Nachweis für Corona-Impfung

Erster digitaler Impfpass wird in Baden-Württemberg entwickelt

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
    schließen

Die Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg soll den Weg zurück zur Normalität ebnen. Dabei unterstützen könnte der digitale Impfpass, an dem ein Unternehmen aus dem Ländle arbeitet.

Neckarsulm - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg* sind die Menschen nach wie vor weit entfernt von einem Alltag, wie er vor der Pandemie herrschte. Inzwischen machen diverse Impfstoffe allerdings Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Doch die Impfung gegen das Coronavirus geht in Deutschland nur langsam voran, die Daimler AG will ihre Mitarbeiter sogar selbst gegen Corona impfen (BW24* berichtete). Die Skepsis gegen die innerhalb kürzester Zeit entwickelten Impfstoffe ist noch groß, der Gesundheitsminister Baden-Württembergs fand deshalb schon deutliche Worte.*

Dabei könnte ein vorhandener Schutz durch die Impfung gegen das Coronavirus vielen Bereichen des alltäglichen Lebens wieder den Weg zur Normalität ebnen. Ein digitaler Impfpass soll in diesem Zusammenhang die Überprüfung eines vorhandenen Schutzes erleichtern. Bei dessen Entwicklung hilft auch das IT-Unternehmen Bechtle aus Neckarsulm.

Digitaler Impfpass: Unternehmen aus Baden-Württemberg erhält den Zuschlag

Der IT-Dienstleister Bechtle aus Neckarsulm arbeitet gemeinsam mit dem US-Konzern IBM, dem Softwareunternehmen Ubirch und der IT-Genossenschaft govdigital am digitalen Impfpass. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, bekamen die vier Unternehmen den Zuschlag vom Bundesgesundheitsministerium.

IT aus Baden-Württemberg: So ähnlich könnten der digitale Impfpass aussehen, der auch von Bechtle aus Neckarsulm entwickelt wird (Symbolbild).

Die EU hatte den digitalen Impfpass erst kürzlich wegen des Coronavirus in die Wege geleitet. Einen Gesetzentwurf will die Europäische Kommission dazu am 17. März vorlegen. Laut der Zeitung Welt kommt die Technik für den digitalen Impfpass vom Kölner Unternehmen Ubirch, während Bechtle und IBM die Anbindung an bestehende Praxissysteme und die Umsetzung in Prüf-Apps für Veranstalter realisieren sollen.

Digitaler Impfpass könnte Normalität trotz Coronavirus in Baden-Württemberg ermöglichen

Dabei ist es kein Zufall, dass sich das Bundesgesundheitsministerium unter anderem für Ubirch entschieden hat, der digitale Impfpass soll wegen des Coronavirus möglichst schnell kommen. „Die Ubirch-Lösung dürfte auch deswegen den Zuschlag bekommen haben, da sie bereits fertig programmiert und in zwei Landkreisen in Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz ist“, erklärte Ubirch-Chef Stephan Noller gegenüber der Welt. Die Technik für den digitalen Impfpass basiert auf einer sogenannten Blockchain. Daten werden damit dezentral gespeichert und gelten als fälschungssicher. Nach der Corona-Impfung beim Arzt erhält der Patient lediglich einen QR-Code mit allen relevanten Informationen, der entweder auf dem Smartphone oder ausgedruckt mitgeführt werden kann.

Gleichzeitig wird ein Prüfwert erstellt, der dann beispielsweise am Flughafen, im Stadion oder bei sonstigen Veranstaltern mit dem QR-Code des Geimpften abgeglichen werden kann. Einzige Schwachstelle in dem System ist damit der Arzt, der theoretisch den QR-Code erstellen könnte, ohne je eine Person gegen das Coronavirus geimpft zu haben, berichtet die Welt. Es gibt aber auch Kritik, weil der digitale Impfpass geimpften Menschen Vorteile verschafft.

Diskussion um digitalen Impfpass: Behörde sieht nicht geimpfte Personen diskriminiert

So will beispielsweise der Reiseveranstalter Alltours nur noch Gäste mit Corona-Impfung in Hotels lassen.* Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat deshalb bereits die italienische Datenschutzbehörde Bedenken gegenüber dem digitalen Impfpass geäußert. Denn Vorhaben wie die von Alltours könnten Personen diskriminieren, die nicht oder zumindest noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

Das könnte Sie auch interessieren