“Jena hat die Wende geschafft“

Coronavirus in Deutschland: Zweites Bundesland führt Maskenpflicht ein - Vorreiter-Stadt meldet erstaunliche Zahlen

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Während in Deutschland über Wege aus dem Corona-Shutdown diskutiert wird, steigt die Zahl der Corona-Infizierten und -Toten weiter.

Update, 21.15 Uhr: An dieser Stelle beschließen wir diesen Ticker und bedanken uns fürs Mitlesen.

Alle News, Trends und Entwicklungen zur Corona-Krise in Deutschland lesen Sie künftig in diesem News-Ticker.

Corona in Deutschland: Nach Schritt in Sachsen - Maskenpflicht im ÖPNV jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern

Update 19.40 Uhr: Nach Sachsen führt auch Mecklenburg-Vorpommern zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. 

Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin sagte, müssen Nutzer von Straßenbahn, Bus oder Taxi von Montag an einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Verlangt werde eine Stoffmaske, alternativ könne auch ein Tuch als Schutz getragen werden, erklärte Schwesig. Für Einkäufe in Geschäften des Einzelhandels gelte hingegen weiterhin die dringende Empfehlung, eine sogenannte Alltagsmaske zu tragen, nicht aber eine Pflicht.

Die Maskenpflicht für den Nahverkehr sei nötig, weil mit der Ladenöffnung ab Montag und der Öffnung der Schulen kurze Zeit später auch die Nutzung der Nahverkehrsmittel wieder deutlich zunehmen werde, sagte Schwesig. In Bussen und Bahnen sei das Abstandsgebot kaum einzuhalten.

Ein anderes Bundesland denkt unterdessen bereits an Lockerungen für das kulturelle Leben.

Corona: Maskenpflicht in Deutschland - Vorreiter-Stadt Jena meldet erstaunliche Zahlen

Update, 16.03 Uhr: Rund eine Woche nachdem Jena als erste Großstadt in Deutschland eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und den Einzelhandel eingeführt hatte, überrascht die Stadt nun mit neuen Zahlen. 

Wie die Stadt Jena nun nämlich bestätigt, hat sich demnach innerhalb der letzten acht Tage kein Mensch mehr mit dem Coronavirus in Jena infiziert. Ein Sprecher relativierte allerdings gegenüber dem MDR, dass für dieses Phänomen nicht nur die strenge Maskenpflicht ursächlich sei. Demnach müssten Rückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne, auch Bayern und Baden-Württemberg würden demnach als Risikogebiete eingestuft werden. 

Auch Bürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) betonte im Gespräch mit dem Sender n-tv die Bedeutung der Quarantäne-Maßnahmen. „Die Maskenpflicht war - verbunden mit den Abstands- und Hygieneregeln - ein weiterer Schritt, das Virus in den Griff zu kriegen“, fügte er hinzu.: „Wir haben auf den Rat unseres Gesundheitsamtes und den der Experten des Uni-Klinikums Jena gehört.“ „Jena hat die Wende geschafft“, betonte er. 

Momentan kursieren im Internet Verschwörungstheorien zum Coronavirus. Nun wird ein Interview mit Virologe Christian Drosten verbreitet, das für Verwirrung sorgt.

Corona in Deutschland: Erstes Bundesland führt Mundschutzpflicht ein

Update, 14.45 Uhr: Nachdem eine Maskenpflicht bislang in Deutschland nicht eingeführt wurde, ändert Sachsen nun den vorgegebenen Kurs. Als erstes Bundesland führt Sachsen nun eine Maskenpflicht ein. Diese gilt für den öffentlichen Nahverkehr und den Einzelhandel und trete am Montag in kraft, wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nun erklärte. 

Das Coronavirus sorgt auch in NRW für Einschränkungen, nun legt eine große Kaufhauskette Klage dagegen ein.

Corona: RKI-Chef meldet höchsten Anstieg der Todesfälle in Deutschland​ - Spahn-Prognose macht Hoffnung

Update, 13.15 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn leistete sich auf einer Pressekonferenz am Freitag einen Satz, der ein fatales Signal aussenden könnte. Ein Kommentar von Online-Redakteur Marcel Görmann.

Update, 10.15 Uhr: Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, erklärt in der Pressekonferenz, dass Deutschland ein bislang sehr gutes Zwischenergebnis erreicht habe. Die Reproduktionszahl liege im Durchschnitt in Deutschland bei rund 0,7 , rund 3.000 neue Fälle werden täglich gemeldet. 

„Wir sehen leider auch, dass die Zahl der Todesfälle weiter ansteigt. Gestern wurden insgesamt 315 Todesfälle übermittelt“; erklärt Wieler. Das sei die bislang höchste Anzahl von Todesfällen in Deutschland an einem Tag. 

Können wir im Sommer wieder in den Urlaub fahren? Heiko Maas äußert sich zu den Urlaubsplänen mit einer eindeutigen Einschätzung.

Corona in Deutschland: Jens Spahn gibt Überblick über „neue Normalität“

Update, 10.03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt bereits zu Beginn der Pressekonferenz, dass sich die Zahlen der letzten Wochen langsam aber sicher stabilisiert haben. „Das war erfolgreich, die Infektinszahlen sind deutlich gesunken. Der Ausbruch ist beherrschbar“, erklärt Spahn. 

Demnach sei das Gesundeitssystem in Deutschland zu keiner Zeit überfordert gewesen. Spahn erklärt weiter, dass das Gesundheitssystem in Deutschland in einer guten Verfassung sei. Sechs von sieben Covid-19 Patienten werde momentan ambulant behandelt. „Die Krankenhäuser können sich auf schwere Verläufe konzentrieren“, erklärt Spahn weiter. 

