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Opel-Zoo: Tierbeobachtungen wie in freier Wildbahn

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Nachwuchsförderung: Der Opel-Zoo setzt sich unter anderem auch für Bestandserhaltung und -pflege ein. Renate Hoyer (4)
Nachwuchsförderung: Der Opel-Zoo setzt sich unter anderem auch für Bestandserhaltung und -pflege ein. © Renate Hoyer

Im Kronberger Opel-Zoo setzt man auf Nachhaltigkeit inner-, außer- und oberhalb der Gehege, um Menschen ein naturverbundenes Erlebnis und Tieren ein artgerechtes Zuhause zu bieten

Wer rund um Kronberg in den sonst so stillen Wäldern des Taunus unterwegs ist, muss sich nicht wundern, wenn er plötzlich ein ohrenbetäubendes Elefanten-Tröten vernimmt. Denn inmitten der Hänge des Vordertaunus liegt der zweitgrößte zoologische Garten des Rhein-Main-Gebiets: der Opel-Zoo.

Gegründet wurde der Tierpark auf Initiative von Georg von Opel im Jahr 1956, ursprünglich als Forschungsgehege. Knapp 70 Jahre später zählt die einstige Untersuchungs-Anlage des Unternehmens zu einem der beliebtesten Ausflugsziele vieler Familien aus der Region. Auch die Pandemie hat wenig daran geändert. Im Jahr 2021 kamen 580 739 Besucherinnen und Besucher, um im Opel-Zoo Tiere und Natur zu bewundern.

Heute beherbergt die einstige Forschungseinrichtung auf dem 27 Hektar großen Zoogelände rund 1600 Tiere aus über 220 Arten. Dazu gehören Streichelzoo-Bewohner wie Esel, Zwergziegen oder Schafe, die man auch auf Bauernhöfen finden könnte, aber auch exotischere Gattungen wie Alpakas oder Ziesel – eine in Eurasien beheimatete Gattung der Erdhörnchen.

Seltener Anblick: Der Opel-Zoo ist der einzige Tierpark in Hessen, der Elefanten hält. Renate Hoyer
Seltener Anblick: Der Opel-Zoo ist der einzige Tierpark in Hessen, der Elefanten hält. © Renate Hoyer

Ein noch seltenerer Anblick bietet sich den Besucherinnen und Besucher nur wenige Schritte weiter: Im Elefantengehege kommt man den beeindruckenden Dickhäutern so nah wie sonst in ganz Hessen nicht – Kronberg beheimatet die einzigen Exemplare innerhalb der hessischen Grenzen. Und bietet den Rüsseltieren zudem die größte Wohnstube Europas.

Bei aller häufig geäußerten Kritik an zoologischen Einrichtungen: Viele vom Aussterben bedrohten Arten werden dort in Freigehegen für die Tierforschung und -erhaltung gezüchtet. So auch im Opel-Zoo, der seine einstige Funktion als Forschungsinstitut neben dem Unterhaltungsangebot auch heute noch wahrt.

Unter den 35 Tierarten in den Zuchterhaltungsprogrammen finden sich beispielsweise der Löffelhund, der Kleine Panda oder der Mesopotamische Damhirsch. Neben dem Bestreben nach Zucht und Erhaltung von Tierarten beteiligt sich der Opel-Zoo auch an der Wiederansiedlung der Tiere in ihren Herkunftsgebieten. Insgesamt hat der Tierpark laut Nachhaltigkeitsbericht seit 2006 rund 250 000 Euro für Projekte zum Erhalt von bedrohter Arten in ihren natürlichen Gefilden gespendet.

Opel-Zoo: Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler

Unterstützt wird das Konzept für Nachhaltigkeit durch eine Vielzahl an Rundwegen und Lehrpfaden. Sie sollen für die Besucherinnen und Besucher das Gefühl der Tierbeobachtung in freier Wildbahn simulieren und unterschiedliche Einblicke in die abwechslungsreich gestalteten Gehege bieten. Auf vier verschiedenen Themen-Lehrpfaden haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, über den direkten Tierkontakt hinaus die Natur näher kennenzulernen und die Zusammenhänge zu begreifen, in welche Tier und Mensch eingebunden sind.

Auf dem Lehrpfad „Baum des Jahres“ werden den Besucherinnen und Besucher – der Name verrät es – die Bäume des Jahres seit 1989 nähergebracht. Der Waldlehrpfad lädt zum Raten, Entdecken und Anfassen ein und bietet Informationen über den Lebensraum, den der Wald so vielen Pflanzen und Tieren bietet. Der Panoramaweg ist Bienen- und Apfellehrpfad zugleich, lassen sich hier doch die fleißigen Honigproduzenten und thematisch passende Apfelbäume an 16 verschiedenen Sorten aus nächster Nähe betrachten. Der Geo-Lehrpfad zu guter Letzt ermöglicht Einblicke in unterschiedliche Gesteinsarten.

Als Zoologischer Garten steht im Opel Zoo nicht nur Arten- und Naturschutz im Vordergrund. Darüber hinaus soll die Anlage gleichsam eine Bildung- und Erholungsstätte für Besucherinnen und Besucher sein und zudem aktiv die Forschung vorantreiben. So haben Kinder wie Erwachsene regelmäßig die Möglichkeit, an kostenlosen, themenspezifischen Führungen teilzunehmen. Dabei informieren Zoopädagoginnen und -pädogoge über die Besonderheiten bestimmter Tiere, die für sie notwendigen Umweltbedingungen sowie ihre Anpassungsleistung an den jeweiligen Lebensraum. Die Zoo-Schule bietet Schülerinnen und Schüler zusätzlich ein vertiefendes Bildungsangebot. Aktionstage machen die biologische Vielfalt zum Thema.

Nicht nur Erneuerungen, auch Erweiterungen sind in Arbeit. Bereits seit 2019 in Planung, spart der Zoo derzeit für den Bau mehrerer Anlagen für asiatische Tiere. Allen voran soll das Panzernashorn als bedeutungsvolles Aushängeschild ein schönes Heim bekommen. Rund 18 000 Quadratmeter des bestehenden Zoogeländes sollen zu diesem Zweck umgestaltet werden. Die geschätzten Kosten des Vorhabens betragen zehn bis zwölf Millionen Euro.

Die Finanzierung speist sich dabei größtenteils aus fremder Hand, soll aber dennoch auch aus eigener Kraft mitgestemmt werden. Seit März 2019 werden daher dafür drei Euro pro Tagesticket für das Bauvorhaben zurückgelegt, das im südöstlichen Bereich des Zoos insgesamt sechs Tierarten ein neues Zuhause geben soll. Neben den namensgebenden Panzernashörnern und den bereits vorhandenen Hirschziegenantilopen und Prinz-Alfred-Hirschen sollen Siamangs als größte Gibbonart, Schabrackentapire und Kurzkrallenotter dazukommen. (Niklas Müller)

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