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Diskuswerfer Marc Krause beendet Karriere

Rodenbach

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    Beendet mit nur 20 Jahren aufgrund von Verletzungen seine Karriere: Marc Krause. Foto: PM
  • Marc Krause (Mitte) wurde 2011 HANAUER Sportler des Jahres. Archivfoto: HA

Leichtathletik. Der Rodenbacher Kugelstoßer und Diskuswerfer Marc Krause hat seinen Rücktritt vom Leistungssport erklärt. Zahlreiche teils schwere Verletzungen haben den Ausschlag für diesen Schritt gegeben.

Artikel vom 21. Dezember 2016 - 15:00

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„Ich muss leider mitteilen, dass ich meine sportliche Karriere verletzungsbedingt beenden werde“, so der HANAUER Sportler des Jahres 2011. „Leider streikt mein Körper immer wieder und somit habe ich mich dazu entschlossen, die Kugel in die Ecke zu legen“, teilte der 20-Jährige in einer persönlichen Erklärung mit.

Seine ersten „Leichtathletikschritte“ machte er bei der TGS Niederrodenbach. Dort feierte er auch seine größten Erfolge. Seine Leistungsportkarriere begann er im Alter von 14 Jahren. Damals gewann er gleich auf Anhieb vier Hessentitel, jeweils zwei im Kugelstoßen und zwei im Diskuswerfen und hatte mit Platz vier im Diskuswurf der M14 seine beste Platzierung in der deutschen Bestenliste des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).

Eindrucksvolle Bilanz
Von da an dominierte der 1,97 Meter große Modellathlet die hessische Leichtathletikszene im Wurfbereich seiner jeweiligen Altersklasse. Seine eindrucksvolle Bilanz beläuft sich auf 19 Hessentitel, die sich auf Kugelstoßen und Diskuswerfen aufteilen, zwei süddeutsche Meistertitel, sieben süddeutsche Podestplätze, fünf Endkampfplatzierungen bei deutschen Meisterschaften und zwei Kreisrekorde im Leichtathletikkreis Offenbach/Hanau.

Mit 15 Jahren hat er den Ein-Kilogramm-Diskus 59,05 Meter weit geworfen, womit er auf Platz drei der ewigen Bestenliste der Altersklasse M15 in Hessen steht. Dieses Leistungshoch konnte er mit in das darauffolgende Jahr 2012 nehmen, wo er im Februar Jahresbester im Diskuswurf der männlichen U16 war und sich berechtigte Hoffnung auf eine Medaille bei den deutschen U18-Winterwurfmeisterschaften machen durfte.

Dreifacher Bänderriss kurz vor Meisterschaften
Zwei Tage vor diesen Meisterschaften erlitt er dann die erste größere Verletzung, einen dreifachen Bänderriss, und konnte nur als Zuschauer bei den Winterwurfmeisterschaften dabei sein. „Das war im Nachhinein betrachtet wohl der emotionale Tiefpunkt meiner Karriere“, resümiert der Fachoberschüler die damalige Situation.

2014 fing für ihn zunächst mit dem U20-Kugelstoßtitel auf Landesebene gut an, brachte aber im Juni die nächste Verletzung, eine Fraktur des Mittelfußknochens. Wieder Pause, wieder erfolgreiches Herankämpfen an die Konkurrenten.

Rotation noch verboten
Trotz aller Verletzungen erkannten die Bundestrainer des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) sein Talent, was mit drei Jahren Bundeskaderzugehörigkeit gefördert wurde. Im März dieses Jahres ereilte ihn die jüngste und schwerste Verletzung. Krause zog sich eine Stressfraktur im Lendenwirbel zu. Es hat bis jetzt gedauert, dass die Frakturlinie auf den MRT-Bildern nicht mehr zu sehen ist.

Krause könnte jetzt zwar wieder mit dem Training beginnen, aber Rotation ist für die nächsten Monate noch immer verboten, sodass am Ende ein ganzes Jahr vergangen wäre, bis er wieder hätte drehen dürfen. „Vom Kugelstoßen hat man mir von Seiten der Ärzte komplett abgeraten, da die Verletzung wahrscheinlich von der immer wiederkehrenden Rotationsbelastung beim Eindrehen kommt“, berichtet der Drehstoßer.

"Keine Lust mehr"
Eigentlich würde für ihn nur noch der Diskuswurf in Frage kommen. „Meine zum Teil schweren Verletzungen zehrten an den Nerven und auch irgendwann am Selbstbewusstsein. Man verbraucht so viel Energie, sich immer wieder heranzukämpfen, und wenn man es geschafft hat, wartet man im Kopf eigentlich nur auf die nächste Verletzung. Dazu habe ich keine Lust mehr“, sagt er zum Leistungssport-Karriereende.

Und weiter: „Ich bin mir zwar sicher, dass auch in der Aktivenklasse noch einiges von mir zu erwarten gewesen wäre, wenn ich nicht immer wieder ausgebremst worden wäre. Aber nun ist das Feuer erloschen und ich widme mich anderen Dingen“, sagt Krause, der zuletzt das Trikot der Frankfurter Eintracht trug. 2014 war er von der TGS Niederrodenbach zur Eintracht gewechselt.



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