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"Mr. Hanau 93" Heinz Blum feiert seltenes Jubiläum

Hanau

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    Am Spielfeldrand und auf den Sitzungen des Vereins ist Heinz Blum auch mit 87 Jahren ein wacher und unentbehrlicher Beobachter. Hier ehren ihn die Spieler für seine 75-jährige Mitgliedschaft. Kommenden Freitag zieht der 1. FC Hanau 93 bei seiner Mitgliederversammlung nach. Foto: sth

Hanau. Er ist Ehrenvorsitzender und Träger des Hessischen Verdienstordens und darf sich wahrlich "Mr. Hanau 93" nennen: Heinz Blum feiert nun ein seltenes Jubiläum.

Artikel vom 21. März 2017 - 11:11

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Wenn jemand den Ehrentitel „Mr. Hanau 93“ für sich in Anspruch nehmen kann, so ist es nach Meinung des Vereins 1. FC 1893 Heinz Blum, langjähriger Vorsitzender von Hessens ältestem Fußballclub, Ehrenvorsitzender und Träger des Hessischen Verdienstordens für sein ehrenamtliches und soziales Engagement.

Die Liste seiner Ämter, Titel und Auszeichnungen ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Jetzt kann der 87-Jährige ihr noch ein ganz außergewöhnliches Jubiläum hinzufügen: 75 Jahre Mitgliedschaft bei seinen 93ern.

Ehrengast am Geburtstag
Unlängst jährte sich der Eintritt von Blum beim 1. Hanauer FC 1893 zum 75. Mal. Zu diesem Anlass ehrte ihn die Herren-Mannschaft beim Gruppenliga-Meisterschaftsspiel des FC Hanau 93 gegen den SV 09 Somborn, an dem er an seinem Geburtstag als Ehrengast teilnahm. Kommenden Freitag wird der Verein die Mitgliederversammlung nutzen, um Blum noch einmal offiziell zu ehren.

Der Jubilar erinnert sich noch sehr genau daran, wie alles vor einem Dreiviertel-Jahrhundert begann. Der Sohn einer im Freigerichtviertel wohnenden Familie lernte das Fußballspielen als kleiner Bub auf dem 60er-Sportplatz, der bis nach dem Krieg dort lag, wo seit Mitte der 60er Jahre die Anne-Frank-Schule steht.

Spielern die Taschen getragen
„Bei den 93ern im Stadion an der Aschaffenburger Straße hatten meine Freunde und ich schon so manches Fußballspiel gesehen. Wir haben den Spielern am Eingang die Taschen getragen und sind so 'eintrittsfrei' ins Stadion gekommen.“

Mit Turnfreund Klaus Heinecker meldete sich Blum bei der TGH zum ersten Training an. Doch Vater Heinecker wollte seinen Sohn nur bei den '93ern spielen lassen, wo der Vater längst Mitglied war, und so landete auch Heinz Blum bei den 93ern.

Stadion schwer beschädigt
In den Kriegsjahren hatte Blum großes Glück, dass das elterliche Haus in der Birkenhainer Straße nicht ausgebombt wurde. An die Kriegs- und Nachkriegszeit erinnert sich der Jubilar noch sehr plastisch. Das Leben mit vielen anderen Menschen zu kargen und entbehrungsreichen Zeiten: „Wir beseitigten auf Anweisung des Arbeitsamts Trümmer und erhielten einen Stempel für Lebensmittelkarten.“

Das Stadion an der Aschaffenburger Straße mit den Übungsplätzen war durch Bombenangriffe schwer beschädigt; das große Gelände war von Bombentrichtern übersät, die Haupttribüne zerstört. Die US Army requirierte das Gelände für ihre Zwecke.

Provisorischer Spielbetrieb
Hanau 93 stand ohne Sportgelände da, schaut Blum zurück. So wurde der Spielbetrieb zunächst provisorisch auf dem Dunlop-Sportplatz aufgenommen. Dort gab es laut Blum in den 30er und 40er Jahren eine Dunlop-Sportmannschaft, die mit guten Erfolgen am Spielbetrieb teilgenommen hatte.

„Für mich und viele andere ist bis heute unfassbar, dass man Hanau 93 nach dem Krieg in den unteren Amateurbereich eingestuft hat. Unser Club hat bis zum Zusammenbruch des Spielbetriebs in Folge des Kriegs immer der höchsten Spielklasse angehört“, ärgert sich Blum heute noch. „Unter rein sportlichen Gesichtspunkten hätte man uns in die damals höchste Spielklasse, die Oberliga Süd, aufnehmen müssen“, ist er überzeugt.

Von OPs nur langsam erholt
Ihn selbst handicapte damals eine Knieverletzung. Von zwei Operationen erholte er sich nur langsam. Es dauerte lange, bis er das Bein wieder voll belasten und Fußball spielen und als Linksaußen beginnen konnte.

Eine Ausbildung zum Elektroinstallateur bei der Firma Georg Linker am Beethovenplatz nahm ihn jedoch stark in Beschlag. Unter anderem musste er in der Möbelfabrik Körner eine Leitung vom zerstörten Kesselhaus zu einem neuen Holzgatter legen. In Gärten stellte er Holzmasten auf, „und die Gartenhäuschen, die als provisorische Wohnungen dienten, erhielten Strom“.

Lebenslange Freundschaften entstehen
Als Blum eines Tages Schuhe zum Schuhmacher Horst Schuler brachte, fragte der, ob Blum bei der Deutschen Jugendschaft in Großauheim spielen würde. Das tat er dann zwei Jahre lang. „In dieser Zeit entstand die später lebenslange Freundschaft mit Horst Schuler, Günter Labus und Seppel Überlacker von der DJK. 20 Jahre lang haben wir miteinander jeden Vatertag gefeiert.“

Nach der Gesellenprüfung ging es gesundheitlich und finanziell aufwärts für den jungen Mann. Er ging auf Wanderschaft und bekam später eine Anstellung als Elektriker, wo er unter anderem im Schloss Philippsruhe die Kronleuchter reparierte. Nach seinem Umzug nach Hanau ging Blum zurück zu seinem Lehrmeister Georg Linker. Fußball spielte er dann wieder bei den 93ern in der Alte-Herren-Mannschaft, unter anderem mit Otsch Mayer und Walter Krause.

Dreimal Vorsitzender
Da er sich auf die Meisterprüfung vorbereitete, konnte er nur einmal pro Woche trainieren. „Damit hatte ich bei Ernst Lehner, der in den 50er Jahren unsere Mannschaft in der 2. Liga Süd trainierte, keine Chance“, resümiert der Altmeister. Seine Meisterprüfung legte er am 25. November 1955 vor der Handwerkskammer Wiesbaden ab.

Zuletzt war Blum von 2011 bis 2012 HFC-Vorsitzender, nachdem Thomas Tamberg aus privaten Gründen zurückgetreten war. Zuvor war er bereits dreimal Vorsitzender, Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender gewesen. Seit dem 4. März 2006 ist Blum zudem Ehrenvorsitzender von Hanau 93.

Rat und Tat
Ausgezeichnet wurde der 87-Jährige unter anderem mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande. Dem Verein steht er nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite: „Die jungen Leute des heutigen Vorstands von Hanau 93 brauchen die Unterstützung von uns „alten Hasen“, sagt er und unterstützte unter anderem den Fortgang der Planung, das Einholen der Angebote.

Blums Vision ist, dass Hanau 93 in der Fast-100 000- Einwohner-Stadt Hanau in der Hessenliga spielt. „Das müsste zu schaffen sein“.



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