„Wir müssen es schaffen zu einer neuen Normalität zu kommen, mit dem Virus zu leben“, erklärt Spahn. Demnach solle nun besprochen werden, wie zuvor abgesagte Operationen des Normalbetriebs nun wieder in den Klinikalltag eingegliedert werden können. Rund 10.000 Intensivbetten könnten demnach nicht auf Dauer freigehalten werden. Diese „neue Normalität“ in den Kliniken solle etwa ab Mai erfolgen. 

„Wir haben gute Chancen, gut durch diese Krise zu kommen“, erklärt Spahn weiter. 

Update vom 17. April, 9.34 Uhr: In einer gemeinsamen Presseonferenz informieren ab 10 Uhr Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler. 

Coronavirus in Deutschland: Ansteckungsrate sinkt weiter

Update vom 17. April, 6.24 Uhr: Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 0,7. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht, wie das RKI berichtete. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Dienstag gesagt, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Wieler hatte allerdings auch gesagt, für eine Lockerung der Maßnahmen sei nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems. Es gebe derzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Epidemie in Deutschland eingedämmt sei. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln.

Coronavirus in Deutschland:Rumänischer Erntehelfer tot - Coronatest positiv

Die Grenzen in Deutschland sind wegen der Corona-Pandemie zwar dicht, doch für Erntehelfer gelten Ausnahmeregeln. Sie dürfen einreisen, um ihre Arbeit zu verrichten. Nun ist ein rumänischer Erntehelfer (57) tot in seiner Unterkunft in Bad Krozingen (Baden-Württemberg) aufgefunden worden. Laut Spiegel-Informationen ist ein Covid-19-Test bei ihm positiv ausgefallen. 

Das Innenministerium in Stuttgart hat den Fall bestätigt. In einem Krozinger Betrieb hatte der Mann bei der Spargelernte geholfen und vor seinem Tod über Schnupfen und Husten geklagt. Offenbar hatte sich der 57-Jährige in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Der Covid-19-Test bestätigte, dass er an der neuartigen Lungenerkrankung gestorben ist. 

Der Rumäne war einer von Hunderten Erntehelfern, die sich aktuell in Baden-Württemberg aufhalten. Dort läuft die Spargelernte auf Hochtouren. Vom 9. bis 14. April waren etwa 3000 Erntehelfer aus Rumänien am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden eingetroffen. Den Informationen des Spiegels zufolge soll sich der nun Verstorbene aber bereits seit dem 20. März in der Bundesrepublik aufgehalten haben. 

Nun sucht das zuständige Gesundheitsamt Personen, die mit dem toten Rumänen in Kontakt standen, teilte ein Sprecher mit. Eine weitere Virusausbreitung solle so verhindert werden. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nannte der Behördensprecher keine weiteren Einzelheiten zu dem Fall. 

Coronavirus in Deutschland: Infektionen bei medizinischem Personal steigen

Update vom 16. April, 20 Uhr: Die Infektionen bei medizinischem Personal in Deutschland steigen. Aus einem Bericht der Tagesschau geht hervor, dass sich knapp 6.400 Menschen, die als Ärzte oder im Pflegebereich tätig sind, mit dem Coronavirus infiziert haben. Acht von ihnen seien an Covid-19 gestorben. Besonders in der Altenpflege wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. 

Corona in Deutschland: 

Update um 19.20 Uhr: Die regionalen Unterschiede bei der Coronavirus-Epidemie in Deutschland werden sich Einschätzungen des Virologen Christian Drosten zufolge auflösen. Der anfängliche Effekt, dass sich das Virus nach Einschleppungen zunächst stark lokal verbreitet, wie bisher in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, werde immer weiter verwischen, sagte der er im NDR-Podcast am Donnerstag.

Bereits zu sehen sei, dass sich die „lokale Clusterung“ so langsam auflöse. „Das Virus wird sich jetzt über die nächsten Wochen und Monate, über den Sommer, in ganz Deutschland weiter verteilen.“ Zu dieser gleichmäßigeren Verteilung komme es trotz der Maßnahmen zur sozialen Distanzierung, da es immer noch Übertragungen gebe, so Drosten.

Update um 18.22 Uhr: Rheinland-Pfalz weicht als zweites Bundesland bei der Öffnung der Geschäfte vom Beschluss der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. „In Rheinland-Pfalz können ab Montag alle Geschäfte öffnen, wenn Waren nur auf bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten werden. Größere Geschäfte erhalten so die Chance, einen Teil ihrer Verkaufsfläche abzutrennen“, sagte Regierungssprecherin Andrea Bähner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Bund hatte am Mittwoch eine Grenze von 800 Quadratmetern genehmigter Verkaufsfläche vorgesehen. „Für uns ist dies ein Gebot der Gleichbehandlung und der rechtlichen Klarheit“, erläuterte Bähner die Abweichung.

Coronavirus in Deutschland: RKI nennt neue Fallzahlen - Bayern hat die meisten Infektionen

Update um 16.46 Uhr: Bis Donnerstagnachmittag sind in Deutschland mehr als 133.200 Coronavirus-Infektionen registriert worden. Am Vortag lag diese Zahl noch bei mehr als 130.300 Infektionen (Stand 16.15 Uhr). Außerdem sind bundesweit bislang mindestens 3740 mit dem Coronavirus infizierte Personen gestorben. Am Vortag waren es 3456. Diese Daten sind Teil einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur, die sich auf die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bezieht.

Rund 77.000 Menschen in Deutschland haben laut Schätzungen des RKIs eine Corona-Infektion bereits überstanden. Ebenso wie in anderen Ländern rechnen Experten in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer an nicht erfassten Fällen. Besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind innerhalb Deutschlands wie bereits in den Tagen und Wochen zuvor die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Auf 100.000 Einwohner gerechnet hat Bayern mit einem Wert von 271,6 die meisten Infektionen. Im Bundesdurchschnitt lag dieser Wert bei 160,3. Zu Beachten ist dabei, dass die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch ist. 

Coronavirus: Viele Deutsche wollen mit dem Einkaufen bis zum Ende der Beschränkungen warten

Update 15.52 Uhr: Ob der Handel tatsächlich in dem Maße von den ab Montag gelockerten Einschränkungen profitieren wird, wie es sich viele Experten und Beobachter wünschen? Eine Umfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) dämpft die Erwartungen. Demnach will weniger als ein Viertel der Menschen in Deutschland im lokalen Einzelhandel einkaufen, solange noch Corona-Beschränkungen gelten. 

Ein Drittel der Befragten wartet stattdessen lieber, bis die Einschränkungen vollständig aufgehoben sind. Zudem ist es den Menschen der Umfrage zufolge besonders wichtig, dass es in den Geschäften Desinfektionsmöglichkeiten gibt, Abstandsregeln eingehalten werden und der Laden regelmäßig desinfiziert wird. 

Update 13.58 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch das weitere Vorgehen im Umgang mit der Corona-Pandemie erläutert, nun ist es Sache der Länder, diese Regelungen und Richtlinien im Detail umzusetzen. 

Am Donnerstag hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz erklärt, wie sein Bundesland die derzeitigen Beschränkungen lockern will. Der bayerische Weg unterscheidet sich von dem anderer Bundesländer wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen

Eine Umfrage sowie der Zwischenruf eines Experten legen der Bundesregierung unterdessen ein massives Umsteuern beim Thema Krisenvorsorge nahe.

Coronavirus in Deutschland: Gewerkschaft der Polizei warnt 

Die Gewerkschaft der Polizei hat nun eine bundesweit einheitliche Lockerung der Corona-Regelungen von Bund und Ländern angemahnt. Die Bewältigung der Krise dürfe „kein Anlass sein, in einen politischen Wettbewerb einzutreten“, erklärte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Berlin. 

„Es darf in einem Bundesland nicht mehr oder weniger Beschränkungen geben als in einem anderen“, fordert er. Söder rechtfertigt die in Bayern vergleichsweise langsame Lockerung der Einschränkungen damit, dass der Freistaat mehr als andere Regionen in Deutschland vom Coronavirus betroffen ist.  

Corona in Deutschland: Virologe bewertet Merkels neuen Plan - und sorgt für überraschenden Vorschlag

Update 10.11 Uhr: Seit Mittwoch steht es fest: Bis einschließlich 3. Mai werden die Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen verlängert, doch es soll auch einige Lockerungen, wie zum Beispiel die Öffnung bestimmter Geschäfte geben. 

Nun stellt sich die Frage, wie Virologen Merkels neuen Kurs einschätzen. Dr. Christoph Spinner, Virologe und Oberarzt am Münchner Klinikum Rechts der Isar, hat sich bereits zur neuen Corona-Lage in der Bundesrepublik geäußert - und ein Vorgehen gefordert, das wohl bei vielen zunächst für Überraschung sorgt. Er hält eine Durchseuchung für notwendig und fordert deshalb kontrollierte Neuinfektionen mit Covid-19.

Video: Coronavirus - Bayerischer Experte für Durchseuchung

Coronavirus in Deutschland: Es könnte wieder jeder Infektionsfall nachverfolgbar werden

„Als Arzt ist es mir vor allem wichtig, dass alle Maßnahmen die im Moment getroffen werden, darauf abzielen, dass die medizinische Versorgungskapazität in den Krankenhäusern und im Gesundheitssystem weiter ausreicht“, betont Spinner im Gespräch mit Focus.de. „Und ich denke, dass wir hier auf einem richtigen Weg sind.“ Durch die Maßnahmen des Social Distancings seien die Neuinfektionszahlen weiter zurückgegangen und die Verdopplungszeit der Neuinfektionen auf weit über 20 Tage angestiegen ist. „Zunächst war das Ziel über 14 Tage, jetzt sind wir weit darüber“, betont Spinner. „Das erlaubt einen Zustand, dass die Infektionen so weit zurückgehen, dass wieder jeder einzelne Infektionsfall nachverfolgbar werden könnte.“ 

Wichtig sei es nun aber auch, mehr Test- und Beratungsangebote verfügbar zu halten und die Gesundheitsämter in die Lage zu versetzen, Infektionsketten nachzuverfolgen. Darauf hingewiesen, dass Experten infolge der aktuellen Lockerungen mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen rechnen, erklärt Spinner, dass es wichtig sei, zu verstehen, dass die Inkubationszeit mit bis zu 14 Tagen bei Covid-19 relativ lang sei. „Alle Maßnahmen, die heute getroffen werden,werden frühestens in zwei Wochen spürbar sein und im Rahmen des exponentiellen Wachstums sogar erst nach einem vielfachen der Inkubationszeit wirklich spürbar werden“, prognostiziert der Virologe.

