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Neues Zuhause: Storch-Odyssee endet in Büdesheim

Schöneck

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    Das „Endquartier“ auf dem Bahnmast bei Büdesheim, in welchem derzeit zwei Junge großgezogen werden. Foto: PM

Schöneck/Maintal. Allmählich wird er im Main-Kinzig-Kreis zu einer Berühmtheit: Der Storch mit dem Ring DEW 8 X 011 brütete von 2012 bis 2014 mit zwei verschiedenen Weibchen auf einem Nest bei Wachenbuchen. Danach war er verschwunden. Nach Umwegen hat der Adebar in Büdesheim einen neue Brutstation gefunden.

Artikel vom 23. Juni 2016 - 16:45

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So fing alles an: Nachdem im Spätwinter 2014/2015 die Puffergehölzvegetation am Stammfuß der gekappten Pappel beseitigt worden war, verließ er mit seinem Weibchen mit Ring 9 X 717 das angestammte Brutstammrevier in Wachenbuchen. Normalerweise halten Störche an ihrem einstmals gewählten Brutort ihr Leben lang fest, es sei denn, es gibt am Brutstandort gravierende Veränderungen. Wo der Storch 2015 brütete, ist unbekannt.

Störche kämpfen um Nest
Überrascht war Uli Paul aus Kilianstädten als er den Ringstorch schon im Februar 2016 auf dem Windecker Storchenmast identifizierte. Als aber der alte langjährige Windecker Nestinhaber zurückkehrte, hatte der Ex-Wachenbucher nach heftigem Storchenkampf das Nachsehen und musste das Feld räumen.

Im März wurde er mehrmals mit einem neuen, nämlich unberingten Weibchen in der Nidderaue bei Heldenbergen beobachtet, wo er erfolglos versuchte, einen bereits besiedelten fremden Storchenbrutmast zu besetzen.

Zwei Störche kamen zu Tode
Anfang April kam dann die nächste Überraschung. Das Schönecker Ehepaar Jäger registrierte und fotografierte auf einem Stromgittermast an der Gemarkungsgrenze zwischen Eichen und Heldenbergen den fortgeschrittenen Nestbau eines Storchenpaares. Die Ringablesung belegte, dass hier der Ex-Wachenbucher sein neues Brutquartier errichtete.

Da aber an diesem Strommast bereits im Spätsommer 2012 während des Storchendurchzugs zwei Störche zu Tode kamen, veranlasste der ehrenamtliche MKK-Storchenschutzinitiator Werner Peter von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie (HGON) zum Schutz der Störche die schnelle Nestbeseitigung durch den Stromnetzbetreiber OVAG.

Abwehrbüschel sollen Nestbau verhindern
Um einen erneuten Nestbau zu unterbinden und Großvögel vor Stromschlag auf dem Strommast zu schützen, installierten die OVAG-Mitarbeiter sogenannte Abwehrbüschel, die bislang optimale Wirkung zeigten.

Längst hatten sich die Storchenschützer damit abgefunden, in dieser Brutsaison nichts mehr über den weiteren Verbleib der „Heimatlosen“ zu erfahren, zumal die Brutzeit schon weit fortgeschritten war oder das Storchenpaar in die benachbarte Wetterau abgewandert sein konnte.

„Das ist echt der Hammer“
Als vor wenigen Tagen die Nachricht der Oberdorfelder Bürgerin Elke Gallant eintraf, dass sich auf einem Bahnmast unweit der Philippi Mühle ein neues Storchenpaar angesiedelt hat, nahmen Uli Paul und das Ehepaar Jäger die Adebars sofort per Spektiv ins Visier und konnten vom Storchenmännchen den Ring 8 X 011 ablesen.

Sein Weibchen ist unberingt. „Das ist echt der Hammer“, war die spontane Reaktion von Christa Jäger, „dass wir den Ex-Wachenbucher und Zigeuner jetzt hier als Brutstorch antreffen“. Im Nest auf der über 20 Meter hohen schmalen Mastspitze sitzen derzeit zwei etwa vier Wochen alten Junge, die von den Altvögeln bestens mit Nahrung versorgt werden.

Spezialist für besondere Brutstandorte
8 X 011 zeichnet sich mittlerweile als Spezialist für besondere Brutstandorte aus. Erst wählte er einen Pappelstumpf bei Wachenbuchen als Brutstandort, dann einen Gitterstrommast bei Heldenbergen und jetzt den filigranen extrem hohen Bahnmast bei Büdesheim.

Aufgrund der alljährlichen kreisweiten Erfassung der beringten Brutstörche durch den Storchenschützer Werner Peter ist auch bekannt, wo sich sein ehemaliges Brutweibchen aus Wachenbuchen mit Ring DEW 9 X 717 derzeit aufhält. Es hat erstmals einen neuen Brutmast bei Nidderau-Eichen besetzt und zieht dort mit seinem neuen Männchen zwei Junge groß.

Zur Finanzierung weiterer Arten- und Biotopschutzmaßnahmen für Weißstorch, Laubfrosch, Wanderfalke, Wendehals und Co. sind Spenden willkommen: HGON-Konto: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, IBAN: DE29 5066 1639 0007 720165, BIC: GENODF1LSR



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