgesamt ist die Situation stark verbessert, befand Wieler. Dies bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen der Vorwoche, als der Inzidenzwert noch bei 58,4 gelegen hatte. Unterdessen stufte das RKI die Corona-Gefahrenlage in Deutschland von „sehr hoch“ auf „hoch“ herab.

„Es kann ein guter Sommer werden“, meinte auch Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag auf der wöchentlichen PK zur aktuellen Corona-Lage. „Wir haben uns das hart erarbeitet - durch viel Verzicht, durch testen und durch impfen.“

Corona in Deutschland: Einige Bundesländer erlauben wieder Innengastronomie

Der positive Trend erlaubte es einigen Bundesländern bereits, weitere Lockerungen anzugehen. In Brandenburg dürfen Gastronomiebetriebe ab Donnerstag neben dem Außenbereich auch wieder Innenräume ohne Testpflicht öffnen. Einen Tag später will dies auch Berlin erlauben. In Hamburg geht man vorsichtiger vor: Ab dem Wochenende dürfen Restaurants ihre Gäste auch wieder innen bedienen, allerdings brauchen diese einen negativen Test.

Derweil läuft die Impfkampagne in Deutschland inzwischen nach Plan. Laut Gesundheitsminister Spahn könne man bis Mitte Juli nach aktuellem Stand 80 bis 90 Prozent der Impfwilligen eine Impfung anbieten. (kh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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