Coronavirus in Deutschland: Experten halten Durchseuchung für notwendig

Viele Experten würden glauben, dass solange keine Impfung verfügbar sei, eine Durchseuchung von 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung erforderlich sein dürfte, damit es nicht mehr zu einer unkontrollierten Verbreitung kommt. „Wie hoch die Durchseuchung in der Bevölkerung derzeit ist, wird in verschiedenen Studien untersucht und sie dürfte sich auch in verschiedenen Bundesgebieten erheblich unterscheiden“, vermutet Spinner. 

Ganz sicher sei allerdings, dass wir noch spürbar von der erforderlichen Durchseuchung abweichen würden. „Das bedeutet im Umkehrschluss, wir werden in einen Modus kommen müssen, dass kontrolliert Neuinfektionen stattfinden können, Menschen mit Erkrankungen in Kliniken und im Gesundheitssystem versorgbar bleiben aber dennoch das öffentliche Leben fortgesetzt werden kann“, meint der Oberarzt. Sicher werde auch sein, dass das öffentliche Leben nicht so stattfinden könne, wie es vor Covid-19 stattgefunden habe, solange kein Impfstoff verfügbar sei. 

Update, 16. April, 8.31 Uhr: Laut den aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität gibt es in Deutschland aktuell 134.753 Infizierte. 3.804 Personen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben (Stand: 8.30 Uhr).

Coronavirus in Deutschland: Leichter Anstieg bei Zahl der Neuinfektionen

Update um 22.01 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet in Deutschland im Vergleich zu den vergangenen Tagen wieder einen leichten Anstieg. Am Mittwoch wurden in Deutschland rund 3000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Dienstag hatte man lediglich einen Zuwachs von rund 2000 Infizierten verzeichnet. Damit steigt die Zahl der Corona-Infektionen auf 131.400. 

Mindestens 336 Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben, die Todeszahl steigt damit in Deutschland  auf 3553 (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3217). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Kann das Oktoberfest 2020 stattfinden?* Markus Söder will mit Münchens OB Reiter entscheiden.

Corona: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Bund will Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen

Update 18.58 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus setzt die Bundesregierung auf eine komplette Verfolgung der Infektionsketten. „Wenn wir jetzt mehr öffentliches Leben zulassen, in kleinen Schritten, dann ist es ganz wichtig, das wir noch besser die Infektionsketten verfolgen können“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin nach einem Gespräch mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. „Es muss unser Ziel sein, jede Infektionskette verfolgen zu können.“ Dann gelinge es auch, Infektionsherde einzugrenzen.

Eine von der Bundesregierung geplante Smartphone-App soll helfen, mögliche Kontakte mit Infizierten nachzuverfolgen. Deren Nutzung soll freiwillig sein. Vor allem seien aber die Gesundheitsbehörden gefordert, sagte Merkel. Die Frage sei von „ganz, ganz entscheidender Bedeutung“.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte: „Das Drama in Italien war ja, das Infektionsketten nicht mehr verfolgbar waren und damit eine völlig unkontrollierte Ausbreitung erfolgte.“

Im zwischen Bund und Ländern vereinbarten Papier heißt es dazu: „Um zukünftig Infektionsketten schnell zu erkennen, zielgerichtete Testungen durchzuführen, eine vollständige Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten und die Betroffenen professionell zu betreuen, werden in den öffentlichen Gesundheitsdiensten vor Ort erhebliche zusätzliche Personalkapazitäten geschaffen, mindestens ein Team von 5 Personen pro 20.000 Einwohner.“

Corona: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Bund will Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen

Update 18.25 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger erneut aufgerufen, sich weiterhin an die Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu halten. Man habe zwar etwas erreicht, was nicht von vorneherein absehbar gewesen sei, die Krankenhäuser, die Ärzte und die Pflegekräfte seien nicht überlastet worden, sagte Merkel am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz mit den Regierungschefs der Länder.

Aber das sei nur ein Zwischenerfolg, „ein zerbrechlicher Zwischenerfolg“, warnte Merkel. Es gebe noch nicht viel Spielraum für Änderungen oder ein Vorpreschen, auch wenn eine gute Absicht dahinter stecke. Es gebenoch keinen Impfstoff. Man müsse „äußerste Vorsicht“ walten lassen. Zugleich bedankte sich die Kanzlerin bei den Bürgerinnen und Bürgern, dass sie sich weitgehend an die Beschränkungen gehalten hätten.

Update um 16.27 Uhr: Bei den Beratungen zur Corona-Krise* haben sich Bund und Länder der Bild zufolge darauf geeinigt, noch bis mindestens zum 31. August alle Großveranstaltungen zu verbieten.

Corona-Krise: Bund und Länder wollen offenbar Schutzmasken in Handel und ÖPNV empfehlen

Update von 16.08 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus wollen Bund und Länder das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel „dringend“ empfehlen. Eine generelle bundesweite Maskenpflicht soll es demnach aber nicht geben, wie die dpa aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erfuhr.

Corona: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen - Bund will Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen

Update um 13.16 Uhr: Nun ist es beschlossene Sache: Die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen an deutschen Grenzen werden um weitere 20 Tage verlängert. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin mit. Eine Lockerung der Beschränkungen soll es hingegen im Bereich des Handels geben: Der Bund will ermöglichen, Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder zu öffnen

Coronavirus in Deutschland: Kontaktbeschränkungen sollen bis 3. Mai verlängert werden

Das sieht eine Beschlussvorlage des Corona-Kabinetts für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, die der dpa am Mittwoch vorlag. Grundsätzlich sollen die seit mehreren Wochen geltenden harten Kontaktbeschränkungen jedoch bis zum 3. Mai verlängert werden. Alle aktuellen Entscheidungen der deutschen Regierungen lesen Sie auch in unserem Shutdown-Ticker

Update um 12.16 Uhr: Wie am Mittwochvormittag aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, sollen die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen der deutschen Grenzen nach dem Willen des Bundesinnenministeriums für weitere 20 Tage gelten. Diesbezüglich wollte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch mit den Ministerpräsidenten über Einzelheiten sprechen. 

