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WM in Italien: Wachter um Medaille betrogen?

Hanau

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    Beatrice Wachter vom 1. Hanauer REC hat bei der Weltmeisterschaft in Italien das Podest knapp verpasst. Archivfoto: PM

Rollkunstlauf. Bei der WM im italienischen Novara hat Beatrice Wachter vom 1. Hanauer REC ihr bestes Karriereergebnis erreicht. Die 24-Jährige landete auf dem vierten Platz. Trotzdem hatte sie Tränen in den Augen. Die deutsche Delegation um Bundestrainerin Renate Heinz sah Wachter nämlich um eine Medaille betrogen.

Artikel vom 05. Oktober 2016 - 15:27

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Die Wertungsrichter meinten es nicht gut mit Wachter. „Es war der beste Wettbewerb, den Beatrice jemals gelaufen ist. Silber hätte es sein können, Bronze auf jeden Fall sein müssen“, berichtet Heinz. Anabella Mendoz aus Argentinien wurde – wie schon im vergangenen Jahr – Weltmeisterin, Giada Cavataio aus Italien vor der Argentinierin Elisabeth Soler Zweite.

Die Wertungsrichter kamen aus Italien, Argentinien, Brasilien, Uruguay, den USA, Portugal und Deutschland. „Der Italiener hat uns von Beginn an in den Keller gewertet und die Südamerikaner und Amerikaner haben zusammengestanden“, so Heinz.

"Unzumutbare" Bedingungen
Auch Nathalie Wiedmann-Heinz, die in Hanau gemeinsam mit ihrer Mutter Renate Heinz für die Rollkunstläufer verantwortlich ist, berichtet, dass es schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft große Diskussionen über den „absurden und unzumutbaren Zeitplan“ gegeben habe. Training und Wettkampf standen in Novara an einem Tag auf dem Programm.

Um 7.45 Uhr durfte Wachter trainieren, um 12 Uhr begann schon der Wettbewerb. Nach einer Pause am Nachmittag ging es bereits am Abend weiter. Zu Ende war der Wettbewerb um 23.50 Uhr. „Das ist wirklich unzumutbar, wenn man Höchstleistungen erwartet“, schimpft Wiedmann-Heinz, die in ihrer aktiven Karriere selbst zweimal Weltmeisterin wurde.

Wertungsrichter sollen Wachter benachteiligt haben
Trotz dieser Strapazen habe Wachter „sehr gute Leistungen“ gezeigt. „Sie hat es geschafft, sich mental stark und fit zu halten“, lobt ihre Heimtrainerin. Bis zur Halbzeit lag sie auf dem dritten Platz. „Leider wurde recht schnell deutlich, dass die Wertungsrichter sie nicht vorne sehen wollten und Beatrice bekam nicht die Wertungen, die sie eigentlich verdient hatte“, so Wiedmann-Heinz. Dies habe auch der deutsche Wertungsrichter bestätigt.

 



Auch nach der Pause stieg Wachter wieder gut in den Wettkampf ein. Laut Wiedmann-Heinz absolvierte sie eine „sensationell gute Schlinge“ und konnte mehr als zufrieden sein. Ihre stärksten Kontrahentinnen hätten sich hingegen extreme Fehler geleistet.

Großer Traum geplatzt
„Da waren Aussteiger dabei, welche jedoch kaum Abzüge nach sich zogen. Beatrice absolvierte als einzige Läuferin vier sehr solide Pflichtfiguren und wurde von den Wertungsrichtern systematisch vom Treppchen gedrängt.“ Am Ende verpasste Wachter das Podest knapp, wurde Vierte. „Die Titelverteidigerin hat sich zwei ganz dicke Schnitzer geleistet“, mahnte Bundestrainerin Heinz und fragte sich, wie sie es trotzdem erneut auf Platz eins geschafft habe.

Selbstverständlich konnte Wachter ihre Enttäuschung nicht verbergen. Sehr niedergeschlagen flossen bei ihr ein paar Tränchen. Der große Traum einer WM-Medaille war bei der amtierenden Europameisterin einmal mehr geplatzt.

Zukunft noch offen
Direkt im Anschluss an die Weltmeisterschaft hat sich Beatrice Wachter in den Urlaub verabschiedet. Danach wollen ihre Trainerinnen noch einmal mit ihr über die Ereignisse bei der WM sprechen und einen Blick in die Zukunft wagen. Wachter wird ein Referendariat zur Grundschullehrerin an der Erich-Kästner-Schule beginnen. „Wir müssen mal schauen, wie wir das vereinbaren können. Aber Beatrice kann ihr Niveau auch mit weniger Training halten“, ist sich Heinz sicher.

Und Wiedmann-Heinz hat bereits im Kalender für 2017 geschaut. „Die Europameisterschaft findet in den Ferien statt, ist also kein Problem. Die WM ist aber in Schulzeit.“ Und sie findet 2017 in China statt. Nicht gerade ums Eck für Wachter, um einen neuen Anlauf auf eine WM-Medaille zu nehmen.



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