Die AfD ist empört über das bedrohte Konzert im Westfalenpark von Sänger Xavier Naidoo.
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Die AfD ist empört über das bedrohte Konzert im Westfalenpark von Sänger Xavier Naidoo.

Konzert im Westfalenpark

AfD über geplante Absage von Xavier Naidoo Konzert in Dortmund empört - "schlimme DDR-Zeiten"

Xavier Naidoo ist für Verschwörungstheorien und rassistischen Andeutungen bekannt. Die AfD empört sich, dass nun sein Konzert in Dortmund abgesagt werden soll.

  • Xavier Naidoo - früher als Musiker gefragt - ist inzwischen für seinen Rassismus und wirre Verschwörungtheorien bekannt.
  • Zuletzt stellte er die Existenz des Coronavirus* infrage.
  • Dass die Stadt Dortmund dem Musiker deswegen eine Absage erteilte, sorgt jetzt in der AfD für scharfe Kritik.

Dortmund - Antisemitische Äußerungen und krude Verschwörungstheorien - statt mit seiner Musik machte Xavier Naidoo* (48) zuletzt auf ganz andere Weises auf sich Aufmerksam. Seine teils antidemokratischen und rassistischen Aussagen sorgen immer häufiger für Entrüstung - auch in Dortmund. Wie RUHR24.de* berichtet, zeigt die AfD dafür allerdings kein Verständnis.

AfD empört: Dortmund distanziert sich von Xavier Naidoo

Vor wenigen Tagen distanzierte sich nun auch die Stadt Dortmund öffentlich von dem Sänger Xavier Naidoo*. Selbst sein Konzert in Dortmund im September steht auf der Kippe. Das findet AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Ehrhorn (61) jedoch abscheulich (alle Artikel zu Dortmund bei RUHR24).

Ehrhorn, der für die AfD im deutschen Bundestag sitzt, ist empört. Er kritisiere vor allem die "Ankündigung des Dortmunder Oberbürgermeisters in seiner Stadt den Künstler Xavier Naidoo nicht auftreten lassen zu wollen". Ein solches Vorgehen erinnere ihn zu sehr an "schlimme DDR-Zeiten", als unliebsamen Künstlern noch Auftrittsverbote erteilt wurden. 

Coronavirus: Echtheit von Xavier Naidoo angezweifelt

Xavier Naidoo hatte in den vergangenen Monaten unter anderem offen Sympathien zur Reichsbürgerbewegung gezeigt. Als Verfechter manch' fragwürdiger Verschwörungstheorie, leugnete Xavier Naidoo neben dem Coronavirus* auch den Klimawandel. Trotzdem sollte im September ein Konzert des Künstlers in Dortmund stattfinden. 

Video: Xavier Naidoo glaubt nicht an die Existenz des Coronavirus

Doch nachdem am Donnerstag (23. April) im Internet ein Video aufgetaucht ist, in dem der Künstler auch noch die "Echtheit" des Coronavirus anzweifelt, will die Stadt Dortmund den Auftritt verhindern. Die öffentlichen Äußerungen "mit rassistischer und antidemokratischer Tendenz" seien, so die Stadt Dortmund in einer Pressemitteilung, nicht vereinbar mit dem "Charakter einer weltoffenen, vielfältigen und toleranten Stadt".

Dortmund: Sierau erteilt Xavier Naidoo absage

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau machte zudem klar: "Wir wollen Xavier Naidoo* nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen" - was einer Absage des Konzerts gleich kommt. Die Stadt verhandele nun auch mit dem Veranstalter, wie sich die Absage des Konzerts am besten umsetzen lasse.

Afd-Politiker Thomas Ehrhorn

LautAfD-Politiker Thomas Ehrhorn  verstoße das aber nicht nur gegen die Kunst- und Meinungsfreiheit in "abscheulichster Weise", sondern verletze auch die "Menschenwürde Naidoos und der Fans seiner Musik". Der Politiker erklärt in seinem Statement zu der Distanzierung der Stadt Dortmund von dem Musiker, dass er darin sogar eine grundlegende Missachtung der Verfassung sehe.

Xavier Naidoo: AfD schlägt sich auf Seite des Musikers

Schon nachdem Xavier Naidoo aus der DSDS-Jury wegen seiner umstrittenen Äußerungen geflogen war, verteidigte ihn die AfD

Auch die Ratsfraktion Dortmund der AfD äußerte sich zu dem Konflikt. Ullrich Sierau reihe sich "in den Chor der 'Empörten' ein". In einem Statement fordert die AfD Dortmund den Oberbürgermeister auf, sich nicht als "Kunstzensor zu inszenieren". 

Kritische Zwischentöne, so die AfD, seien in Dortmund scheinbar nicht geduldet. Der Kreisverbrand der Grünen unterstützt die Ankündigung des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund dagegen. Auch sie sprechen sich aus ganz ähnlichen Gründe wie der SPD-Politiker für eine Absage des Konzerts aus.

In einer Stellungnahme von Montag (27. April) heißt es: "Xavier Naidoo hat sich schon seit Jahren als Anhänger von Verschwörungstheorien und antisemitischen, homophoben und rassistischen Positionen geoutet". Für Positionen dieser Art sei in Dortmund laut Grünen kein Platz. "Wir teilen deshalb die Haltung des Oberbürgermeisters und unterstützen die Verwaltung in den Bemühungen, das Konzert im September nicht stattfinden zu lassen." msp

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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