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte bei der Bundespressekonferenz am Mittwoch außerdem, dass Übermut und Nachlässigkeit vermieden werden müsse, um Erfolge im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung nicht zu gefährden. Der Pfad, auf dem sich Deutschland in den nächsten Wochen befinden werde, sei einer schmaler Grad zwischen vorsichtigen schrittweisen Lockerungen und Bewahrung unserer Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie

Coronavirus-Folgen in Deutschland: Schadstoff-Belastung geht zurück

Doch auch eine gute Nachricht gibt es mittlerweile infolge der Corona-Krise: Die Schadstoffbelastung in Deutschland ist durch die Pandemie zurückgegangen. Wie die Wirtschaftswoche am Dienstag nach Auswertung von Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinal-5P berichtete, sind in der Atmosphäre über Mitteleuropa seit Anfang April weniger extreme Stickstoffdioxid-Werte gemessen worden. Über deutschen Ballungsräumen seien auf den Satellitenbildern kaum noch große Schadstoffwolken zu sehen, heißt es im Bericht der Zeitschrift. 

Update um 11.03 Uhr: Die Deutsche Presse-Agentur hat am Mittwochvormittag wieder die aktuellen Corona-Zahlen für die Bundesrepublik veröffentlicht. So sind bislang mehr als 128.500 Coronavirus-Infektionen registriert worden. Am Vortag waren es bis 10.15 Uhr mehr als 126.600 Infektionen. Mindestens 3222 mit Covid-19 infizierte Menschen sind bislang bundesweit gestorben. Am Vortag belief sich dieser Wert bis 10.15 Uhr auf 2998 Todesfälle. Die dpa beruft sich dabei auf Informationen des Robert-Koch-Instituts.

Angesichts der stagnierenden Infektionszahlen ringt die Politik um Maßnahmen für eine Lockerung der Einschränkungen. Details des Exit-Plans sind am Mittwoch früh durchgesickert.

Coronavirus in Deutschland: RKI schätzt Zahl der Genesenen auf 72.600

Laut Schätzungen des Instituts haben in Deutschland rund 72.600 Personen die Covid-19-Infektion überstanden. Wie für andere Länder auch rechnen Experten in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. Am meisten von der Coronavirus-Ausbreitung betroffen sind innerhalb Deutschlands außerdem nach wie vor die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Wie am Mittwochvormittag ebenfalls bekannt wurde, sind gut vier Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung mehr als 225.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche wieder zu Hause. Das Auswärtige Amt teilte weiter mit, dass jetzt nur noch eine „mittlere vierstellige Zahl“ Reisender ausgeflogen werden müsse. Davon würden sich die meisten in Südafrika, Argentinien und Peru befinden. Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundeswehr dürfte damit in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Doch auch danach werden sich die Botschaften weiter um Einzelfälle kümmern. 

Coronavirus in Deutschland: Medikamentenversorgung ist laut Experten vorerst gesichert

Update vom 15. April, 7.00 Uhr: Eine kürzlich veröffentliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass sich die Deutschen inmitten der Corona-Krise am meisten vor einer Ansteckung, sozialer Isolation und der fehlenden Bewegungsfreiheit fürchten. Doch zumindest eine Sorge konnte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte der Bevölkerung nun nehmen. Wie am Mittwochmorgen bekannt wurde, ist die Medikamentenversorgung hierzulande trotz Hamsterkäufen und vereinzelten Lieferengpässen weitgehend gesichert. „Es gibt keine Unterversorgung“, sagte der Sprecher. 

Zwar gehe die Corona-Krise nicht spurlos an der Produktion von Arzneien vorbei, es gebe aber keinen Grund zur Panik, hieß es. „Im Augenblick gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen, dass man schlechter als bisher an Medikamente kommt“, sagte auch ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbänden. Wie in der derzeitigen Pandemie habe es auch in den vergangenen Wochen immer mal wieder Engpässe gegeben. Die Auswirkungen der aktuellen Pandemie und inwieweit Arzneimittelhersteller beispielsweise in Indien oder China betroffen sind, könne man noch nicht abschätzen, sagte der Sprecher. Teilweise sei es allerdings zu Produktionseinstellungen gekommen. Man müsse wachsam sein und Lieferengpässe als eine verzögerte Folge der Pandemie bedenken.

Coronavirus in Deutschland: Das macht Deutschen am meisten Sorgen

Update um 21.29 Uhr: Wie geht es weiter in der Corona-Krise? Diese Frage beschäftigt nicht nur die am Mittwoch mit der Bundeskanzlerin tagenden Ministerpräsidenten, sondern immer mehr auch die deutsche Bevölkerung. Dabei geht es insbesondere um mögliche Lockerungen.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey bennenenen 37 Prozent der Menschen zwar weiterhin die Sorge vor einer Ansteckung als größtes Problem, jedoch ist in diesem Bereich ein deutlicher Rückgang zu erkennen. Noch vor einem Monat hatten 46 Prozent für diese Antwort votiert. 

