Impfstoff in Produktion

Impfungen gegen Corona bereits im Winter? Deutsches Unternehmen meldet entscheidenden Durchbruch

  • Sven Schneider
    vonSven Schneider
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Die Welt stellt sich aktuell eine zentrale Frage: Wann wird ein Corona-Impfstoff freigegeben, der die Pandemie beendet? Jetzt scheint es einen Durchbruch zu geben.

Hamm - Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus* steigen mit der Zahl der Hotspots in Deutschland. Ein Ende der Pandemie ist noch lange nicht in Sicht. Das Tragen von Masken gehört mittlerweile zur Normalität - zumindest für die meisten. Die erhoffte Erlösung dank eines Impfstoffs lässt auf sich warten - bis jetzt. Es scheint einen neuen Durchbruch zu geben, wie WA.de* schreibt.

ImpfstoffBNT162b2
UnternehmenBiontech
SitzMarburg

Die Welt wartet sehnsüchtig auf einen Corona-Impfstoff. Mehr als eine Million Coronavirus-Erkrankte sind bisher gestorben. Allein in Deutschland gab es mehr als 331.132 Infizierte (Stand: 13. Oktober 2020). Am Dienstag wurde in Hamm eine Sperrstunde eingerichtet*. Forscher arbeiten seit etwa Neujahr fleißig an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt derzeit 193 Impfstoff-Projekte.

Corona-Impfstoff: Durchbruch bei Biontech - Impfungen in Winter möglich

Der Erfolg? Überschaubar. Nach AstraZeneca musste ein weiterer großer Pharmakonzern eine wichtige Impfstoff-Studie unterbrechen. Wie der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson mitteilte, wurde die Studie am Montag vorübergehend wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden gestoppt.

Besonders bitter: Der US-Konzern gehörte ursprünglich zu eben jenem Kreis, von dem sich die EU-Kommission Hunderte Millionen Impfstoffdosen sicherte, weil nur eine Dosis genügen würde. Andere verlangen dagegen eine zweite Impfung. Kommt nun die Erlösung ausgerechnet aus Deutschland? Die Stadt Bochum würde es freuen, sie ist auf dem Weg zum Risikogebiet*.

Corona-Impfstoff: Durchbruch bei Biontech - Impfungen in Winter möglich

Wie n-tv berichtet, hat der neu entwickelte Impfstoff BNT162b2 des Phamaunternehmens Biontech sehr erfolgreich in den klinischen Studien abgeschlossen. Die Massenproduktion habe bereits begonnen, der finale Genehmigungsantrag sei schon beantragt. Man sei kurz davor, „dieser Pandemie ein Ende zu bereiten“, heißt es.

Der Impfstoff wird nun im sogenannten Rolling-Review-Verfahren in Amsterdam geprüft. Bereits im April hatte Biontech als erstes deutsches Unternehmen die Genehmigung erhalten, klinische Studien durchzuführen. Rund 37.000 Teilnehmer wurden mittlerweile in die Studie eingeschlossen, 28.000 davon haben bereits die zweite Dosis erhalten.

Wie wirkt sich ein möglicher Corona-Impfstoff auf den Alltag aus?

Der Corona-Impfstoff BNT162b2 besitze „ein exzellentes Profil“, sagt Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem gehe man „langsam auf die Zielgerade zu“, so Sahin.

Erste Corona-Impfungen könnten bereits im Winter starten - unabhängig von Grippe-Impfungen, die von Experten empfohlen wird. Und das ohne große Anlaufphase. „Wenn alle Pferde ins Ziel kommen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Corona-Impfstoff: Biontech rechnet mit 350 Millionen Corona-Impfdosen bis Sommer 2021

Erst im September hatte Biontech das Gelände des Schweizer Pharmariesen Novartis mitsamt 300 hochqualifizierter Mitarbeiter übernommen, um die Produktion des Corona-Impfstoffs zu erweitern. Biontech plant mit 100 Millionen Corona-Impfdosen noch in diesem Jahr, 250 Millionen weitere sollen im ersten Halbjahr 2021 folgen.

Kehrt dann der Alltag nach Deutschland zurück und lässt den Mund-Nasen-Schutz in den Müll wandern? Das Robert Koch-Institut dämpft erste Erwartungen. Auch mit der Einführung des Corona-Impfstoffs werde der Alltag zunächst eingeschränkt bleiben, heißt es im neuen Strategiepapier des RKI.

Die Impfung sei zwar „ein wichtiger Teil der Pandemiebekämpfung“. Dennoch müssten Maßnahmen an das jeweilige Risiko angepasst werden. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa