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Nächster bitterer Corona-Winter für Deutschland? Streeck nennt mehrere Punkte, die ihn gerade massiv stören

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Hendrik Streeck, Virologe, plädiert für verstärktes Testen.
Hendrik Streeck, Virologe, sieht Deutschland unzureichend für die nächsten Pandemiemonate gewappnet. © Rolf Vennenbernd / dpa

Die Corona-Lage ist in diesem Herbst wieder angespannt. Virologe Streeck äußert sich zu den aktuellen Bedingungen. Das RKI spricht mehrere Empfehlungen aus.

München - Das Risiko, sich mit dem Coronavirus* zu infizieren, steigt wieder. Das Robert Koch-Institut* (RKI) warnt deshalb. „Bei den gegenwärtigen Sieben-Tage-Inzidenzen besteht eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte“, heißt es im jüngsten Wochenbericht von Donnerstagabend (28. Oktober). Es werde „dringend empfohlen“, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und auf den vollständigen Impfschutz zu achten. Gemeint ist, dass man sich auch die zweite Spritze geben lassen sollte, die bei fast allen Corona-Impfstoffen vorgesehen ist.

Die Möglichkeit der Auffrischimpfung solle von den Gruppen genutzt werden, denen die Ständige Impfkommission dies empfiehlt, hieß es. Wer leichte Symptome habe, solle zu Hause bleiben und sich testen lassen, möglichst mit PCR, twitterte das RKI zudem. Das gelte auch für Geimpfte. Nicht notwendige Kontakte sollten reduziert und die Verhaltensregeln zum Schutz vor Infektionen konsequent eingehalten werden.

RKI: Anteil Geimpfter steigt kaum noch, obwohl „ausgeprägter Effekt“ belegt

Der Anteil Geimpfter sei in den vergangenen Wochen kaum noch gestiegen, hält das RKI fest. Unter Berufung auf eigene Berechnungen hieß es, ein „ausgeprägter Effekt“ der Corona-Impfung zum Verhindern von Covid-19-Erkrankungen und Krankenhausaufnahmen in Deutschland sei belegt. Das RKI verglich die jeweiligen Inzidenzen in der ungeimpften und der vollständig geimpften Bevölkerung.

Ergebnis: In der geimpften Bevölkerung habe sowohl die wöchentliche Inzidenz der Fälle mit Symptomen als auch die Inzidenz der Krankenhausaufnahmen deutlich unter den jeweiligen Werten der ungeimpften Bevölkerung gelegen, hieß es. Dies gelte für die beiden analysierten Altersgruppen (18 bis 59 und ab 60 Jahre) und im gesamten Untersuchungszeitraum von Mitte Juli bis Mitte Oktober.

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Corona in Deutschland: Inzidenz morgens nicht beim RKI-Dashboard abrufbar

Die Sieben-Tage-Inzidenz von Freitag konnte am Morgen (Stand: 6.15 Uhr) nicht über das RKI-Dashboard abgerufen werden. „Die Daten werden derzeit aktualisiert“, hieß es. In den vergangenen Tagen machte die Inzidenz bundesweit immer wieder Sprünge nach oben.

Auch Sicht des Virologen Hendrik Streeck ist Deutschland derzeit unzureichend für die nächsten Pandemiemonate gewappnet. „Wir gehen leider erneut sehr unvorbereitet in Herbst und Winter“, sagte der Direktor des Virologie-Instituts der Universität Bonn der Deutschen Presse-Agentur. „Entspannt sehe ich das nicht: Die Kapazitäten auf Intensivstationen sind reduziert*, wir können gegebenenfalls auch wieder mit einer Grippewelle rechnen, wir haben keine gute Erfassung des Infektionsgeschehens, aber wieder eine höhere Mobilität.“ (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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