Nun scheinen den Deutschen zwei weitere Aspekte Sorge zu bereiten. So nennen 34 Prozent der Befragten die fehlende Bewegungsfreiheit und 32 Prozent die soziale Isolation als größte Erschwerniss. Das Alleinsein beschäftige dabei besonders die junge Generation der 18- bis 29-Jährigen, von denen mehr als jeder Zweite (51 Prozent) soziale Isolation als größtes Problem deklarierte. 

Die ältere Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen fürchtet hingegen weiterhin eine Ansteckung am stärksten (50 Prozent), leidet aber auch vermehrt unter mangelnder Bewegungsfreiheit (35 Prozent statt zuvor 24 Prozent).

Coronavirus in Deutschland: Personen in Eppendorfer Uniklinik infiziert

Update um 21.04 Uhr: Am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben sich im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 

„Im Bereich der Onkologie sind in der vergangenen Woche rund 20 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen Covid-19-positiv getestet worden“, erklärte UKE-Sprecherin Saskia Lemm am Dienstagabend auf dpa-Anfrage. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. „Einige dieser Patienten werden entsprechend noch im UKE betreut, andere sind in die Häuslichkeit entlassen worden.“

Update um 19.23 Uhr: Corona in Schleswig-Holstein: 53 Bewohner eines Pflegeheims sowie 19 Pfleger sind im Kreis Stormarn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Noch seien keine schweren Erkrankungen aufgetreten. In dem Heim leben überwiegend Demenzkranke und psychisch auffällige Personen.

Update um 18.12 Uhr: Positive Nachrichten aus Rheinland-Pfalz: Die Zahl schwer erkrankter Covid-19-Patienten ist dort in der vergangenen Woche quasi nicht mehr weiter angestiegen. Das Mainzer Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, aktuell werden 358 mit dem Coronavirus infizierte Personen in rheinland-pfälzischen Kliniken behandelt. Im Vergleich zum Dienstag vor einer Woche sei dies ein Anstieg um lediglich neun Fälle. 

Die Zahl der intensivmedizinischen Corona-Patienten sank im gleichen Zeitraum sogar von 133 auf 120. Von diesen müssen aktuell 108 beatmet werden, einer mehr als vor sieben Tagen.

Coronavirus in Deutschland: Franzosen zeigen sich entsetzt von Verhalten der Deutschen

Update um 17.47 Uhr: Französische Politiker beklagen wegen des Coronavirus Anfeindungen gegenüber ihren Landsleuten. Im deutsch-französischen Grenzgebiet im Saarland soll es zu Diffamierungen gekommen sein, wie Christophe Arend, Abgeordneter aus Forbach in Paris, der Zeitung Le Parisien (Montagsausgabe) schildert:

„Ich kenne viele Menschen in meinem Wahlkreis, die sehr verärgert über die Deutschen sind, die mehr als abfällige Bemerkungen über die Franzosen gemacht haben.“ Französische Grenzgänger seien in ihren deutschen Unternehmen „wie Aussätzige“ behandelt worden.

Update um 17.11 Uhr: Die Zahl der Corona-Opfer in einem Wolfsburger Pflegeheim ist auf 38 Bewohner gestiegen. Wie die Stadt Wolfsburg am Dienstag mitteilte, starben eine 79-jährige Frau und ein 81-jähriger Mann, die mit dem Virus infiziert waren. 

Update um 16.55 Uhr: Am Mittwoch wird sich Kanzlerin Angela Merkel per Telefonschalte mit den Regierungschefs der Bundesländer über die möglichen Lockerungen der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus* beraten. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen basiert laut dem nordrhein-westfälischen MinisterpräsidentArmin Laschet auf dem Stand der Forschung. So werden Studienergebnisse aus der Gemeinde Gangelt im Corona-Zentrum Heinsberg, der Expertenrat des Bundeslands sowie ein Gutachten der Forschungsgemeinschaft Leopoldina hinzugezogen.

Coronavirus in Deutschland: NRW-Ministerpräsident Laschet für deutschlandweite Lösung

Zu den Bedingungen der Lockerungen gehören Armin Laschet zufolge auch eine verschärfte Überwachung der Daten oder das Einhalten des Mindestabstands und Hygieneverordnungen. Ebenso seien bei der Diskussion Gesichtsmasken und Mundschutz Thema.

NRW-Ministerpräsident Laschet setzt bei der stufenweisen Lockerung der Maßnahmen auf eine gemeinsame Strategie der Bundesländer. Für einzelne Bereiche, wie etwa Abiturtermine, müsse jedoch auch eine Einzellösung möglich sein, so Laschet. „Eine Flexibilität in grundsätzlicher Übereinstimmung“ sei nun nötig.

Update um 15.35 Uhr: Am Mittwoch beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs über die Corona-Krise in Deutschland. Dabei geht es um eine Exit-Strategie aus den Ausgangsbeschränkungen und dem Shutdown.

Coronavirus in Deutschland: Jena verschärft Mundschutzpflicht

Update um 14.50 Uhr: Das Tragen eines Mundschutzes am Arbeitsplatz ist in Jena (Thüringen) jetzt ab Dienstag (14. April) Pflicht. 

Sie betrifft Arbeitsräume, in denen mehr als eine Person arbeitet und in denen ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Außnahme: Wenn in einem Raum 20 Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen und der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.  

Coronavirus in Deutschland: „Es gibt 80-Jährige, die spielen noch Tennis“ 

Update um 13.03 Uhr: Das jüngste Corona-Todesopfer in Deutschland war bislang 26 Jahre alt, das älteste 105. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sterben vor allem ältere Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 (s.u). Besonders in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern häufen sich laut RKI Covid-19-bedingte Ausbrüche. Hier sei die Zahl der Verstorbenen vergleichsweise hoch.

In diesem Zusammenhang ist eine Debatte über die Therapie von älteren und vorerkrankten Covid-19-Patienten entbrannt. Prof. Gernot Marx von der Uniklinik Aachen hat sich in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk (Dlf) zur Behandlung von Coronavirus-Patienten geäußert. Der Intensivmediziner hat Forderungen zurückgewiesen, ältere und vorerkrankte Patienten mit Covid-19 vorzugsweise palliativmedizinisch zu behandeln. Jedes Vorgehen sei individuell abzustimmen. Im Vordergrund stünde stets der Patientenwille.

Das Lebensalter dürfe nicht die alleinige Maßgabe sein, so Prof. Marx im Dlf. Es gebe durchaus fitte 80 Jahre alte Menschen, die beispielsweise noch Tennis spielten.

Coronavirus in Deutschland: NRW verabschiedet Pandemie-Gesetz

Update um 12.37 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat mit großer Mehrheit das Pandemie-Gesetz in der Corona-Krise verabschiedet. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hält es für ausgeschlossen, dass im bevölkerungsreichsten Bundesland schon unmittelbar nach den Osterferien „am kommenden Montag Schulen und Kitas wieder regulär öffnen“.

Coronavirus in Deutschland: RKI-Chef übt Kritik an Leopoldina-Studie

Update um 10.42 Uhr: Auf Nachfrage eines Journalisten ging RKI-Chef Wieler am Dienstag auch auf die Leopoldina-Studie ein, die mögliche Schritte für die Lockerung des Shutdowns aufzeigt. Wieler übte dabei auch vorsichtig formulierte Kritik an der Studie. Bestimmte wichtige Kennzahlen seien in dem Paper nicht bekannt, sagte er. Als Beispiel nannte er die Zahl R, die Reproduktionszahl. Sie gibt an, wie viele Personen ein Corona-Infizierter im Durchschnitt ansteckt. 

Wie Wieler zuvor erklärte, sei es äußerst wichtig, diese Zahl auf einen Wert unter eins abzusenken. „Derzeit liegt die Reproduktionszahl bei 1,2, also nicht unter eins“, betonte Wieler schon in seinem Statement zu Beginn der Pressekonferenz. „Wir sehen eine Verlangsamung, aber das ist immer noch kein eindeutiger Trend“, warnte Wieler. „Wir sind mit R immer noch nicht unter 1, können daher noch nicht von einer Eindämmung sprechen, sondern nur von positiven Tendenzen.“

Coronavirus in Deutschland: RKI rät zum Schulstart für älterer Jahrgänge 

Grundsätzlich gebe es aber keine gravierenden Unterschiede zwischen den Vorschlägen für Lockerungsmaßnahmen im Leopoldina-Paper und den Einschätzungen des RKI, erklärte Wieler. Eine etwas differenzierte Einschätzung gebe es nur bezüglich der Öffnung der Schulen. „Es ist epidemiologisch sinnvoller, zuerst die älteren Schüler wieder in die Schulen zu lassen“, sagte Wieler. Sie könnten Vorsichtsmaßnahmen wie zum Beispiel Abstandsregeln besser einhalten als die jüngeren Schüler. 

Im Großen und Ganzen enthalte die Leopoldina-Studie aber die Maßnahmen, die man sich überlegen könne, lautete Wielers Fazit zu dem Paper. Doch er betonte auch: „Wir haben nach wie vor keine Blaupause, diese Pandemie gab es vorher so noch nicht.“ Es gebe kein eindeutiges richtig oder falsch und man werde viel ausprobieren müssen. 

Update um 10.27 Uhr: RKI-Chef Wieler kündigte bei der Pressekonferenz des Instituts an, dass bald verschiedene Antikörper-Studien durchgeführt werden sollen. Diese sollen helfen, besser einzuschätzen, wie viele Menschen eine Corona-Infektion schon durchgemacht haben. Dadurch erhofft sich Wieler auch weitere Erkenntnisse über die Dunkelziffer

Coronavirus in Deutschland: 300.000 Aufrufe der „Corona-Datenspende“-App 

Außerdem betonte Wieler, dass jeder einzelne Bürger zum Kampf gegen das Coronavirus beitragen können. So sei es beispielsweise mittlerweile möglich, einen Rachenabstrich einzuschicken. Wieler wies zudem auf die neu veröffentlichte „Corona-Datenspende“-App des Instituts hin. „Die App wurde seit der letzten Woche schon 300.000 Mal runtergeladen“, berichtete Wieler. „Das ist ein unglaublicher Erfolg und ich kann mich nur für die Unterstützung bedanken.“ Der RKI-Chef kündigte an, dass das Institut diese Daten „sehr sinnvoll auswerten“ werde. Zum Ende seines Statements richtete Wieler einen Dank, aber auch einen eindringlichen Aufruf an seine Zuhörer: „Mein ausdrücklicher Dank an Sie alle, bleiben Sie bei der Sache und nehmen Sie die Krankheit ernst, indem Sie die Regeln weiter einhalten“, forderte er. 

Update um 10.18 Uhr: Wieler berichtete bei der RKI-Pressekonferenz außerdem, dass Covid-19-Infizierte in Deutschland durchschnittlich 49 Jahre alt seien und, dass neben Husten und Schnupfen auch häufig Geschmacks- und Geruchslosigkeit als Symptome gemeldet werden. Der Anteil der Verstorbenen unter den Covid-19-Inifzierten belaufe sich aktuell auf 2,4 Prozent. „Dieser Anteil ist in den letzten Tagen kontinuierlich gestiegen“, sagte Wieler. Das liege zum einen an der steigenden Zahl von Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen sowie an der Entwicklung, dass generell immer mehr ältere Menschen an Covid-19 erkranken würden. 

Coronavirus in Deutschland: Wieler rechnet mit weiteren Covid-19-Todesfällen

Etwa 16 Prozent der gemeldeten Fälle würden sich aktuell in Krankenhäusern befinden. Da sich damit knapp 15.000 Corona-Infizierte in stationärer Behandlung befänden, „müssen wir leider damit rechnen, dass es noch weitere Todesfälle geben wird“, prognostizierte Wieler. 

Update um 10.08 Uhr: Weiter erklärte Wieler, dass es derzeit nicht zu Engpässen bei der gesundheitlichen Versorgung kommen werde und genug Intensivbetten vorhanden seien. Damit sei ein weiteres Etappenziel erreicht worden. Er betonte allerdings auch, dass es in diesem Zusammenhang große regionale Unterschiede gebe.

In Deutschland sollen zudem die Testkapazitäten weiter erhöht werden. Anschließend ging Wieler auf die Corona-Zahlen weltweit und speziell in Deutschland ein. Mittlerweile seien weltweit fast zwei Millionen Menschen infiziert, fast alle Länder seien betroffen. 

Den jüngsten Informationen des RKI zufolge gibt es derzeit mindestens 125.098 bestätigte Corona-Infektionen. Das seien rund 2000 mehr als am Vortag. Außerdem seien 2969 Menschen, die mit Covid-19 infiziert waren, und mittlerweile gestorben. Die Zahl der Genesenen liegt schätzungsweise bei 68.100 Personen

Coronavirus in Deutschland: Zahlen haben sich laut Wieler „auf hohem Niveau eingependelt“

Update um 10.04 Uhr: In einer Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts gibt Leiter Lothar Wieler nun einen Überblick über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. „Die Covid-19 Zahlen in unserem Land zeigen einige positive Tendenzen“, sagte Wieler. „Dafür danke ich allen sehr herzlich. Schön ist dass unsere Anstrengungen Erfolge zeigen, also lassen Sie uns nicht nachlassen beim Einhalten der Regeln.“ Tatsächlich müssten wir weiter die Entwicklung abwarten, betonte der RKI-Chef.

„Wir haben die Grippe-Welle von der Covid-19-Welle entkoppelt“, berichtet er. Das sei wichtig, weil dadurch viele Intensivbetten zur Verfügung stehen. Die Fallzahlen würden darauf hindeuten, dass die Fälle seit mehreren Tagen nicht mehr so stark ansteigen. Aber die Zahlen hätten sich „auf einem relativ hohen Niveau eingependelt“, es gebe noch keinen eindeutigen Hinweis darauf, dass die Fallzahlen zurückgehen. 

Erstmeldung vom 14. April 2020:

Berlin - In Deutschland sind bis Montagabend mindestens 126.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus* registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: 124.100). Mindestens 2994 (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2830) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den RKI-Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts* haben in Deutschland rund 64.300 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen.

Coronavirus in Deutschland: Grünen-Chefs wollen schrittweise Öffnung der Schulen

Am Dienstagmorgen wurde nun bekannt, dass sich die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck dafür ausgesprochen haben, Schulen und auch Kitas nach und nach wieder zu öffnen - jedoch begleitet von Vorsichtsmaßnahmen*. Bevor am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten beraten, wie es in der Corona-Krise weitergeht, schrieben die beiden einen Brief an die Parteimitglieder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Abschlussklassen sollten als erste wieder in die Schulen“, heißt es darin. Und auch die Klassen eins bis sechs sollen den Grünen-Chefs zufolge Priorität haben, weil die Betreuung der jüngeren Schüler besonders wichtig sei. 

Unterdessen forderte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki die Öffnung von Geschäften bereits ab 19. April. „Ich würde alle Geschäfte, die derzeit geschlossen sind, wieder öffnen lassen, sofern die Abstandsregeln dort einzuhalten sind“, sagte Kubicki gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dies könne zum Beispiel durch Einlasskontrollen geschehen, schlug der Bundestagsvizepräsident vor. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich nun jedoch zurückhaltend zu einer möglichen Wiedereröffnung von Ladengeschäften geäußert. 

So vermied er es am Dienstag im ARD-Morgenmagazin, einen Termin für mögliche Lockerungen der strengen Regeln* zu nennen. „Ich möchte den Ministerpräsidenten nicht vorgreifen, das ist eine Entscheidung von 16 Bundesländern“, sagte Altmaier.  

Coronavirus in Deutschland: RKI informiert in Pressekonferenz über aktuelle Lage

„Wir schauen, was geschieht, wie die Infektionszahlen sich in den nächsten Tagen entwickeln werden“, sagte Altmaier. Das werde Klarheit bringen, dann könne man eine Entscheidung treffen. Über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland informiert das Robert-Koch-Institut am heutigen Dienstag ab 10 Uhr wieder auf einer Pressekonferenz. 

Übrigens: Das RKI hat kürzlich auch eine Anti-Corona-App, die sogenannte Corona-Datenspende-App, veröffentlicht. Wie sie im Kampf gegen Corona helfen soll und wer sich dort registrieren kann, erfahren Sie im nachfolgenden Video.

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Rubriklistenbild: © dpa / Robert Michael

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